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Eli­as Canet­ti, Mas­se und Macht

Inner­halb der Kapi­tel „Meu­te und Reli­gi­on“ (147ff) und „Mas­se und Geschich­te“ (195ff) gibt es Zusam­men­hän­ge, die auf einen sinn­vol­len Plan des Buches schlie­ßen las­sen kön­nen.

149 führt Canet­ti ein, dass die Meu­ten zwar kon­stant sei­en, aber etwas „Flie­ßen­des“ hät­ten und zum Über­ge­hen neig­ten. Das wird an der Jagd­meu­te ange­deu­tet, die schnell zur Kla­ge­meu­te wer­den kann. Dazu kommt das für den spä­te­ren Text wesent­li­che Motiv des Umschlags zur Ver­meh­rungs­meu­te. Die Über­le­gun­gen zu den Welt­re­li­gio­nen stel­len eine Ver­mitt­lungs­stu­fe zu „Mas­se und Geschich­te“ dar.

Mit den Stu­di­en von Mary Dou­glas beginnt er. Zwei Moti­ve, die spä­ter wich­tig wer­den, wer­den hier in einer Stam­mes­ge­sell­schaft unter­sucht: Wald und Jagd. Hier bei den Lele ist eine Jagd­re­li­gi­on fest­zu­stel­len. Dann die Jiva­ros, hier geht es um Kriegs­beu­te. Bei den Pue­b­lo-India­nern um Regen­tän­ze, die Ver­meh­rungs­tän­ze sein sol­len. Das lässt das Ver­hält­nis der Mas­sen Ahnen, Kin­der und Mais erschlie­ßen, wel­ches vom Regen abhängt.

Dann wer­den Sie­ges­fes­te erör­tert, wobei der ers­te Tote für Krie­ge wich­tig sein soll. Hier inter­es­siert er sich für das Ent­ste­hen einer staat­li­chen Kriegs­re­li­gi­on.

Das wird dann am Islam durch­zu­spie­len ver­sucht, ergän­zend wer­den die selbst­ver­let­zen­den Ritua­le der Schia dar­ge­stellt.

Die­se fällt wie das Chris­ten­tum unter den Begriff der Kla­ge­re­li­gon. Dabei ist das Schick­sal von Mär­ty­rern zen­tral.

Das Mas­sen­phä­no­men wird stark am Katho­li­zis­mus beob­ach­tet, wobei Lang­sam­keit und Ruhe im Vor­der­grund ste­hen.

Am Oster­feu­er in der Gra­bes­kir­che wird der Zusam­men­hang von Feu­er und Mas­sen­bil­dung beob­ach­tet.

 

Der zwei­te Teil „Mas­se und Geschich­te“ ver­sucht das nun zur Anwen­dung zu brin­gen, indem er in die Zeit der Natio­nen über­geht, wobei er Sym­bo­le und Mas­sen mit­ein­an­der ver­bin­det. Er ver­gleicht die Natio­nen mit den Reli­gio­nen. Durch die­se Ana­lo­gie hängt vie­les zusam­men.

Eng­län­der: Meer (Insel)

Hol­län­der: Meer (Deich)

Deut­sche: Wald

Fran­zo­sen: Revo­lu­ti­on

Schwei­zer: Ber­ge

Spa­ni­er: Mata­dor

Ita­lie­ner: ?

Juden: Aus­zug aus Ägyp­ten, zer­fal­len­de Mas­se

Die Kata­stro­phe ver­sucht er durch eine Kom­bi­na­ti­on von Ver­sailles und Infla­ti­on zu erhel­len, dabei greift er auf das Sym­bol Schatz zurück. Die Deut­schen wur­den dadurch ernied­rigt. Und man brauch­te ein Objekt, das noch nied­ri­ger ange­sie­delt wer­den konn­te: die Juden, die bekannt­lich mit dem Geld ver­bun­den waren.

 

Der Par­la­men­ta­ris­mus wird am eng­li­schen Sys­tem dar­ge­legt, offen­bar eine Art von zivi­li­sier­tem Kriegs­spiel, wäh­rend Kapi­ta­lis­mus und Sozia­lis­mus Vari­an­ten der Ver­meh­rungs­meu­te sind.

Was die Selbst­zer­stö­rung der Xosas besa­gen soll, ist schwer ver­ständ­lich.

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Info:
Eli­as Canet­ti, Mas­se und Macht ist Beitrag Nr. 4927
Autor:
Martin Pöttner am 25. Februar 2016 um 19:36
Category:
Kultur
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