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VI (TUD)">Ver­ständ­nis­vol­les Lesen der Bibel VI (TUD)

Das Kapi­tel 9 des ers­ten Buchs Mose ent­hält zwei Abschnit­te, wie wir schnell glie­dernd erfas­sen konn­ten:

9,1-17: der Bund Got­tes mit Noah

9,18-29: Noah als betrun­ke­ner Wein­bau­er und die Fol­gen für die Völ­ker

In der Sit­zung wur­de ver­sucht, die Prag­ma­tik der Abschnit­te zu bestim­men. Der Aus­druck kommt vom grie­chi­schen Wort prag­ma, das Hand­lung bedeu­tet. Gefragt wird, was soll durch und mit dem Text bei den Lesen­den erreicht wer­den?

9,1-17 knüpft an 1. Mose 1,26ff an. Mit Noah beginnt sozu­sa­gen nach der Sint­flut die Geschich­te der Mensch­heit neu – und wir fan­den her­aus, dass offen­bar bestimm­te grund­le­gen­de Regeln fest­ge­legt wer­den, die das Ver­hält­nis der Men­schen unter­ein­an­der, das Ver­hält­nis des Men­schen zu den Tie­ren betref­fen. Der Mensch ist nach dem Bil­de Got­tes geschaf­fen, er hat eine eige­ne Wür­de – und darf weder von ande­ren Men­schen noch von Tie­ren getö­tet wer­den. Der Mensch darf aber Tie­re töten, zum Zwe­cke des Essens und auch des Opfers, was in die­sem Text nicht eigens betont wird, aber in der Fol­ge klar vor­aus­ge­setzt ist. Wir sahen auch, dass die grund­le­gen­de Regel zum Ver­ständ­nis des Blu­tes, die für das Juden­tum, Tei­le des Chris­ten­tums und des Islam, gilt, fest­ge­legt wird. Im Blut wohnt das Leben, sodass Töten als „Blut­ver­gie­ßen“ bezeich­net wer­den kann.

Der Ver­trags­part­ner Gott sichert zu, dass „allem Fleisch“ kei­ne Sint­flut mehr zuge­fügt wird. Umge­kehrt bleibt offen, wie das Pro­blem des Bösen sei­tens des Men­schen bear­bei­tet wird. Der Dozent ver­mu­te­te, dass dies über das Opfer gelöst wird, was im drit­ten Buch Mose aus­führ­lich aus­ge­führt wird. Zu wesent­li­chen Rein­heits­fra­gen vgl. Mary Dou­glas, Rein­heit und Gefähr­dung. Eine Stu­die zu Vor­stel­lun­gen von Ver­un­rei­ni­gung und Tabu. Ber­lin 1985; (gibt es auch als stw-Band). Zei­chen des Bun­des ist der Regen­bo­gen, der offen­bar Erde und Him­mel berührt.

Die Geschich­te mit Noahs Rausch, wel­cher dazu führt, dass er ent­blößt im Zelt liegt und sein Sohn Ham dies scham­los sieht, hat als prag­ma­ti­sche Funk­ti­on, die Unter­drü­ckung der Kanaa­ni­ter durch die Israe­li­ten zu recht­fer­ti­gen. Dies gilt auch für die Sozi­al­form der Skla­ve­rei. Der Rausch Noahs wird nicht als abschre­ckend betrach­tet.

Der 19.06. fällt aus, lei­der kann ich am 26.06. nicht am Fest teil­neh­men, da ich zu die­ser Zeit in Hei­del­berg unab­kömm­lich bin!

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Info:
Ver­ständ­nis­vol­les Lesen der Bibel VI (TUD) ist Beitrag Nr. 2497
Autor:
Martin Pöttner am 6. Juni 2012 um 11:00
Category:
Allgemein
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