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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD)">Ver­an­stal­tun­gen am 31.05. (TUD)

Pro­to­koll vom 31.05.16 von Dora Wer­tag

Mar­ku­sevan­ge­li­um        

The­ma der Sit­zung ist das Mar­ku­sevan­ge­li­um, abge­kürzt auch Mk oder Mark. Es ist das zwei­te Evan­ge­li­um des neu­en Tes­ta­ments.

In Bor­manns Bibel­kun­de wer­den zunächst die For­men der syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en beschrie­ben. Syn­op­ti­sche Tra­di­tio­nen sind kei­ne Augen­zeu­gen­be­rich­te, son­dern die ver­schie­de­nen Evan­ge­li­en lau­fen viel eher neben­ein­an­der her und las­sen sich gegen­über­stel­len. Wes­halb die Wur­zeln des Syn­op­ti­kers im Wort Syn­op­se liegt, was so viel bedeu­tet wie das ver­glei­chen­de Gegen­über­stel­len von Tex­ten. Sie fin­den sich bei den Syn­op­ti­kern des Mar­kus-, Mat­thä­us- und Luka­sevan­ge­li­um wie­der.

Im Mar­ku­sevan­ge­li­um geht es ins beson­de­re um drei bestimm­te For­men der syn­op­ti­schen Tra­di­ti­on.  Weis­heits­sprü­che, Pro­phe­ti­sche Wor­te und Geset­zes­wor­te und Gemein­de­re­geln.

Die Spra­che des Mar­ku­sevan­ge­li­um ist über­wie­gend von der rhe­to­ri­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wei­se geprägt. Heu­te meint man, dass die vier rhe­to­risch häu­fig ver­wen­de­ten Klein­gat­tun­gen Para­bel, Gnome/Sinnspruch, Para­bel und mythos (fabu­la) den Hin­ter­grund der syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en bil­den. Das Tei­le der Geschich­te his­to­risch rele­vant waren, war eher zweit­ran­gig. In der Schu­le in Grie­chen­land lern­te man Mythen wie bei­spiels­wei­se den Kampf um Tro­ja. Man lern­te im wei­te­ren Ver­lauf Mythen aus­zu­le­gen und wei­ter­zu­ge­ben. Evan­ge­li­en sind kei­ne his­to­ri­schen Erzäh­lun­gen, son­dern sie prä­sen­tie­ren Jesus unter­schied­lich um zu ver­deut­li­chen wie rele­vant die­ser Jesus ist. Jesus könn­te im ent­fern­tes­ten Sin­ne gleich­ge­stellt wer­den mit Sokra­tes. Er dien­te als Ver­mitt­ler von Weis­hei­ten und Wis­sen. Tra­di­ti­on nach Bult­mann: Bult­mann war der Mei­nung, dass Tex­te der urchrist­li­cher Tra­di­ti­on wich­tig sind, weil sie häu­fig  ver­wen­de­te Tra­di­tio­nen ein­schlie­ßen, außer­dem sei­en sie auf wie­der­keh­ren­de Situa­tio­nen zurück­zu­füh­ren.

Eini­ge wei­te­re ähn­lich gegen­über­stel­len­de Situa­tio­nen spie­geln sich im Kapi­tel der Sturm­stil­lund und der Kreu­zi­gung Jesus. Wäh­rend eines hef­ti­gen Sturms schläft Jesus auf dem Schiff, die Jün­ger sind ganz außer sich vor Angst und fle­hen nahe­zu um Hil­fe. Jesus, der die Ruhe selbst ist, ant­wor­te­te dar­auf­hin selbst­si­cher, ob die Jün­ger denn nicht glau­ben. Er mit sei­nem Glau­ben hat den Sturm gestillt. Vor der Kreu­zi­gung im Mar­ku­sevan­ge­li­um ist es Jesus der eine Todes­angst ver­spürt und die Jün­ger sit­zen beru­higt zu Tisch.

 

Der Glau­be der sich auf Jesus bezieht, trägt sich zwar in den drei ers­ten Evan­ge­li­en unter­schied­lich aus, den­noch gehen alle drei Evan­ge­li­en vom Tod des Jesus aus, um zu ver­deut­li­chen, wie wich­tig er für die­se Abhand­lung ist. Ohne den Tod wäre Jesus nicht in dem Aus­maß vor­stell­bar. Er beweist sei­ne Güte und sich selbst durch sei­ne posi­ti­ven Hand­lun­gen in Bezug auf die Kreu­zi­gung. Jesus gibt sein Leben sich für die Jün­ger, für die Men­schen. Jesus wird im Mar­ku­sevan­ge­li­um als mensch­li­che Gestalt dar­ge­stellt, wel­che den Men­schen dient, die belehrt und sich für die Mensch­heit.  Über­wie­gend wird das Leben Jesu und sein Tod ver­deut­licht. Die­ser Teil weist eine posi­ti­ve Wir­kung aufs Juden­tum auf. Im Mar­ku­sevan­ge­li­um wird deut­lich gemacht, dass Jesus von Naza­reth ein Jude war. Der Got­tes­glau­ben ist eine Fort­schrei­bung des Alten Tes­ta­ments.

Das Kapi­tel 16 des Mar­ku­sevan­ge­li­ums han­delt von der Auf­er­ste­hung des Jesus Chris­tus. Es beschreibt eine Sze­ne in der die Frau­en als treue Suche­rin­nen an den Ort der Auf­er­ste­hung gelan­gen um Jesus zu sal­ben. Als sie jedoch vor dem Grab ste­hen, erwar­tet sie einer eine leuch­ten­de Gestalt mit der Aus­sa­ge, Jesus sei auf­er­stan­den. Die Frau­en sind zu tiefst beängs­tigt.
An die­ser Stel­le endet das Mar­ku­sevan­ge­li­um in den ältes­ten Schrif­ten. Es wird ver­mu­tet, dass der ein wei­te­rer Teil des Mar­ku­sevan­ge­li­ums  ver­lo­ren ging und erst spä­ter ver­öf­fent­licht wur­de. Oder aber das der Teil der Kreu­zi­gung als Ende der Evan­ge­lis­ten genutzt wur­de um die Kreu­zes­theo­lo­gie zu unter­strei­chen.

 

 

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Ver­an­stal­tun­gen am 31.05. (TUD) ist Beitrag Nr. 5182
Autor:
Martin Pöttner am 5. Juni 2016 um 12:27
Category:
Bibelkunde
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