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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Veranstaltungen in Darmstadt am 02. Februar

1               Ex 32 und Jes 42,1-4

Kri­tisch wur­de zur Zusam­men­fas­sung von Mt 25 ange­merkt, dass nur die Ergeb­nis­se, aber nicht der Dis­kus­si­ons­pro­zess dar­ge­stellt wor­den sei/en.

Die Sit­zung befass­te sich mit der Sto­ry vom Gol­de­nen Kalb und dem Got­tes­bild, das in ihr kom­mu­ni­ziert wird – und die Ver­än­de­rung des Bil­des Got­tes, das sich dann in Jes 42 zeigt.

Die Über­set­zung von אֱלֹהִ֗ים (elo­him) mit „Göt­ter“ ist irre­füh­rend, aber sprach­lich immer­hin mög­lich. Tat­säch­lich wird der Gott Isra­els (יְהוָ֣ה [jhwh]) expli­zit gemeint, wie z. B. 32,4f beweist. Wir erkann­ten, dass das Bil­der­ver­bot aus Ex 20,2ff ver­letzt ist, der Gott Isra­els wird als Tier dar­ge­stellt. Ein Kalb ist noch kein Stier wie bei der „Sün­de Jero­beams“ (1Kön 13,36). Den­noch wird die­ser Aspekt im Nord­reich gele­gent­lich mit Ex 32 in Ver­bin­dung gebracht (vgl. auch die Argu­men­te im WiBiLex-Arti­kel). Jeden­falls wird das aus Ägyp­ten mit­ge­brach­te Gold dazu benutzt, um die­ses Kalb oder die­sen jun­gen Stier­bul­len zu gie­ßen.

Die­se Got­tes­dar­stel­lung wird ver­ehrt – und der Zorn Got­tes ent­brennt. Mose ver­sucht Gott zu mäßi­gen und sieht die Tötung von 3.000 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen durch Levi­ten vor. Den­noch schafft Gott es, dass fak­tisch nie­mand von den Aus­ge­zo­ge­nen in das „Gelob­te Land“ ein­zieht.

In Jes 42 begeg­nen wir einem ver­än­der­ten Gott. Er lässt sei­nen Knecht bzw. bes­ser Skla­ven ganz gewalt­los und still das Recht u. a. auf den Inseln (Grie­chen­land) ver­brei­ten. Gott kann war­ten. Offen­bar wird die Rea­li­tät als Pro­zess ver­stan­den. Im Juden­tum hat sich also das Got­tes­bild ver­än­dert – nicht erst im Chris­ten­tum.

 

 

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Info:
Veranstaltungen in Darmstadt am 02. Februar ist Beitrag Nr. 4872
Autor:
Martin Pöttner am 3. Februar 2016 um 12:42
Category:
Die Bedeutung des Alten Testaments für das Neue Testament
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