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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Dik­ta­tur?

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Bei der Pres­se­kon­fe­renz der AfD in Ber­lin am Mon­tag fiel eine inter­es­san­te Fest­le­gung: Der Islam gehö­re nicht zu Deutsch­land, wohl aber mus­li­mi­sche Men­schen, so der baden­würt­tem­ber­gi­sche Spit­zen­kan­di­dat, assis­tiert von Frau Petry. Der Bun­des­prä­si­dent Gauck hat­te, nach der Posi­ti­on sei­nes Vor­gän­gers Wulff gefragt, ähn­lich geant­wor­tet. Dar­über ist die Dis­kus­si­on längst hin­weg­ge­gan­gen und den Mus­li­men wird auch in von der CDU regier­ten Län­dern ange­bo­ten, sich als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts zu orga­ni­sie­ren, was z. B. die Ertei­lung von Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len bedeu­ten wür­de. Dies ent­spricht dem Grund­ge­setz. Denn mus­li­mi­sche Men­schen haben eine Reli­gi­on und das ist tat­säch­lich – „der Islam“ in sei­nen ver­schie­de­nen Dif­fe­ren­zie­run­gen hier in Deutsch­land. Soll­te der Islam also nicht zu Deutsch­land gehö­ren, müss­te den mus­li­mi­schen Men­schen die Reli­gi­ons­frei­heit ent­zo­gen wer­den, was Herr Meu­then aus­schloss.

Also eine Nicht-Posi­ti­on, wie vie­les in der AfD. Viel­leicht bringt der Pro­gramm­pro­zess irgend­ei­ne Klar­heit zustan­de.

Für die CDU ist das nicht unge­fähr­lich, weil die AfD eine gan­ze Rei­he von Posi­tio­nen ent­wi­ckeln könn­te, die frü­her in der Vor-Mer­kel-Ära en vogue waren:

  • Kon­ser­va­ti­ves Fami­li­en­bild, wozu hier die durch Frau Petry ver­tre­te­ne Fer­ti­li­tät tritt, die sich so wohl­tu­end von der­je­ni­gen von Frau Mer­kel abhebt.
  • Nur hete­ro­se­xu­el­le Prak­ti­ken sind legi­tim.
  • Rück­kehr zur DM!
  • Der Kli­ma­wan­del ist eine Erfin­dung.
  • Rück­kehr zur Kern­ener­gie!
  • Ver­schäm­ter Anti­se­mi­tis­mus …
  • Kei­ne Zuwan­de­rung mehr, eige­ne Kin­der zeu­gen!

Wir dür­fen also gespannt sein, ob wäh­rend des Pro­gramm­par­tei­tags der AfD hier auf­schluss­rei­che Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den.

 

Poli­tisch wen­det sich die AfD dage­gen, dass vie­le poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen als „alter­na­tiv­los“ ange­se­hen wer­den, wor­in Mer­kel That­cher gefolgt ist: „The­re is no alter­na­ti­ve!“ Der Par­tei­na­me Alter­na­ti­ve für Deutsch­land ist ent­spre­chend aus­ge­wählt. Vie­les wur­de in den Medi­en, aber auch im Par­la­ment nicht aus­rei­chend dis­ku­tiert, wofür die Bezeich­nung Post­de­mo­kra­tie gefun­den wur­de. Das gilt für Blair, Schrö­der und Mer­kel. Mer­kel hat auf die­se post­de­mo­kra­ti­sche Wei­se die CDU eher in die lin­ke Mit­te ver­scho­ben, sozi­al­po­li­tisch, ener­gie­po­li­tisch und frau­en­po­li­tisch. Und nun scheint sie eine Dik­ta­tur in Bezug auf die Flücht­lings­fra­ge aus­zu­üben, was man/frau bei einer Frank­fur­ter CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten, aber auch Sympathisant/inn/en der AfD z. B. auf Twit­ter lesen kann.

Mer­kel ist frei­lich durch die drei Land­tags­wah­len legi­ti­miert wor­den. In der Tat hat die CDU ver­lo­ren, am sicht­bars­ten in Baden-Würt­tem­berg. Aber die Posi­ti­on Mer­kels in der Flücht­lings­fra­ge teilt den­noch eine kla­re Mehr­heit in der Bevöl­ke­rung. Wahr­schein­lich sind es zwei Drit­tel.

Vgl. auch den Arti­kel von Ulri­ke Gué­rot:

What Ger­man poli­tics at lar­ge will make of this is unclear. Alt­hough the esta­blished par­ties tried to play down the results, some­thing qui­te fun­da­men­tal seems to have chan­ged in over the wee­kend. With an unknown out­co­me for the regio­nal coali­ti­ons in the month to come, and with Ger­ma­ny hea­ding towards the 2017 natio­nal elec­tions in fret­ful times for Euro­pe, what is clear is that Ger­man poli­tics has a new face: Frau­ke Petry, 40 years young, smart, pret­ty, often in short skirts on TV, and a mother of four. Hers is not a face that will go away any time soon.

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Info:
Dik­ta­tur? ist Beitrag Nr. 4965
Autor:
Martin Pöttner am 16. März 2016 um 12:02
Category:
Menschenrechte
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