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TUD)">Ver­an­stal­tun­gen am 10.05. (TUD)

1. Bibel­kun­de

Pro­to­koll vom 10.05.2016 Dora Wer­tag

Das Pro­to­koll der Sit­zung han­delt fort­lau­fend in Bezug auf die Geschich­te der Mose­bü­cher. Die Sit­zung befasst sich mit der Fort­set­zung der Geschichts­bü­cher seit dem Deu­te­ro­no­mi­um und wird zunächst in zwei Tei­le des Alten Tes­ta­ments geglie­dert:

1)Das deu­te­ro­no­mis­ti­sche Geschichts­werk

Das deu­te­ro­no­mis­ti­sche Geschichts­werk kenn­zeich­net in der Bibel­wis­sen­schaft eine theo­lo­gi­sche Redak­ti­on wel­che die Geschichts­bü­cher der Bibel zusam­men­fasst. Die Bücher des deu­te­ro­no­mis­ti­schen Geschichts­wer­kes sind Deu­te­ro­no­mi­um, Josua, Rich­ter, Rut, 1. Samu­el / 2. Samu­el und 1. Köni­ge / 2. Köni­ge.

Moses gibt kurz vor sei­nem Tode die Ver­ant­wor­tung und Lei­tung des Vol­kes Isra­el an Josua ab. Josua führt das unter­drück­te Volk Isra­el aus  Ägyp­ten in das gelob­te Land Kana­an. Moses letz­te Rede impli­ziert den Glau­ben und die treu­en Diens­te an NUR einen Gott. Es han­delt sich dabei um Mono­la­trie, was bedeu­tet, dass nur ein ein­zi­ger Gott an einem Ort, von einem Volk oder Stamm ver­ehrt wird. Dabei wird nicht aus­ge­schlos­sen, dass ande­re Göt­ter exis­tie­ren. Alle wei­te­ren Glau­bens­pra­xen sind jedoch für das Volk Isra­el ethisch unkor­rekt, Got­tes­läs­te­rung oder Sün­de für den Herrn. Nach­dem Josua das Volk im Namen des Herrn nach Kana­an führt teilt sich das israe­li­sche Volk in zwölf Stäm­me. Dies deu­tet auf die zwölf Söh­ne des Jakob. Kri­ti­siert wird am Buch Josua, es sei vol­ler Mili­tär­schlach­ten und Geno­zi­de. Josua miss­fällt dem Herrn, denn er lässt ihn in Ver­ges­sen­heit gera­ten und wider­setzt sich sei­nem Wil­len.

Fort­fol­gend wird Isra­el wel­ches nun  aus zwölf Stäm­men besteht im Rich­ter­buch beschrie­ben. Es fehlt eine herr­schen­de Macht, jeder Stamm lebt nach sei­ner eige­nen Poli­tik, die­se Zeit wird als Rich­ter­zeit beschrie­ben. Sie bestand aus gro­ßen und klei­nen Rich­tern. Die gro­ßen Rich­ter gel­ten als cha­ris­ma­ti­sche Füh­rer, wel­che das Land ver­tei­di­gen. Die klei­nen Rich­ter dien­ten der Jus­tiz.  Das Land ist gesi­chert, muss vor Fein­den geschützt wer­den. Das Rich­ter­buch erzählt eben­so von einer wich­ti­gen weib­li­chen Rich­ter­rol­le namens Debo­ra, wel­che sich im Kampf gegen den Haupt­mann des Königs Jabin von Hazor als Sie­ge­rin her­aus­stellt.

Ein weni­ger betrach­te­tes Buch, wel­ches den­noch rele­vant ist und in der Zeit der Rich­ter­zeit han­delt, ist das Buch Rut. Es wider­legt die Annah­me, dass man in einer gene­ra­ti­ven Fol­ge ste­cken muss um einen bestimm­ten Gott zu ver­eh­ren. Ein Bei­spiel dafür sind im Buch Rut die Frau­en aus Moab, wel­che den israe­li­schen Gott ver­eh­ren.  Wei­te­re Annah­men fin­den sich auch im Buch Esra. Die­se wider­le­gen Lukas Bor­manns The­se Reli­gi­on sei Ort und Eltern­ab­hän­gig.

Den Büchern Samu­el 1. und 2. Ent­springt der ers­te König Isra­els. Im Buch Samu­el 1.wird der Pro­phet Samu­el vom Herrn aus­er­wählt um den König zu fin­den. Zur glei­chen Zeit ver­liert der Vater Sauls sein Vieh und schickt den Sohn los um es aus­fin­dig zu machen. Der Pro­phet erkennt Saul als neu­en König und salbt die­sen. Ein König wur­de gesalbt, der Kopf wird ein­ge­salbt; mit Sal­be ein­ge­rie­ben, wenn er zum König ernannt wird. Samu­el lei­det unter depres­si­ven Ver­stim­mun­gen und trifft auf den Musi­ker David. David der Hir­ten­kna­be kann die geis­ti­gen Ver­stim­mun­gen des König Samu­els durch sein Musi­zie­ren lin­dern und ihn durch sei­ne musi­ka­li­schen Klän­ge auf­hei­tern. Im spä­te­ren Ver­lauf gera­ten Samu­el und David in einen Kon­flikt. Samu­el ernennt David zum König, weil die­ser Goli­ath mit einer Zwil­le getö­tet hat, gutes voll­bracht hat und als wah­rer König Isra­els betrach­tet wird. So wird letzt­end­lich David zum ech­ten ers­ten König Isra­els. Es herrscht eine gro­ße Ver­bun­den­heit im Juden­tum zu David, da die­ser als Musi­ker und Strei­cher der ers­te König des dar­auf­hin soge­nann­ten „davi­di­schen Groß­reichs“ wird, er ver­grö­ßert das Reich, aber auch David ist fehl­sam und miss­fällt dem Herrn.

Im Buch Samu­el 2. wird David zum König gesalbt. Sei­ne Herr­schaft und sei­ne Krie­ge ver­wei­sen auf die ers­ten Ent­ste­hungs­an­sät­ze eines Staa­tes. David  ist zu Hau­se wäh­rend sei­ne Trup­pen durch das Land zie­hen, er bemerkt von sei­nem Dach aus eine jun­ge Dame eines jesui­ti­schen Söld­ners. Ihrem Anblick und Wesen kann der König nicht wie­der­ste­hen. David lässt sei­ne könig­li­chen Mäch­te spie­len und lockt den Söld­ner in eine Fal­le, durch wel­che der Söld­ner töd­lich ver­un­glückt. Spä­ter hei­ra­tet David die Frau des Söld­ners namens Batse­ba. Der Herr sieht dies als eine gro­ße Sün­de und schickt Natan den Pro­phe­ten los. David ist ein gerech­ter König. Natan erzählt Davi­de eine Para­bel, ein Gleich­nis, in dem einem armen Mann, sein ein­zi­ge Schaf genom­men wird. Als David die Tat als unge­recht ansieht wird er vom Pro­phet Natan ins Gericht gezo­gen. Er habe in Bezug auf den Söld­ner und sei­ne Frau Batse­ba gleich gehan­delt und sei­ne Macht spie­len las­sen, um die Frau des Söld­ners zu ergat­tern. Der Herr ver­gibt ihm, jedoch nicht ohne Fol­gen. Er nimmt David und Batse­ba den ers­ten Sohn. Selbst nach die­sem Ver­lust ver­liert David nicht die Hoff­nung an Gott. David und Batse­ba zeu­gen wei­te­re Kin­der. Nach hef­ti­gen Riva­len­kämp­fen zwi­schen den Söh­nen David und Batse­ba wird Salo­mon, der zwei­te Sohn Davids nach 40 Jäh­ri­ger Herr­schaft der Nach­fol­ger des Königs.

Das 1. Königs­buch han­delt von Salo­mos Herr­schaft. Salo­mo als neu­er König ist sehr bedacht und wei­se. Im Streit zwei­er Frau­en um die Mut­ter­schaft des Kin­des, wird Salo­mo um Rat gebe­ten. Er beob­ach­tet das Streit­spiel eine Wei­le und äußert dar­auf hin, wür­den sich die bei­den Frau­en nicht einig wer­den, so las­se er das Kind in zwei tei­len. Dar­auf­hin ant­wor­te­te die wah­re Mut­ter des Kin­des, die ande­re Frau kön­ne das Kind behal­ten denn das Leben ihres Kin­des sei ihr wich­ti­ger. Salo­mo bringt den Frie­den. Er erbaut einen Tem­pel, der den Herrn sehr erfreut, jedoch baut Salo­mo nicht nur einen Tem­pel für sei­nen Gott, son­dern auch Tem­pel für frem­de Göt­ter bezüg­lich sei­ner gelieb­ten Frau­en. Das Recht meh­re­re Frau­en gleich­zei­tig zu lie­ben ver­stößt gegen das Königs­ge­setz. Sei­ne Frau­en nicht aus Isra­el, was nicht bedeu­ten muss, dass sie aus einem ande­ren Land kom­men son­dern, dass sie einen ande­ren Gott ver­eh­ren.  Gera­de im Buch Salo­mo scheint es so als ob die Frau­en aus einem afri­ka­ni­schen König­tum kom­men, dann ist es nicht wich­tig ob sie fremd­län­disch sind, son­dern ob sie der glei­chen Reli­gi­on ange­hö­ren. Die Span­nung im Buch han­delt vor allem von ande­ren Göt­tern und Göt­tin­nen, außer­dem bil­det sich anfäng­lich ein orga­ni­sier­ter Staat. Die Israe­li­ten schaf­fen es nicht nur den einen Gott zu ver­eh­ren, der sie aus Ägyp­ten raus geführt hat, son­dern sie ver­eh­ren auch ande­re Göt­ter. Das führt zu Kata­stro­phen und zur Spal­tung des König­rei­ches; dies wird vor allem dar­auf zurück geführt, dass Salo­mons Frau­en nicht nur den einen Gott lie­ben, die­se Tat miss­fällt dem Her­ren so sehr, dass er das Reich in Nord und Süd­reich spal­tet. Des Wei­te­ren wur­de Salo­mons Tem­pel in Baby­lon 586 v Chr. zer­stört.  Die Hei­lig­tü­mer der Israe­li­ten sind aus dem Tem­pel ver­schwun­den. Den Geschich­ten zu Fol­ge soll der gro­ße Schatz, das Hei­lig­tum im Vati­kan unter­ge­bracht wor­den sein. Unter der Macht Salo­mos Soh­nes bricht das „davi­di­sche König­reich“ end­gül­tig zusam­men.

2)Das chro­nis­ti­sche Geschichts­werk

Bei den chro­nis­ti­schen Geschichts­bü­chern ist es wich­tig, dass alle Bücher vom sel­ben Ver­fas­ser, oder aber von der­sel­ben Ver­fas­ser­schaft geschrie­ben sind. Es han­delt sich also um eine zusam­men­hän­gen­de Geschichts­dar­stel­lung. Es umfasst die bei­den Chro­nik­bü­cher sowie die Bücher Esra und Nehemia und Ester. Die Samm­lungs­pro­zes­se die­ser Tex­te haben im Tem­pel Jeru­sa­lems begon­nen. Hier wird betont Esra war nicht nur Schrift­ge­lehr­ter, son­dern auch Pries­ter. Im chro­nis­ti­schen Geschichts­werk wird die Gegend auf­grund des Sie­ges der Per­ser von ihnen beherrscht. Eine Kar­te der Bibel­kun­de zeigt ein­ge­zeich­net die domi­nie­ren­de per­si­sche Pro­vinz, durch die­se Domi­nanz ent­steht ein Modell wel­ches erklärt wie die Bibel im Juden und Chris­ten­tum behan­delt wird.  Man beginnt Tex­te für das Aner­ken­nungs­recht von Reli­gio­nen und Rech­ten zusam­men zu füh­ren und fügt sich einer sitt­li­chen Tra­di­ti­on. Im Hag­gai­buch wur­den Tex­te zur Selbst­ver­wal­tung ver­wen­det.

Es gibt bestehen­de Kon­flik­te im chro­nis­ti­schen Geschichts­werk. Die Bücher Esra und Nehemia die erst­mals zusam­men gehört haben, wur­den in der spä­te­ren Zeit getrennt. Sie sind his­to­risch von gro­ßer Bedeu­tung, da sie die ein­zi­gen Bücher der nach exi­li­schen Zeit sind. Es geht um ethi­sche Fra­gen der Misch­ehen, um wirt­schaft­li­che Pro­ble­me. Auch die inner­struk­tu­rel­len Kon­flik­te Jeru­sa­lems wer­den dar­ge­stellt.

In Esra und Sach­ar­ja gab es eine säku­lar­ähn­li­che Dop­pel­struk­tur: Der Bür­ger zahlt sei­ne Steu­ern an die herr­schen­de Groß­macht und ist dadurch reli­gi­ös ent­schei­dungs­frei. Die Welt­mäch­te über­las­sen dem Volk eine Ent­schei­dungs­au­to­no­mie auf­grund der reli­giö­sen Samm­lun­gen.

Das Buch Esther gehört zu den Büchern, wel­che im Juden­tum zu beson­de­ren Anläs­sen gele­sen wer­den. Das Buch han­delt vom Mut einer jüdi­schen Köni­gin, wel­che das gesam­te jüdi­sche Reich geret­tet hat.

 

 

 

 

 

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Ver­an­stal­tun­gen am 10.05. (TUD) ist Beitrag Nr. 5126
Autor:
Martin Pöttner am 16. Mai 2016 um 09:10
Category:
Bibelkunde
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