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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD)">Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott (TUD)

Pro­to­koll I vom 13.12.2016
Sabri­na Hof­mann

1. Korin­ther 11: han­delt von dem Ver­hal­ten der Frau und des Man­nes im Got­tes­dienst.

Wenn ein Mann betet oder pro­phe­tisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, ent­ehrt er sein Haupt. (1. Kor. 11,4)“
„Eine Frau aber ent­ehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder pro­phe­tisch redet und dabei ihr Haupt nicht ver­hüllt. Sie unter­schei­det sich dann in kei­ner Wei­se von einer Gescho­re­nen. (1. Kor. 11,5)“

Bei Gescho­re­nen ist von Pro­sti­tu­ier­ten die Rede und mit Bede­ckung des Haup­tes ist das Kopf­haar gemeint.
Hier­bei ist kei­ne christ­li­che Kopf­be­de­ckung gemeint.
Für Frau­en ist es eine Ehre lan­ge Haa­re zu tra­gen, denn der Frau ist das Haar als Hül­le gege­ben.
Mit lan­gen Haa­ren unter­schei­det sie sich von den Gescho­re­nen, denn kur­ze Haa­re sind schwer gefähr­lich und nicht gut ange­se­hen. Eine Frau mit lan­gem Haar hin­ge­gen trägt genug Macht auf dem Kopf, um vor den Engeln geschützt zu sein.

War­um ent­ehrt aber der Mann sein Haupt, wenn er im Got­tes­dienst sein Haupt nicht bedeckt?
Er ist Bild und Glanz Got­tes und die Frau ist nur Glanz des Man­nes.
Gott ist das Haupt von Chris­tus. Das Haupt des Man­nes ist Chris­tus und der Mann ist das Haupt der Frau.
1. Korin­ther 11,3 und 11,7 ist sehr hier­ar­chisch auf­ge­baut.

Gott→Christus→Mann→Frau

In 1. Korin­ther 11,8f. heißt es:
„Denn der Mann stammt nicht von der Frau, son­dern die Frau vom Mann. Der Mann wur­de auch nicht von der Frau geschaf­fen, son­dern die Frau vom Mann.“

Die­se Aus­sa­gen ste­hen im Wider­spruch zu 1. Korin­ther 11,11f.
Dort heißt es:
„Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau.
Denn wie die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt; alles aber stammt von Gott.“

Fol­gen­des ist zu ver­ste­hen: dass der Mann von der Frau stammt und die Frau stammt vom Mann und alle stam­men von Gott.
Hier­bei geht es um die Gemein­schaft in Chris­tus.

 

Pro­to­koll vom 13.12.2016 II (Ilknur Özcan)
Im Semi­nar haben wir Bezug genom­men auf Gala­ter 3 Vers 26-28:
„Ihr seid alle durch den Glau­ben Got­tes Kin­der in Chris­tus Jesus.“
„Denn ihr alle, die ihr auf Chris­tus getauft seid, habt Chris­tus (als Gewand) ange­legt.“

Wenn man auf Chris­tus getauft ist, ist die Tau­fe nach der Auf­fas­sung der theo­lo­gi­schen Urel­tern ein kla­res Bekennt­nis, das immer­wäh­rend gilt. Nicht ganz rich­tig ist die Über­set­zung Mann und Frau. Pas­sen­der wären die Begrif­fe männ­lich und weib­lich. Auch Mag­da­le­na Frett­löh über­setzt die Begrif­fe in die­ser Form.
Wie ist es gefasst?
Jeder ein­zel­ner Men­schen in Jesus Chris­tus, dem­nach wird kei­ne Hier­ar­chie auf­ge­stellt. Es herrscht eine abso­lu­te Gleich­be­rech­ti­gung. Auch im Schluss­teil der Hiob-Geschich­te wird betont, dass Töch­ter gleich­be­rech­tigt dar­ge­stellt wer­den, denn sie sind auch erb­be­rech­tigt. Es gibt eine Gleich­stel­lung von Mann und Frau. Dabei geht es um die Nach­kom­men von Abra­ham. Dies bezieht sich weder auf das Juden­tum noch auf das Chris­ten­tum – oder ob die Per­son Grie­che oder Jude ist. Männlich/Weiblich ist weder männ­lich noch weib­lich, das ist auch als eine Gleich­be­rech­ti­gung zu sehen.
Wei­ter­ge­hen­de Inter­pre­ta­ti­on:
Die Men­schen sind eins. Selbst wenn Sie männ­lich oder weib­lich sind, spielt es vor Jesus Chris­tus kei­ne Rol­le.
„Es gibt nicht mehr Juden und Grie­chen, nicht Skla­ven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Chris­tus Jesus.“

Der Geschlech­ter­du­al wird hier auf­ge­ho­ben und die Geschlech­ter­er­he­bung spielt dem­nach kei­ne Rol­le, da der ein­zel­ne Mensch als indi­vi­du­el­les Wesen dar­ge­stellt wird. Es gibt kei­ne Bevor­zu­gung des Ein­zel­nen in Bezug auf eine spe­zi­fi­sche Eigen­schaft. Es wird fest­ge­stellt, dass es sich um einen radi­ka­len Text von Pau­lus han­delt, wel­cher sich stark von dem unter­schei­det, was im Korin­ther 11 Vers 3 steht.

Es ist sehr wich­tig, nicht nur einen Text zu lesen, son­dern sich meh­re­rer Tex­ten anzu­neh­men, bevor man sich sei­ne eige­ne Mei­nung bil­det. In der Bibel gibt es von Anfang an kei­ne ein­heit­li­che Mei­nung.
Alle Men­schen sind gleich im Ange­sicht Jesu Chris­ti, egal wel­cher Her­kunft sie abstam­men oder wel­cher Reli­gi­on sie zuge­hö­rig sind. In der Schöp­fungs­ge­schich­te in Gen 1 steht geschrie­ben: Er schuf sie als männ­lich und weib­lich. Hier wird Gott (mög­li­cher­wei­se) als andro­gy­nes Wesen dar­ge­stellt, denn die Bil­der sind ent­we­der männ­lich oder weib­lich.
Bei den Pau­lus­brie­fen im Gala­ter 3 Vers 28 ist es ver­schärf­ter, da dort die Aus­sa­ge weder männ­lich noch weib­lich beschrie­ben wird, weder als Jude noch Grie­che, weder Skla­ve noch Herr. Es wird kein Unter­schied gemacht: Alle sind gleich und dür­fen nicht unter­schied­lich behan­delt wer­den.
Bei Mag­da­le­na Frett­löh passt es zusam­men, was sie in ihrem Text auf posi­ti­ve Art und Wei­se ver­mit­teln will. Wenn es etwas gibt, dann sind die Unter­schie­de des ande­ren Men­schen Aus­drü­cke sei­ner Indi­vi­dua­li­tät. Auf­grund von indi­vi­du­el­len Eigen­schaf­ten darf man jedoch nicht benach­tei­ligt oder bevor­zugt wer­den.
Die fun­da­men­ta­le Bot­schaft ist: Nicht nur damals war es üblich, dass es Skla­ven gab, son­dern es gibt sie trau­ri­ger­wei­se heu­te noch. Laut den Men­schen­rech­ten, die für die All­ge­mein­heit gel­ten und bei uns auch bei­spiels­wei­se im Grund­ge­setz ver­an­kert sind, soll­te es sie nicht mehr geben. Auf so einer Ebe­ne argu­men­tiert Pau­lus in die­sem Vers. Die­ser Text will uns sagen, dass alle Men­schen gut und gleich­be­rech­tigt mit­ein­an­der umge­hen soll­ten.
Zum Schluss sind wir zu der Erkennt­nis gekom­men, dass die­ser Text Gala­ter 3,28 ein sehr moder­ner Text sei und noch in unse­rer Zeit rele­vant ist. Mit die­sem Text ist Pau­lus sei­ner Zeit vor­aus gewe­sen im Ver­gleich zu ande­ren Schrift­stü­cken. Durch die Bibel bekom­men wir kei­ne ein­deu­ti­gen Infor­ma­tio­nen, wie es sein soll, son­dern hier wer­den wir mit unter­schied­li­chen Posi­tio­nen kon­fron­tiert und bei Gala­ter 3,28 mit einer der radi­kals­ten.

« Was kann aus Naza­reth (schon) Gutes kom­men? (Joh 1,43-51 [8.01.2017: EfG Gries­heim]) – Zwi­schen­halt (Grie­chi­sche Lek­tü­re und Exege­se des Johev [Uni Hd]) »

Info:
Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott (TUD) ist Beitrag Nr. 5834
Autor:
Martin Pöttner am 4. Januar 2017 um 12:44
Category:
Allgemein
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