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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


DA und HD">Ver­an­stal­tun­gen am 09. und 10.11. in DA und HD

3. Die Bedeu­tung des AT für das NT (TUD)

Pro­to­kol­lan­tin: Tina Myles

 

Die The­men der Semi­nar­stun­de sind 1Kor 11,3-10; Gal 3,26-28; Röm 1,23; 8,29.

Zu Beginn des Semi­nars fragt der Dozent, ob es Rück­fra­gen zum letz­ten Pro­to­koll gibt. Da es kei­ne Rück­fra­gen zur letz­ten Semi­nar­sit­zung gibt, stei­gen wir mit der Fra­ge ein, wie die Semi­nar­teil­neh­mer die Prä­ka­no­ni­sche Edi­ti­on ver­stan­den haben – beson­ders in Bezug auf das Bil­der­ver­ständ­nis im Alten und Neu­en Tes­ta­ment.

Zunächst wird ein kur­zer Exkurs zu der Ent­ste­hungs­zeit des Alten bzw. Neu­en Tes­ta­ments gege­ben.

Danach wird mit dem Erklä­rungs­an­satz des I. Korin­ther 11,3 – 10 begon­nen.
Hier wird die Unter­ord­nung der Frau beschrie­ben und die damit ein­her­ge­hen­de Ver­schleie­rung ihres Haupts wäh­rend des Got­tes­diens­tes (s. wei­ter unten).
Somit igno­riert Pau­lus Gen 1,26-28, in dem geschrie­ben steht, dass Gott den Men­schen schuf zu sei­nem Bil­de, wonach eine Sym­me­trie der Geschlech­ter besteht.
Es lässt sich dar­aus schlie­ßen, dass es im Korin­ther eine eman­zi­pa­to­ri­sche Bewe­gung der Frau­en gab, in der sie sich als Befrei­ungs­zei­chen die Haa­re abschnit­ten, um mit dem Mann gleich­ge­stellt zu sein.
Damit leg­ten sie ihren Gen­de­ras­pekt ab.
Pau­lus sag­te, dass es für die Frau eine Schan­de sei, abge­schnit­te­nes oder gescho­re­nes Haar zu tra­gen, da sie somit zur Hetä­re wird.
Bei den Grie­chen wur­den die Pro­sti­tu­ier­ten als Hetä­re bezeich­net.
Die Män­ner hat­ten mit die­sen Frau­en den Sex, den sie sich wünsch­ten. Im archäo­lo­gi­schen Muse­um Olym­pia in Grie­chen­land sind diver­se Sex­prak­ti­ken auf einer Vasen­samm­lung fest­ge­hal­ten und zu besich­ti­gen.
Die Frau nimmt zwar gleich­be­rech­tigt am Got­tes­dienst mit dem Mann teil,
hat sich aber hier beim Beten und pro­phe­tisch Reden zum Schutz vor den Engeln, mit ihrem Haar zu bede­cken. Das Frau­en­haar wird hier als Schlei­er beschrie­ben.
Bei die­sen Engeln han­delt es sich um die lüs­ter­nen Engel, die in Gen 6,1-4 beschrie­ben sind.
Die Frau wird dadurch als schutz­be­dürf­ti­ges Wesen beschrie­ben.

In Gala­ter 3, 26-28 besteht wie­der die Gleich­heit aller Men­schen, die auf Chris­tus getauft sind.
Hier­bei geht es um die Ver­hält­nis­se der christ­li­chen Gemein­de.
Ver­mut­lich haben sich die Frau­en gegen die Schrift von Pau­lus im Korin­ther auf­ge­lehnt, sich beschwert, wes­halb im Gala­ter wie­der die Rede von Gleich­heit ist – die­ser Lösungs­an­satz wird schon im I. Korin­ther 11,11 beschrie­ben.

 

 

Im Gala­ter ist die Beschnei­dung ein wich­ti­ges The­ma, nicht so im Korin­ther.
Es wird im Semi­nar dar­auf Wert gelegt zu erklä­ren, dass die Tau­fe das Ersatz­ri­tu­al für die Beschnei­dung ist.
(Exo­dus 4,24 – 26 vgl Röm 6,2-4)
Dies ist für Pau­lus wich­tig, da er auf die Erlö­sung im Glau­ben an Jesus Chris­tus ver­weist, die unab­hän­gig von den eige­nen Taten steht.

Die kla­re Unter­ord­nung der Frau im I. Korin­ther 14,33 – 35 deu­tet auf eine Deu­te­ro-Pau­li­ne hin.
Die pro­tes­tan­ti­sche Ent­wick­lung hät­te es ohne die­se gegenstätz­li­chen Hal­tun­gen der sym­me­tri­schen als auch patri­ar­cha­len Tex­ten zu den Geschlech­tern nie­mals sei­nen Lauf neh­men kön­nen.
Da es ohne die gegen­sätz­li­chen Tex­te kei­ne Ent­schei­dungs­mög­lich­keit der Pro­tes­tan­ten gegen die patri­a­cha­le Ein­stel­lung hät­te geben kön­nen.

Als nächs­tes wer­den die Bil­der in Röm 1,23 und Röm 8,29 ver­gli­chen.
Hier wird ein­mal die Abwehr­hal­tung des Bil­der­ver­ständ­nis­ses von ande­ren Göt­tern beschrie­ben und im Gegen­satz dazu das gewoll­te Bild von Jesu.

 

Auf­ga­ben zum 24.11.

  1. Über­le­gen Sie, was offen und unklar geblie­ben ist!
  2. Lesen Sie Gen 12,1-3 und Gen 16,8-12!
  3. Über­le­gen Sie genau, wel­che Funk­ti­on Abra(ha)m hat!
  4. Beach­ten Sie bit­te die Aus­hän­ge im Insti­tut und die ent­spre­chen­de Infor­ma­ti­on hier zu mei­nem Vor­trag am 24.11. um 13.30 Uhr!

 

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Info:
Ver­an­stal­tun­gen am 09. und 10.11. in DA und HD ist Beitrag Nr. 4616
Autor:
Martin Pöttner am 14. November 2015 um 13:25
Category:
Die Bedeutung des Alten Testaments für das Neue Testament
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