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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD)">Ver­an­stal­tun­gen am 31.05. (TUD)

Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den:  Die Berg­pre­digt

Pro­to­koll vom 31.05.2016 geschrie­ben von Mar­tin Eber­lein

Zum Beginn der Sit­zung haben wir geklärt, ob es noch Rück­fra­gen zum Pro­to­koll der letz­ten Sit­zung gibt. Da die­ses nicht der Fall war konn­ten wir direkt mit dem heu­ti­gen The­ma fort­fah­ren.

In der heu­ti­gen Sit­zung haben wir zwei Abschnit­te der Berg­pre­digt behan­delt.

  • Mat­thä­us 5, 38-42 der vom Ver­gel­ten han­delt.

Mt 5,38

Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 21,24): »Auge um Auge, Zahn um Zahn.«

Mt 5,39

Ich aber sage euch, dass ihr nicht wider­stre­ben sollt dem Übel, son­dern: Wenn dich jemand auf dei­ne rech­te Backe schlägt, dem bie­te die ande­re auch dar.

Mt 5, 40

Und wenn jemand mit dir rech­ten will und dir dei­nen Rock neh­men, dem lass auch den Man­tel.

Mt 5,41

Und wenn dich jemand nötigt, eine Mei­le mit­zu­ge­hen, so geh mit ihm zwei.

Mt 5, 42

Gib dem, der dich bit­tet, und wen­de dich nicht ab von dem, der etwas von dir bor­gen will.

 

Im Vers 38 wird erwähnt, dass gesagt ist im 2. Buch Mose (Exo­dus) 21,24 “Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Was bedeutet,wie du mir so ich dir. Jesus wider­spricht die­sem Prin­zip der Ver­gel­tung und for­dert z. B. im Vers 39 sogar dazu auf: Wenn dir einer auf die rech­te Backe schlägt, dann halt ihm auch die lin­ke hin. Denn wenn man Böses mit Bösem bekämpft, wür­de die­ses in einer „Gewalt­spi­ra­le“ enden. Bei dem Gan­zen muss man im Hin­ter­kopf behal­ten, dass es sich auf die römi­sche Besat­zungs­macht bezieht, wie im Vers 41 mit der Mei­le ange­deu­tet wird. Da sie die Mög­lich­keit hat­ten den Juden das Las­ten­tra­gen auf­zu­er­le­gen.

Herr Prof. Dr. Pött­ner führt aus, dass sich dahin­ter natür­lich auch eine Fal­le ver­steckt, was Jesus da emp­fiehlt, weil wenn man nach­gibt kann der ande­re auch immer mehr ver­lan­gen bzw. das aus­nut­zen. Die Alter­na­ti­ve war mili­tä­risch gegen die Römer vor­zu­ge­hen, was auch pas­sier­te.

Er durch­bricht damit das Sys­tem das man für alles das man bekommt eine Gegen­leis­tung brin­gen muss. Genau­er gesagt bedeu­tet es: Egal wie unge­recht du zu mir bist ich weh­re mich nicht. Die­ses stellt eine Form des gewalt­lo­sen Wider­stand dar und man macht dem ande­ren deut­lich, man ist nicht bereit auf die­ser Ebe­ne mit­zu­ma­chen. Eben­so macht man ihm dadurch deut­lich: Du tust mir unrecht.

Im Vers 42 wird auf das Zins­ver­bot ein­ge­gan­gen, sinn­ge­mäß steht dar­in der Ver­such nicht aus der Not ande­rer Pro­fit zu schla­gen, son­dern gib ihm, wenn er dich bit­tet und von dir was bor­gen will.

 

  • Mat­thä­us 5, 43-48 der von der Fein­des­lie­be han­delt.

Mt 5,43

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben« (3.Mose 19,18) und dei­nen Feind has­sen.

Mt 5,44

Ich aber sage euch: Liebt eure Fein­de und bit­tet für die, die euch ver­fol­gen,

Mt 5,45

damit ihr Kin­der seid eures Vaters im Him­mel. Denn er lässt sei­ne Son­ne auf­ge­hen über Böse und Gute und lässt reg­nen über Gerech­te und Unge­rech­te.

Mt 5,46

Denn wenn ihr liebt, die euch lie­ben, was wer­det ihr für Lohn haben? Tun nicht das­sel­be auch die Zöll­ner?

Mt 5,47

Und wenn ihr nur zu euren Brü­dern freund­lich seid, was tut ihr Beson­de­res? Tun nicht das­sel­be auch die Hei­den?

Mt 5,48

Dar­um sollt ihr voll­kom­men sein, wie euer Vater im Him­mel voll­kom­men ist.

Im Vers 43 wird erwähnt, dass gesagt ist im 3. Buch Mose (Levi­ti­kus) 19,18 „Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben“ und dei­ne Fein­de has­sen. Dei­ne Fein­de zu has­sen wird aber nir­gends gebo­ten im Alten Tes­ta­ment. Zum Ver­ständ­nis haben wir das Buch Josua 6, 15-19 gele­sen, in dem es um die Erobe­rung Jeri­cho geht. Eben­falls ist dort geschrie­ben, dass alle aus Jeri­cho zu töten sind bis auf die Hure Rahab. Es gibt noch mehr sol­cher Tex­te im Alten Tes­ta­ment und genau hier­auf zielt ver­mut­lich der Zusatz „und dei­ne Fein­de has­sen“ ab. Da zum Töten der Fein­de Hass vor­aus­ge­setzt wird. Man kann auch dar­über strei­ten ob nicht schon das „Nächs­ten lie­be Gebot“  eigent­lich das Fein­de­lie­be- Gebot mit ein­ge­schlos­sen hat. Jesus sagt aber im Vers 44 und 45 „Liebt eure Fein­de und bit­tet für die, die euch ver­fol­gen, damit ihr Kin­der seid eures Vaters im Him­mel“, denn er lässt auch die Son­ne auf­ge­hen über Böse und Gute und lässt es reg­nen über Gerech­te und Unge­rech­te. Er macht also auch kei­ne Unter­schei­dung zwi­schen den Nächs­ten und den Fein­den.

Im Vers 46 und 47 wird der Lohn­ge­dan­ke auf­ge­grif­fen: Wel­chen Lohnt habt ihr, wenn ihr nur die liebt, die auch euch lie­ben? Das tun ja auch die Zöll­ner. Und nur zu euren Brü­dern freund­lich seid? Das­sel­be tun auch die Hei­den.  => Dann unter­schei­det ihr euch auch nicht von den Zöll­ner und Hei­den.

Vers 48: „Dar­um sollt ihr voll­kom­men sein wie euer Vater im Him­mel voll­kom­men ist.“ Er unter­schei­det näm­lich auch nicht zwi­schen Guten und Bösen.

Bei­de Abschnit­te der heu­ti­gen Sit­zung zie­len also dar­auf ab, ob es nicht viel­leicht eine sinn­vol­le Lösung ist die Gewalt­spi­ra­le zu unter­bre­chen.  Denn man kann Ver­bre­chen nicht ver­hin­dern indem man selbst sol­che Ver­bre­chen ver­übt.

 

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Info:
Ver­an­stal­tun­gen am 31.05. (TUD) ist Beitrag Nr. 5184
Autor:
Martin Pöttner am 5. Juni 2016 um 13:20
Category:
Bergpredigt
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