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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Sexismus in der Union?

Unse­re Gesell­schaft ist eine Kon­kur­renz­ge­sell­schaft, Jen­na Beh­rends gelang es, ein Man­dat in der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Ber­lin-Mit­te zu erlan­gen. Die Vor­ge­schich­te hat sie inzwi­schen ver­öf­fent­licht, der Dis­kurs kann z. B. unter @Jenna_Behrends auf Twit­ter nach­voll­zo­gen wer­den, dort auch Hin­wei­se auf die Schlamm­schlacht, die jetzt erwar­tungs­ge­mäß tobt – und in der es auch Gerüch­te über Peter Tauber gibt.

Was sie in ihrem offe­nen Brief an ihre „lie­be Par­tei“ beschreibt, ist ein­deu­tig sexis­tisch, angeb­lich gebe es Gedrüch­te, sie habe ihren guten Lis­ten­platz vor allem bereit­wil­li­gem Sex zu ver­dan­ken – und wer­de auch wei­ter so agie­ren. Aber auch die Frau­en-Uni­on gerät ins Zwie­licht. Was von den Vor­wür­fen auf­ge­klärt wer­den kann, wird man/frau sehen. Das Sit­ten­ge­mäl­de von Bier trin­ken­den Alt-Her­ren-Run­den, die über die Schön­heit und Grö­ße weib­li­cher Brüs­te schwa­dro­nie­ren u. Ä. wird sicher­lich die Ber­li­ner CDU in ihrer Oppo­si­ti­ons­rol­le beglei­ten müs­sen.

Das sei kein uni­on­spe­zi­fi­sches Phä­no­men, wird betont – und das wird auch so sein. Nicht nur Uni­ons-Män­ner sind sexu­ell gie­rig und nicht nur Uni­ons-Frau­en bei­ßen jun­ge Konkurrent/inn/en weg – und das von Beh­rends soge­nann­te „Hoch­schla­fen“ gibt es wohl nicht nur in der CDU-Ber­lin, wobei Frau Beh­rends betont, in Bezug auf sie selbst gehe es dabei nur um Fan­ta­sie der „lie­ben Par­tei“. Und gewiss spre­chen nicht nur in der CDU Men­schen vom „Ficken“, wie es Frank Hen­kel getan haben soll. Das ist ein ver­ächt­li­cher, unre­flek­tier­ter und auf unge­lös­te Kon­flik­te hin­deu­ten­der Aus­druck für „Sex-Haben“ o. Ä.

Uni­on­spe­zi­fisch ist frei­lich ein Detail – und es ist eben­falls mit dem wohl ehe­ma­li­gen Innen­mi­nis­ter Hen­kel ver­bun­den. Frau Beh­rends ist näm­lich eine Geg­ne­rin des Bur­ka-Ver­bots. Und sie kri­ti­siert, dass sie von Män­nern des­we­gen kri­ti­siert wur­de, unter Hin­weis dar­auf, sie sei­en die bes­se­ren Femi­nis­ten.

Das The­ma ist ja spä­tes­tens seit den 1970er Jah­ren offen debat­tiert wor­den, aller­dings zeigt die hef­ti­ge Auf­re­gung in der Ber­li­ner Uni­on, dass es dort nicht gelun­gen scheint, Inti­mi­täts­be­zie­hun­gen von poli­ti­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on reflek­tiert zu unter­schei­den. Das gelingt auch Frau Beh­rends nicht ganz, denn sie schreibt (unab­sicht­lich?), dass ihre Bezie­hung zur Par­tei gestört sei.

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Info:
Sexismus in der Union? ist Beitrag Nr. 5503
Autor:
Martin Pöttner am 26. September 2016 um 12:58
Category:
Alltagsphilosophische Kolumne
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