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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD) am 03.05.">Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt (TUD) am 03.05.

Zusam­men­fas­sung von Eli­sa Schnei­der:

 

Die­se Sit­zung befass­te sich mit den fol­gen­den Ver­sen:

 

Mat­thä­us-Evan­ge­li­um:

Mt 5,13

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz sei­nen Geschmack ver­liert, womit kann man es wie­der sal­zig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weg­ge­wor­fen und von den Leu­ten zer­tre­ten.

 

Mt 5,14

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht ver­bor­gen blei­ben.

 

Mt 5,15

Man zün­det auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß dar­über, son­dern man stellt es auf den Leuch­ter; dann leuch­tet es allen im Haus.

 

Mt 5,16

So soll euer Licht vor den Men­schen leuch­ten, damit sie eure guten Wer­ke sehen und euren Vater im Him­mel prei­sen.

 

In der Unter­richts­stun­de am 03.05.16, Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten: Die Berg­pre­digt beginnt Herr Pött­ner mit einer kur­zen Wie­der­ho­lung der Bedeu­tung der Ver­se 5,11 und 5,12, die letz­te Sit­zung behan­delt wur­den.

Er erläu­tert, dass die Pro­phe­ten Figu­ren sind, die gegen­über dem Volk oft kri­ti­sche Aus­sa­gen gemacht hat­ten und daher ange­fein­det wur­den. Die Anspie­lung auf das Schick­sal der ver­folg­ten Anhän­ger Jesu bezie­hen sich eben­so auf das Schick­sal der Pro­phe­ten.

Die ers­te Fra­ge, die Herr Pött­ner dem Ple­num stell­te, bezog sich auf die zuvor genann­te Ver­fol­gung und den Zusam­men­hang der Ver­se 5,3 – 5,12 und den fol­gen­den Ver­sen 5,13 – 5,16. Dabei war es wich­tig die Ver­se 5,3 – 5,12 noch­mals kurz for­mal zu betrach­ten und zu unter­schei­den. Die Ver­se 3-10 sind im Ver­gleich all­ge­mein auf die Men­schen bezo­gen, wobei in den letz­ten bei­den Ver­sen die Men­schen per­sön­lich ange­spro­chen wer­den, somit ist ein Art Rhyth­mus in den Selig­prei­sun­gen geän­dert wor­den. Mit die­ser per­sön­li­chen Anre­de geht es dann im Fol­gen­den wei­ter.

Der Begriff und die Rele­vanz von Salz wur­den in der Semi­nar­run­de erläu­tert, um die eigent­lich Wich­tig­keit deut­lich zu machen.

Herr Pött­ner frag­te: „Was heißt, ihr seid das Salz der Erde?“

Die Semi­nar­teil­neh­mer kamen zu der Erkennt­nis, dass es sich um eine Meta­pher han­delt. Die Sanft­mü­ti­gen wer­den die Erde erben. Die Men­schen sind das Salz, dadurch wird die Erde schmack­haft. Salz war zu jener Zeit über­aus kost­bar und gab dem Essen eine wohl­schme­cken­de Note.

Was wür­de pas­sier­ten, wenn das Salz nicht da wäre?“ oder

Was wäre, wenn das Salz töricht wäre?“, waren wei­te­re Fra­gen, die der Dozent ins Ple­num stell­te.

Die­se Fra­gen führ­ten zu wei­te­ren Erkennt­nis­sen, wel­che die Semi­nar­teil­neh­mer reflek­tier­ten. Wenn das Salz in sei­ne Gegen­tei­le ver­fällt, dann ist es nur noch von Nut­zen von den Leu­ten zer­tre­ten zu wer­den, denn es ist wert­los. Daher ist es eine not­wen­di­ge Auf­ga­be der Men­schen die Erde als ein kost­ba­res Gut zu behan­deln und sie schmack­haft und kost­bar zu erhal­ten. Jesus über­mit­tel­te so eine wich­ti­ge Bot­schaft, dem­nach dem Volk das Ver­ste­hen und die Erkennt­nis ihrer Auf­ga­ben ver­ständ­lich gemacht wur­de.

 

Dar­auf­hin wur­de Vers 14 behan­delt (Vers 5,14: Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht ver­bor­gen blei­ben)

 

In die­sem Vers wird das Licht the­ma­ti­siert und die Fra­ge gestellt: „Wie steht es in Ver­bin­dung mit dem Salz?“

Es lässt sich fest­hal­ten, dass eine wich­ti­ge Par­al­le­le zwi­schen Salz und Licht besteht. Salz und Licht waren essen­zi­el­le Din­ge der dama­li­gen Zeit und sind es auch heu­te noch.

Ohne Licht kann auf der Erde nichts gedei­hen, die Men­schen kön­nen nicht mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Eine Stadt könn­te von Wei­tem nicht für ande­re Men­schen sicht­bar wer­den. Dar­über­hin­aus bleibt fest­zu­hal­ten, dass ohne das wich­ti­ge Nah­rungs­mit­tel Salz das Essen nicht schmack­haft wäre.

Ihr seid das Salz der Erde.“

Ihr seid das Licht der Welt.“

Die­se Aus­sa­gen wer­den auf­ein­an­der über­tra­gen, der Zusam­men­hang von Nah­rung und Kom­mu­ni­ka­ti­on wird dar­ge­stellt.

 

Der Vers 5,14 – 15 bringt zum Aus­druck, dass das Licht nicht ver­lö­schen kann. Es ist daher eine Lob­prei­sung als das Licht der Welt oder auch als das Salz bezeich­net zu wer­den, das nie­mals erlischt oder ver­geht. Die Bot­schaft Jesu war somit eine Hoch­schät­zung an das Volk, um so die Not­wen­dig­keit ihres Seins zu ver­deut­li­chen.

 

Der abschlie­ßen­de Vers von ‚Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt‘

Mt: 5,16:

So soll euer Licht vor den Men­schen leuch­ten, damit sie eure guten Wer­ke sehen und euren Vater im Him­mel prei­sen.

 

Hier stel­len die Taten der Men­schen das Licht dar, die durch den rech­ten Glau­ben an Gott ent­ste­hen. Durch die guten Taten und der Einig­keit mit dem Wort Jesu soll dem Vater im Him­mel eben­so die Bedeu­tung des Lichts zukom­men.

Herr Pött­ner bemerkt, dass im Johan­nes-Evan­ge­li­um Jesus das Licht der Welt ist und im Mat­thä­us-Evan­ge­li­um sind die Jün­ger und das Volk das Licht der Welt. Dar­auf­hin ver­gli­chen die Semi­nar­teil­neh­mer zusam­men die Ver­se und ana­ly­sier­ten deren Unter­schie­de.

 

Johan­nes-Evan­ge­li­um: 8,12

Als Jesus ein ander­mal zu ihnen rede­te, sag­te er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nach­folgt, wird nicht in der Fins­ter­nis umher­ge­hen, son­dern wird das Licht des Lebens haben.

 

Der Johan­nes-Pro­log nimmt alle wesent­li­chen The­men des Johan­nes-Evan­ge­li­um auf und eben auch die The­ma­tik des Lichts. Das Johan­nes-Evan­ge­li­um unter­schei­det sich stark von den ande­ren Evan­ge­li­en und stellt Jesus über­wie­gend in den Vor­der­grund, weil er die Erlö­ser­fi­gur dar­stellt. Im Mat­thä­us-Evan­ge­li­um ste­hen die Men­schen, das Volk im Vor­der­grund.

Es lässt sich zusam­men­fas­sen, dass es in der christ­li­chen Reli­gi­on üblich war, ver­schie­de­ne Ele­men­te zusam­men­zu­brin­gen, die nor­ma­ler­wei­se im All­tag nicht zusam­men­ge­bracht wur­den. Auf die­se Wei­se wur­den sie auf meta­pho­ri­sche Wei­se betont und auf die Men­schen über­tra­gen. Daher ist die Salz-Meta­pher so wich­tig, weil aus einem Gegen­stand des gewöhn­li­chen Lebens eine reli­giö­se Meta­pher gemacht wur­de.

 

Es gilt noch hin­zu­zu­fü­gen, dass dem Begriff Cap­tatio ben­evo­len­tiae’ eine Bedeu­tung zukommt, die rele­vant bei der Betrach­tung der Bibel­ver­se ist. Cap­tatio ben­evo­len­tiaeist ein rhe­to­ri­sches Stil­mit­tel, bei dem der Autor oder deren Stim­me sich mit schmei­cheln­den Wor­ten an die Hörer wen­det, damit das Gespro­che­ne wohl­wol­lend ange­nom­men wird. Bezieht man das auf die Aus­sa­gen „Ihr seid das Salz der Erde“ „Ihr seid das Licht der Welt“, die von Jesus an das Volk gerich­tet war, so kann man den Ver­gleich zie­hen, dass sich Jesus die­ses rhe­to­ri­schen Mit­tels bedien­te, indem er das Volk stark lob­te. Denn es heißt er sei ein guter Red­ner und Gelehr­ter gewe­sen. Die Hörer wur­den wohl­wol­lend gestimmt und auf eine bestimm­te Ebe­ne gebracht, es wur­de sozu­sa­gen das Wohl­wol­len des Publi­kums erzeugt und ergrif­fen. Das wird aber in den fol­gen­den Ver­sen 5,17 – 5,20 noch deut­li­cher, die dann in der nächs­ten Sit­zung the­ma­ti­siert wer­den.

« Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments II – Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt (TUD) am 03.05. »

Info:
Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt (TUD) am 03.05. ist Beitrag Nr. 5099
Autor:
Martin Pöttner am 7. Mai 2016 um 09:47
Category:
Bergpredigt,Einfünrung in die Exegese und Hermeneutik
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