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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ver­an­stal­tun­gen am 13.07.

1               Joh 8,31-45 (Uni Hd)

Zu Beginn wur­de erör­tert, wie sich die johan­n­ei­sche Lie­bes­kon­zep­ti­on und der von mir ver­wen­de­te Begriff des Grau­ens zuein­an­der ver­hal­ten. Bezo­gen auf das Johan­nes­evan­ge­li­um nimmt das Ernst, dass die johan­n­ei­sche Pas­si­ons­ge­schich­te in der Dras­tik der Dar­stel­lung von Fol­ter und gewalt­sa­mer Tötung von den syn­op­ti­schen Dar­stel­lun­gen nicht unter­schie­den ist. D. h., die­ses gewalt­sa­me Lei­den ist in Gott auf­ge­nom­men, Gott erlei­det es selbst.

Ich bin skep­tisch gegen­über Ver­su­chen, Gewalt durch Gewalt zu bekämp­fen, weil das kei­ne Unter­bre­chung des Grau­ens ermög­licht. Wir dis­ku­tier­te­nis­ku­tier­ten die Gren­ze die­ses Ansat­zes am Natio­nal­so­zia­lis­mus, der eben schon in der Wei­ma­rer Repu­blik hät­te ver­hin­dert wer­den müs­sen. Pazi­fis­ti­sche Posi­tio­nen sol­len also stets für sta­bi­le gesell­schaft­li­che Ver­hält­nis­se und für Demo­kra­tie ein­tre­ten.

Der Dia­log in Joh 8,31ff eska­liert zuneh­mend. Offen­bar sind die Juden, die an ihn glaub­ten, kei­ne zuver­läs­si­gen und sta­bi­len „Kin­der Got­tes‘‘. Sie „rüh­men“ sich, pau­li­nisch gespro­chen, „Same Abra­hams“ zu sein, was sich aber nicht in ihren Taten wider­spie­gelt, wes­halb sie Sklav /inn/en der Sün­de sind, wor­aus sie das Kom­men der Wahr­heit erst befrei­en kann. Die Hypo­the­se, dass es eine Nähe zur pau­li­ni­schen Argu­men­ta­ti­on gibt, ist ernst­haft erwä­gens­wert.

Dass die Juden, die an ihn glaub­ten, sich als ‚ „Kin­der des Teu­fels“ zei­gen, wird in Joh 16 stark rela­ti­viert, weil der Teu­fel („Fürst die­ser Welt“) gerich­tet wird.

Der Chris­tus in den Tex­ten im Johan­nes­evan­ge­li­um ist immer der­je­ni­ge, als der er im Pro­log bestimmt wird.

Die Tex­te sind insze­niert, es wer­den also typi­sche Situa­tio­nen dar­ge­stellt, wie im Mar­ku­sevan­ge­li­um gel­ten die Schüler/innen nicht als Vor­bil­der, son­dern als pro­ble­ma­ti­sche Per­so­nen, wie man/frau sich selbst erle­ben kann.

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Info:
Ver­an­stal­tun­gen am 13.07. ist Beitrag Nr. 4272
Autor:
Martin Pöttner am 15. Juli 2015 um 11:02
Category:
Das Freiheitsverständnis im Neuen Testament
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