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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD 15.11.)">Bil­der­ver­bot (TUD 15.11.)

Pro­to­koll Neu­es Tes­ta­ment

von Lisa Eckert

 

Abschnitt über die Gott­eben­bild­lich­keit

Das Bil­der­ver­bot, S. 173-187

 

Die Sit­zung am 15.11.2016 han­del­te vom Got­tes­bild­ver­bot.

 

Ein­lei­tend sind wir auf Exo­dus 32 ein­ge­gan­gen. Dort wird beschrie­ben, wie das israe­li­ti­sche Volk sei­nen aus Ägyp­ten mit­ge­brach­ten Gold­schmuck ableg­te, ins Feu­er warf, dar­aus ein Kalb form­te und schließ­lich anbe­te­te. Die­ses Jung­stier­bild stellt ein Bild für JHWH dar und das Kalb soll die Göt­ter dar­stel­len, die das Volk der Israe­li­ten aus Ägyp­ten her­aus­ge­führt haben.

Dies wur­de vom Herrn nicht für ,gut‘ emp­fun­den. Mose trat daher als pro­phe­ti­scher Ver­mitt­ler auf und ver­such­te den Herrn zu mäßi­gen.

 

Was soll das bedeu­ten? Mag­da­le­ne Frett­löh hat in ihrem Buch: „Gott Gewicht geben“, ver­schie­de­ne Ansät­ze dies­be­züg­lich ins Auge gefasst:

 

Sie hat Ver­ständ­nis für das Ver­hal­ten des Herrn, weil sie die Mei­nung ver­tritt, dass man sich kein Bild­nis von Gott machen soll­te. Dies wird auch in Exo­dus 20,4 deut­lich: „Du sollst dir kein Got­tes­bild machen und kei­ne Dar­stel­lung von irgend­et­was am Him­mel dro­ben, auf der Erde unten oder im Was­ser unter der Erde.“

 

Dies erklärt Frau Frett­löh wie folgt:

 

Men­schen sind im Bild Got­tes geschaf­fen und sind Bil­der Got­tes. Dann muss es so vie­le Got­tes­bil­der geben, wie es Men­schen gibt. Als die Israe­li­ten das Stier­bild gestal­te­ten, haben sie den Feh­ler gemacht, dass sie die Got­tes­vor­stel­lung auf das eine Bild redu­zier­ten. Sie ist der Mei­nung, dass man bild­lich von Gott reden kann, aber den­noch ist es nicht gut, sich ein Bild von Gott zu machen, denn dies führt zur Abso­lut­heit und Begrenzt­heit des Bil­des. Die Krea­ti­vi­tät und Viel­falt der Dar­stel­lung wird dadurch ein­ge­schränkt.

Sie bestrei­tet nicht, dass es vie­le Bil­der von Gott geben muss. Aber die Men­schen dür­fen es nicht auf eine ein­zi­ge Dar­stel­lungs­wei­se redu­zie­ren. Gott ist viel kom­ple­xer, als dass man ihn in dem Bild eines Stie­res dar­stel­len könn­te.

 

 

Gott ist prin­zi­pi­ell nicht bil­der­feind­lich, denn in Gen 1,26f. bezeich­net sich Gott als Bild und die Men­schen sind als sei­ne Bil­der geschaf­fen. Hier ist eine sym­me­tri­sche Auf­fas­sung von Mann und Frau ersicht­lich. Erst seit Exo­dus tritt das Bil­der­ver­bot auf. Somit ist ein Wider­spruch zwi­schen Exo­dus 20 und Gen 1, 26f. ent­stan­den.

 

Des Wei­te­ren bemän­gelt sie, dass das Volk nie eine Gestalt von Gott gese­hen hat. Lau­te von Gott wur­den wahr­ge­nom­men, aber nie­mals eine Gestalt von ihm. In Exo­dus 33 ist Gott nur von hin­ten zu sehen und in Exo­dus 24,1ff. wird beschrie­ben, dass das Volk Gott sah. Auf die­sen Aspekt ist Frau Frett­löh inter­es­san­ter­wei­se nicht ein­ge­gan­gen.

Somit ist ersicht­lich, dass die Unsicht­bar­keit von Gott nicht von allen Bibel­tex­ten geteilt wird.

 

Die Gefahr der Aus­le­gung ist, dass man das Ele­ment des Sehens unter­schätzt. Frett­löh sagt, dass ver­schie­de­ne Wahr­neh­mungs­fä­hig­kei­ten kom­bi­niert wur­den.

 

War­um fand sie die Unsicht­bar­keit Got­tes im Jah­re 2005 und auch heu­te noch gut? Aus­sa­gen des Ple­nums:

 

– Evtl. hört man nicht auf, nach dem ,Etwas‘ (Bild Got­tes) zu suchen.

– Evtl. Ent­täu­schung dem gegen­über, was man sich von Gott vor­ge­stellt hat  Auf die Aus­sa­ge hin, ging Herr Dr. Pött­ner wie folgt ein: Tex­te spie­len damit, dass Gott selbst glän­zend ist.

Dass es nicht schlimm ist, Gott vom Glanz her zu sehen. Man wäre aller­dings höchst­wahr­schein­lich geblen­det.

– Es bezieht sich auf uns Men­schen, denn wir sehen Gott nicht.

 

 

Geschlech­ter­ge­rech­te Rede

 

War­um ist das Bil­der­ver­bot gut für geschlech­ter­ge­rech­te Rede?

 

Man kann nicht genau erken­nen, wel­ches Geschlecht Gott dar­stellt. Mann oder Frau? Gott oder Göt­tin?

Men­schen kön­nen sich nicht fest­le­gen, was Gott ist.

Frett­löh ist der Mei­nung, dass man sich nicht auf ,das Bild‘ fest­le­gen soll, denn es kann auch anders sein, als das was im Bild dar­ge­stellt wird. Trotz­dem ist es mensch­lich, dass man sich ein Bild von Gott macht, das zumeist einer ste­reo­ty­pen Dar­stel­lungs­wei­se ent­spricht  Man wür­de sich sonst ein spe­zi­el­les Bild von Gott, als Mann/Frau machen.

 

Spricht man bild­lich von Gott, ist z. B. von Mut­ter­schö­ßig­keit die Rede. Das Erbar­men Got­tes ist ein weib­li­ches Ele­ment. Somit gibt es ver­schie­de­ne Model­le, wie man von Gott spre­chen könn­te. Gott wird am bes­ten so beschrie­ben, dass vom weib­li­chen Ute­rus die Rede ist. Sym­bo­lisch steht Ute­rus für den schöp­fe­ri­schen Aspekt.

Bsp: Papst: Got­tes Erbar­men = Ute­rus, denn Gott ist mehr als Frau zu sein.

 

 

Zum Schluss der Sit­zung wur­de noch der Aspekt der leb­lo­sen Bil­der ange­spro­chen. Bil­der blei­ben leb­los und wer­den nicht mensch­lich. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Hän­de, Füße oder Nasen. Bild­lich dar­ge­stell­te Hän­de kön­nen nicht tas­ten bzw. Nasen auf Bil­dern kön­nen nicht rie­chen. Dies wird auch durch die Per­spek­ti­ve ver­deut­licht, dass wir auf den Bil­dern nur das Abbild von Gott betrach­ten kön­nen und nicht Gott selbst.

 

Vor­be­rei­tung für nächs­te Woche:

– Text: Rudolf Bult­mann. Wel­chen Sinn hat es von Gott zu reden?

– Mag­da­le­ne Frett­löh. Gott Gewicht geben, S. 155-158.

 

 

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Info:
Bil­der­ver­bot (TUD 15.11.) ist Beitrag Nr. 5714
Autor:
Martin Pöttner am 17. November 2016 um 14:45
Category:
Geschlechtergerechte Rede von Gott
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