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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Kunstheo­rie und Kunst­leh­re – ein Vor­schlag

 

M. E. ist der Vor­schlag von Herrn Sie­gel-Sprin­ger prak­ti­ka­bel, dass wie­der ein Text eine Woche vor jeder Sit­zung prä­sen­tiert wird – und die­ser dann Gegen­stand die­ser Sit­zung ist.

1               Inhal­te

John Dew­ey, Kunst als Erfah­rung (stw)

Theo­dor W. Ador­no, Ästhe­ti­sche Theo­rie (stw)

Mar­tin Hei­deg­ger, Zum Wesen der Spra­che und zur Fra­ge der Kunst, GA 74 (Klos­ter­mann), 191ff

Fried­rich Schil­ler, Über die ästhe­ti­sche Erzie­hung des Men­schen, z. B. Reclam

Fried­rich Schlei­er­ma­cher, Her­me­neu­tik und Kri­tik, (1977, stw)

Die­se fünf kunstheo­re­ti­schen und kunst­leh­retheo­re­ti­schen Tex­te wer­den nach mei­ner Über­zeu­gung am bes­ten durch meh­re­re Kunst­wer­ke ergänzt.

Aus der Lite­ra­tur wür­de ich sehr ger­ne Ralph Wal­do Emer­sons Natu­re neh­men, es gibt eine ange­neh­me deut­sche Über­set­zung. Natür­lich kön­nen wir auch ein ande­res neh­men.

Aus Male­rei, Musik und Archi­tek­tur erwar­te ich Ihre Vor­schlä­ge. Falls Sie noch eine ande­re Kunst­form vor­schla­gen, ist das auch mög­lich.

Der Kurs beginnt am 04.03.2011.

2               Ver­fah­ren

M. E. wird der Text für die Kunst­theo­rie und Theo­rie der Kunst­leh­re am bes­ten aus maxi­mal fünf Sei­ten aus den oben genann­ten Wer­ken bestehen, wel­che die sehr Lese­wil­li­gen ger­ne mit mir ver­ein­ba­ren kön­nen. Die­ser steht eine Woche vor der jewei­li­gen Sit­zung zur Ver­fü­gung. Ich bestim­me das auch ger­ne selbst, falls es Ihrer­seits wider Erwar­ten kei­ne Vor­schlä­ge gibt, über die wir uns eini­gen kön­nen. Sie kön­nen ger­ne Ein­lei­tun­gen in das The­ma zur Kennt­nis neh­men und Ihre dort gewon­ne­nen Ein­sich­ten an den jewei­li­gen Tex­ten im Grup­pen­pro­zess erpro­ben, ob das ande­re etwa auch so sehen – oder nicht. Sie haben das sicher bemerkt, ich wer­de selbst nichts schrei­ben, son­dern Ihnen zumu­ten jeweils mit der Grup­pe Ihre Ver­ste­hens­schwie­rig­kei­ten ganz aus­führ­lich zu dis­ku­tie­ren. Ich bin dem päd­ago­gi­schen Kon­zept Dew­eys fol­gend dabei und inter­ve­nie­re viel­leicht gele­gent­lich, aber bestim­me den Dis­kurs nicht. Es wäre gut, wenn Sie jemand aus Ihrer Mit­te zum/r Moderator/in bestim­men wür­den.

Von Natu­re wür­de ich fünf Sei­ten aus­wäh­len, falls Ihnen das nicht zusagt, wählt der jewei­li­ge Vor­schla­gen­de fünf Sei­ten aus. Bei den Male­rei-, Musik- und Archi­tek­tur­bei­spie­len sind Sie in Ihrer Krea­ti­vi­tät ganz frei, wie Sie das prä­sen­tie­ren wol­len, ent­schei­den Sie. Ich ste­he als Mode­ra­tor ger­ne zur Ver­fü­gung, aber wenn Sie jeman­den ande­res zum/r Moderator/in bestim­men möch­ten, ist das o. k.

3               Meta­kom­mu­ni­ka­ti­on

Ich fand den vor­gest­ri­gen Abend aus­ge­spro­chen gut, weil deut­lich wur­de, dass mein Kon­zept offen­bar schnell auf­ge­fasst wer­den kann – ich ver­ber­ge es ja auch nicht gera­de. Ande­rer­seits leh­nen eini­ge die­ses Kon­zept ab, weil es sie ver­un­si­chert, zu selbst­stän­di­gem Den­ken offen­bar gera­de­zu ver­ur­teilt – und die Erfah­rung machen lässt, dass auf die­se Wei­se kei­ne Abschluss­sät­ze ent­ste­hen, die sozu­sa­gen aus den Sit­zun­gen als Ergeb­nis­se mit­ge­nom­men wer­den kön­nen – was sowohl phi­lo­so­phisch als auch wis­sen­schafts­theo­re­tisch seit den 1860er Jah­ren fest­steht, es gab dort ein Land auf einem ande­ren Kon­ti­nent, wo das pas­siert ist – der Name fällt mir gera­de nicht ein. Die­se Erfah­rung ist bei ernst­haf­ter Phi­lo­so­phie unver­meid­lich – aber es ermu­tigt nach mei­ner Auf­fas­sung dazu, sich selbst als selbst­be­stimm­ten, selbst­kri­ti­schen und fal­li­blen Men­schen anzu­neh­men, der in der Gemein­schaft eben­sol­cher Wesen lebt.

Ich wer­de die­ses Kon­zept nicht ändern, weil es den von mir wei­ter­ent­wi­ckel­ten Ansät­zen des Sokra­tes und von Kants Auf­satz „Was ist Auf­klä­rung?“ ent­spricht. Daher betrach­te ich ent­spre­chend die Teilnehmer/innen als selbst­be­stimm­te Indi­vi­du­en, die sich dem Dis­kurs mit ande­ren sol­chen Wesen aus­set­zen. Auf­grund des sokra­ti­schen Prin­zips kann ich nur durch sanf­te Inter­ven­tio­nen auf mög­li­che Patho­lo­gi­en des Dis­kur­ses hin­wei­sen, ver­hin­dern oder gar völ­lig aus­schlie­ßen lässt sich das nicht. Das ist die Auf­ga­be der Grup­pe selbst, deren Mit­ar­bei­ter (Dew­ey) ich bin.

Nach mei­ner jüngs­ten Erfah­rung – und das geht über den von mir sehr ver­ehr­ten Dew­ey hin­aus – ist es frei­lich mög­lich, die Patho­lo­gi­en eines frei­en und demo­kra­ti­schen Dis­kur­ses zu mini­mie­ren, wenn auch kei­ne 100 %igen Erfolgs­ge­schich­ten zu voll­brin­gen sind. Aber mir selbst ist noch vor­ges­tern Nach­mit­tag etwas Der­ar­ti­ges gelun­gen, dass jemand, der eine offen­kun­dig absur­de Posi­ti­on ver­trat, plötz­lich nach­gab, als ich nicht mehr argu­men­tier­te, son­dern den Dis­kurs unter­brach, Zap­chen-Übun­gen mach­te und medi­tier­te – und ihm das mit­teil­te. Daher war ich vor­ges­tern Abend auch noch sehr gut gelaunt – und fand den Abend über­aus klä­rend. Ich habe es aber dort gelas­sen, weil Sie nicht dar­auf vor­be­rei­tet waren. Aber es hat mich schon gejuckt. Eine der nach­ge­wie­se­nen Leis­tun­gen des Modells besteht dar­in, dass man intel­lek­tu­el­le Leis­tun­gen, die in Grup­pen­pro­zes­sen erbracht wer­den, dadurch ver­stärkt, dass man ein „Nicker­chen“ ein­führt – wenn dies in die­sem Semes­ter der Fall gewe­sen wäre, dann hät­ten Sie sich ges­tern Abend ganz leicht an Ihre eige­nen Leis­tun­gen erin­nern kön­nen, die ich auf­ge­schrie­ben habe.

Ich schla­ge Ihnen also vor, dass Sie sich dar­über infor­mie­ren und bis zum März 2013 eine Ent­schei­dung tref­fen, ob Sie so ver­su­chen wol­len, die mög­li­chen Patho­lo­gi­en Ihres Kur­ses kri­tisch anzu­ge­hen, die ihren Kurs teil­wei­se seit acht Jah­ren heim­su­chen. Ich sehe es durch­aus selbst­kri­tisch, dass ich mich argu­men­ta­tiv da her­ein habe zie­hen las­sen – und also an der Patho­lo­gie teil hat­te. Ich ste­he dabei noch ganz am Anfang – im März 2013 nicht mehr.

Zap­chen – Julie Hen­der­son

Kli­ni­sche Erfah­run­gen damit

Julie Hen­der­son, Embo­dy­ing Well-being oder Wie man sich trotz allem wohl­füh­len kann, Bie­le­feld 2001

« Mt 6,19-34 (Uni Hd) – Pre­digt in der EfG Gries­heim am 09.12. »

Info:
Kunstheo­rie und Kunst­leh­re – ein Vor­schlag ist Beitrag Nr. 2637
Autor:
Martin Pöttner am 5. Dezember 2012 um 00:17
Category:
Allgemein,Kultur,Kunstlehre
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