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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Hilft uns die Digiso­phie? Eine aktu­el­le Anmer­kung

Die gegen­wär­ti­ge Zeit Ende Febru­ar 2016 ist eine Zeit des Ver­lus­tes von unre­flek­tier­ten Gewohn­hei­ten und Ein­stel­lun­gen. Wer ein nai­ves Auf­klä­rungs­ver­ständ­nis hat, kann heu­te z. B. von einer Auf­klä­rung 2.0 o. Ä. über­rascht wer­den, in der angeb­lich vie­le Pro­ble­me obso­let oder gelöst sei­en – und es das Pro­blem der indi­vi­du­el­len Selbst­be­stim­mung nicht mehr gebe, da wir uns digi­tal „Big Data“ unter­ge­ord­net hät­ten. Ob ich zu dem mehr­fach erwähn­ten Datum 2050 noch lebe, mag sein, aber wenn nicht, wer­de ich wei­ter dazu bei­tra­gen zu ver­su­chen, um das zu ver­hin­dern. Denn mei­ne Kin­der sol­len sich selbst bestim­men kön­nen. Ich habe lan­ge gehofft, dass sich die Ide­en von Kant bis Haber­mas durch die digi­ta­le Revo­lu­ti­on begüns­ti­gen lie­ßen, weil die Betei­li­gung aller Men­schen tech­nisch leich­ter mög­lich wäre.  Aber Goog­le und face­book, dazu NSA und GCHQ sind bis­her die Sieger/innen. Das neue Sys­tem heißt Digiso­phie, es ist unge­fähr so mit Phi­lo­so­phie ver­traut wie die Neu­ro­phi­lo­so­phie. Offen­bar gibt Goog­le zu die­sen Fra­gen zu wenig her – oder die Suche ist unüber­sicht­lich gewor­den bzw. es   ist zu viel eige­ne Gedan­ken­ar­beit erfor­der­lich.

Tat­säch­lich sind heu­te phi­lo­so­phi­sche Dis­kur­se nicht sel­ten durch das Flücht­lings­the­ma bestimmt, wel­ches Deutsch­land und ganz Euro­pa vor gro­ße Fra­gen stellt. Dabei kön­nen auch Vor­schlä­ge der Auf­klä­rung nach Kant fort­ge­schrie­ben wer­den wie bei Ulri­ke Gué­rot und Robert Men­as­se. Es han­delt sich um einen krea­ti­ven Ver­such, euro­pä­isch posi­tiv mit der Tat­sa­che umzu­ge­hen, dass es unwahr­schein­lich erscheint,  es gäbe eine Rück­kehr zu einem Zeit­punkt vor der Ent­schei­dung der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin und des öster­rei­chi­schen Bun­des­kanz­lers. Das ent­sprä­che auch der Ach­tung der Men­schen­rech­te, die wir Vor-Digiso­phie-Phi­lo­so­phen z. B. mit den Ide­en in Zum ewi­gen Frie­den zusam­men­brin­gen.

Die Kanz­le­rin lässt sich heu­te Abend bei Anne Will sehen, wohl auch um dem gro­tes­ken Dis­kurs etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Ich den­ke, dass ihr klar ist, man­che frü­he­re Gegner/innen stimm­ten in die­ser Fra­ge stär­ker mit ihr über­ein als bekann­te Par­tei­mit­glie­der. Ein abschre­cken­des Bei­spiel:

Mat­thi­as Hau­er (@MatthiasHauer) twit­ter­te um 3:25 PM on Sa., Feb 27, 2016:
Angst ist ein schlech­ter Rat­ge­ber – und @SteinbachErika scheint viel davon zu haben. Zum Kopf­schüt­teln … https://t.co/3jAXmeErKG
(https://twitter.com/MatthiasHauer/status/703601971127820288?s=02)

 

Die Angst in der Uni­on herrscht vor allem vor der AfD. Das ist auf unse­re Demo­kra­tie bezo­gen unbe­rech­tigt, denn im Wes­ten wer­den sie nicht über 20 %  kom­men, was nach sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en sehr wahr­schein­lich ist (z. B. Heit­mey­er, Uni Bie­le­feld). Ein Freund aus der Bür­ger­be­we­gung schätzt auf­grund eige­ner Anschau­ung, dass es im Osten 30 % sein könn­ten. Das ist aber noch kein Demo­kra­tie­pro­blem. Es ist nur eines für Uni­on und SPD. Wün­schens­wert wäre es, wenn die Debat­te dadurch the­men­zen­trier­ter und weni­ger par­tei­ori­en­tiert wür­de. Es gehört zu den iro­ni­schen Aspek­ten der Situa­ti­on, dass die Grü­nen in Baden-Würt­tem­berg eher der Posi­ti­on Mer­kels zustim­men und die ört­li­che Uni­on u. a. des­we­gen vor einer emp­find­li­chen Nie­der­la­ge steht. Dies mag ein Bei­spiel für das­je­ni­ge sein, was ich mit „the­men­zen­triert“ mei­ne.

 

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Info:
Hilft uns die Digiso­phie? Eine aktu­el­le Anmer­kung ist Beitrag Nr. 4933
Autor:
Martin Pöttner am 28. Februar 2016 um 15:04
Category:
Menschenrechte
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