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TUD)">Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott (TUD)

Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments

Zusam­men­fas­sung der ers­ten Sit­zung vom 18.10.2016

Ingrid Schu­ma­cher

Das The­ma des Semi­nars ist die „Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott in der neu­tes­ta­ment­li­chen Exege­se“ und wird in den ein­zel­nen Sit­zun­gen mit Hil­fe von Tex­ten, u. a. von Mag­da­le­ne F. Frett­löh und Rudolf Bult­mann, bespro­chen. Da die meis­ten bibli­schen Tex­te im Neu­en Tes­ta­ment, die sich mit der Geschlech­ter­dif­fe­renz beschäf­ti­gen, Gene­sis 1-3 the­ma­ti­sie­ren, ist es wich­tig, zusätz­lich das 1. Buch Mose 1-3 aus dem Alten Tes­ta­ment her­an­zu­zie­hen und zu bespre­chen. Zusätz­lich kön­nen wei­te­re Vor­schlä­ge der Semi­nar­teil­neh­mer zu Text­stel­len geäu­ßert wer­den.

Die zu behan­del­ten Tex­te sol­len u. a. dar­über beleuch­tet wer­den, wie sie, im Sinn der geschlech­ter­ge­rech­ten Rede von Gott, heu­te ange­mes­sen wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Vor allem ist dies für die zukünf­ti­gen Reli­gi­ons­leh­rer eine wich­ti­ge Fra­ge­stel­lung.

Auch der Ver­gleich zwi­schen den Bibel­text­stel­len und ihrer Aus­le­gung zur heu­ti­gen all­ge­mein­gül­ti­gen Mei­nung „Män­ner und Frau­en sind gleich­be­rech­tigt“ soll voll­zo­gen wer­den. Nicht immer ist die Sicht der Gleich­be­rech­ti­gung in der Bibel ein­deu­tig. Auch hier gibt uns Gene­sis 1 einen ganz kla­ren Impuls, dass Män­ner und Frau­en gleich­be­rech­tigt sind, wobei Gene­sis 2-3 unein­deu­ti­ger ist.

Ein wei­te­res The­ma, dass auch zu Geschlech­ter­fra­ge gehört und im Semi­nar bespro­chen wer­den soll, ist die Homo­se­xua­li­tät. Dabei soll die Fra­ge beleuch­tet wer­den, war­um sich Gene­sis 2-3 zur Homo­se­xua­li­tät anders fest­legt, als Pla­ton im Sym­po­si­on.

Im Sym­po­si­on wird der Mythos von den Kugel­men­schen erzählt. In die­sem Mythos gibt es drei Geschlech­ter der Kugel­men­schen, die rein männ­li­che, rein weib­li­che und mit einer männ­li­chen und einer weib­li­chen Hälf­te. Zeus beschloss, die über­mü­ti­gen Kugel­men­schen zu tren­nen und damit zu schwä­chen. So ent­stan­den die heu­ti­gen Men­schen mit ihren Bedürf­nis­sen nach Voll­stän­dig­keit mit der ande­ren Hälf­te. Der aus­führ­li­che Text die­ses Mythos wird im spä­te­ren Semi­narab­lauf aus­ge­teilt und bespro­chen.

 

In Gene­sis 2 ist Adam der aus Erde gemach­te Mensch, der den Geist Got­tes ein­ge­bla­sen bekom­men hat. Er fühlt sich ein­sam unter den Tie­ren und hat kei­nen Part­ner. Da schnei­det der Herr den Adam aus­ein­an­der. Die eine Hälf­te wird der Mann Adam und aus dem ande­ren Teil baut der Herr die Frau Eva. (Luther über­setz­te die­se Text­stel­le mit der Ent­nah­me der Rip­pe, dies ist heut­zu­ta­ge aber nicht mehr aktu­ell. Tat­säch­lich ist die wahr­schein­lichs­te Über­set­zung, dass Adam eine Sei­te ent­nom­men wur­de.)

Nach der gro­ben Text­vor­stel­lung und dem Semi­nar­plan­um­riss ent­stan­den Fra­gen und Gesprä­che über ver­schie­de­ne Aspek­te zum The­ma der Geschlech­ter­fra­ge.

Wir spra­chen über den Text zu Lot und sei­nen Töch­tern. Dabei wur­de fest­ge­stellt, dass die­se Geschich­te Inzest schil­dert und/oder auch sexu­el­le Beläs­ti­gung der Töch­ter an dem Vater. Des Wei­te­ren beschäf­tig­te uns, wie die Geschich­te nach heu­ti­ger Recht­spre­chung bewer­tet wür­de und ob es eine Not­si­tua­ti­on war. Wir frag­ten uns, wie man sich fort­pflanzt, wenn kei­ne ande­re Mög­lich­keit besteht. Muss man Got­tes Wort: „Gehet hin und ver­meh­ret euch“ auf Bie­gen und Bre­chen rea­li­sie­ren oder ist Inzest in der Bibel unter­sagt?

Herr Pött­ner wies uns dar­auf hin, dass es in der Bibel oft bestimm­te Geset­ze und Fest­le­gun­gen gibt, aber auch Erzäh­lun­gen, die eine völ­lig ande­re Bot­schaft haben. Die Bibel ver­langt von uns, dass wir selbst­stän­dig dar­über nach­den­ken, was die ein­zel­nen Text­stel­len uns sagen wol­len. Dies wol­len wir in die­sem Semi­nar üben. Beim Text von Lot steht nach Herrn Pött­ner der Gedan­ke der Frucht­bar­keit im Vor­der­grund.

Die Semi­nar­teil­neh­mer stell­ten außer­dem fest, dass die Bibel nicht nur aus guten Geschich­ten besteht. Die­se Fest­stel­lung wur­de mit unse­rem Leben ver­gli­chen. Das Leben zeigt uns, dass wir selbst unter gro­ßen Bemü­hun­gen, alles im Leben rich­tig zu machen, es nicht schaf­fen immer frei von allen Sün­den zu leben. Das hat auch Luther beschäf­tigt. Er hat sein Leben lang nach der Gna­de Got­tes und ein gutes Leben gesucht. Dabei mein­te er es nie zu erlan­gen, was ihn sehr ver­zwei­felt ließ. Dar­aus schlie­ßen wir, wenn es nicht so wäre, dann müss­ten wir uns sel­ber gött­lich nen­nen. Dann wären wir nicht anders als Gott.

Geschich­ten über Dör­fer, denen Inzests vor­ge­wor­fen wird, war unser nächs­tes The­ma. Woher kom­men die­se Vor­wür­fe? Sind die­se Vor­wür­fe aus frü­he­ren Not­si­tua­tio­nen ent­stan­den, in denen es kei­ne ande­ren Dör­fer in der Umge­bung gab, in denen Per­so­nen leb­ten, die nicht zur Fami­lie gehör­ten?

Wie ver­hält es sich mit Kin­dern aus Inzest-Fami­li­en? Sind sie alle behin­dert? Wie war es frü­her mit den Königs­häu­sern oder heu­te mit den Scheich­fa­mi­li­en in ara­bi­schen Län­dern. Wie sind die heu­ti­gen Geset­ze?

Wir sam­mel­ten wei­te­re zum The­ma pas­sen­de Geschich­ten auch aus der Bibel, z. B. Noah, Adam und Eva, sowie Kain und Abel. Dabei kam die Fra­ge auf, woher die Mensch­heit stammt?

Ein wei­te­res ange­spro­che­nes The­ma ist, die grü­ne Jugend, die aktu­ell dar­über dis­ku­tiert, dass das Gesetz im Inzest­be­reich gelo­ckert wer­den soll. Dabei wur­de gefragt, ob der Staat sich in die indi­vi­du­el­len Gefüh­le der Men­schen ein­mi­schen darf und ob es ein Ein­griff in das Per­sön­lich­keits­recht dar­stellt? Dabei ent­flamm­te ein Gespräch über Inzest und die dabei ent­stan­de­nen Kin­der. Auch die Ver­ant­wor­tung von Eltern, die sich Kin­der wün­schen, aber bei Behin­de­run­gen abtrei­ben, wur­de mora­lisch behan­delt.

Abschlie­ßend noch ein paar Hin­wei­se zum Semi­nar.

Die Leis­tungs­er­brin­gung für das Semi­nar erfolgt durch die rege Teil­nah­me und einer schrift­li­chen Aus­ar­bei­tung. In der nächs­ten Sit­zung wird die­se noch­mals für die heu­ti­gen feh­len­den Teil­neh­mer wie­der­holt und die Ter­mi­ne ein­ge­teilt. Unse­re Vor­schlä­ge für das Semi­nar wer­den mit dem detail­lier­ten Semi­nar­plan von Herrn Pött­ner ver­knüpft und anschlie­ßend zum Semi­narab­lauf fest­ge­legt.

Haus­auf­ga­be für die nächs­te Sit­zung: Über­le­gen Sie sich, wie Sie zu dem The­ma „Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott in der neu­tes­ta­ment­li­chen Exege­se“ ste­hen. Was erwar­ten Sie von die­sem Semi­nar? Wie lau­tet Ihre Posi­ti­on zu die­sem The­ma?

 

« Grie­chi­sche Lek­tü­re und Exege­se des Johan­nes­evan­ge­li­ums (Uni Hd) – Caro­lin Emckes Rede »

Info:
Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott (TUD) ist Beitrag Nr. 5635
Autor:
Martin Pöttner am 22. Oktober 2016 um 12:20
Category:
Geschlechtergerechte Rede von Gott
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