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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ver­an­stal­tun­gen am 04./05.05.

3               Das Frei­heits­ver­ständ­nis im Neu­en Tes­ta­ment: Gen 2,4b-3,24 II (Uni Hd)

Die Sit­zung klär­te vor allem Grund­fra­gen des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses, wie es unter­schied­lich in Gen 1,26ff und Gen 2,4bff dar­ge­stellt wird. Zugleich wur­den Fra­gen der unter­schied­li­chen Mög­lich­kei­ten, die Erzäh­lun­gen zu beschrei­ben, the­ma­ti­siert. Der Dozent plä­diert dafür, sie als unter­schied­li­che For­men mythi­scher Erzäh­lung zu lesen: Tra­di­tio­nel­le Erzäh­lung oder in sei­ner Spra­che Erfolgs­ge­schich­te (1,1-2,4a) und – Pro­blem­ge­schich­te (2,4b-3,24) zu lesen. Man/frau kann dem­ge­gen­über stets in Erwä­gung zie­hen, wie weit die Bezeich­nung von Erzählele­men­ten oder gan­zer Erzäh­lun­gen als Ätio­lo­gi­en tra­gen. Das wur­de sozu­sa­gen sys­te­ma­tisch oder her­me­neu­tisch erör­tert.

In der Fra­ge des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses trägt das nach Mei­nung des Dozen­ten nicht sehr weit. Denn die eigent­li­che Fra­ge dürf­te doch lau­ten: Wie­so soll ein Text wie 2,4bff das Patri­ar­chat ätio­lo­gisch erklä­ren, wäh­rend dies in 1,26ff durch die Auf­fas­sung von Frau und Mann als Bil­der Got­tes aus­ge­schlos­sen wird? Setzt die Bibel also Leser/innen vor­aus, die mit unter­schied­li­chen Ent­wür­fen umge­hen kön­nen? Das ent­spricht der Tra­di­ti­on im Rab­bi­ni­schen Juden­tum.

Die Debat­te um andro­gy­ne Got­tes­kon­zep­tio­nen bzw. dem andro­gy­nen Adam gibt es reli­gi­ons­ge­schicht­lich schon lan­ge, sie hat aber seit den 1970er Jah­ren Fahrt auf­ge­nom­men – und mani­fes­tiert sich seit der Jahr­tau­send­wen­de in der „Bibel in gerech­ter Spra­che“.

Die Fra­ge von „Adam“ als andro­gy­nes Men­schen­we­sen ist aus­schlag­ge­bend, um den patri­ar­cha­len Cha­rak­ter des Tex­tes näher zu bestim­men. Die Über­set­zung von צלע (zela) als  „Sei­te“ anstatt „Rip­pe“ (vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che“, 2280 Anm. 4) macht dann klar, dass der Mann Adam und die Frau Eva aus einem andro­gy­nen Wesen ent­stan­den sein könn­ten. Das Wort­spiel in Gen 2,22 lässt sich viel­leicht so umschif­fen, dass es der Mann (und nicht Gott) sagt, etwas über­heb­lich.

Anhand der mythi­schen Erzäh­lung von den Men­schen, die sich rad­schla­gend fort­be­we­gen, aus dem Sym­po­si­on mach­ten wir uns klar, dass der chir­ur­gi­sche Ein­griff des Herrn wich­ti­ge Par­al­le­len hat, hier der Ent­ste­hung der drei For­men von Sexua­li­tät. Der Text macht auch die andro­gy­ne Les­art des Men­schen­we­sens Adam wahr­schein­li­cher.

Für das Got­tes­bild erga­ben sich wei­te­re Fra­gen: Ist die Erzäh­lung ein Bei­spiel dafür, dass Gott sich dazu bestimmt hat, von sei­ner All­macht abzu­se­hen?

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

  1. Lesen Sie Gen 6,1-4!
  2. Lesen Sie 1Hen 6-11 und über­le­gen Sie, was der Text besa­gen könn­te!
  3. Wie stimmt er mit Gen 6,1-4 über­ein und wor­in unter­schei­det er sich?
  4. Der Text ist ein Bei­spiel für das dua­lis­ti­sche Erzähl­mus­ter.
  5. Lesen Sie mei­ne Inter­pre­ta­ti­on des Tex­tes hier vor dem Hin­ter­grund von Dtn 30 (Folie 54ff)!

 

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Info:
Ver­an­stal­tun­gen am 04./05.05. ist Beitrag Nr. 4006
Autor:
Martin Pöttner am 6. Mai 2015 um 16:11
Category:
Das Freiheitsverständnis im Neuen Testament,Religion und Mystik
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