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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Das freie Spiel des dialogischen Selbstverhältnisses der Person. Der Ansatz von Thomas Fuchs

 

1               Erinnerung an den 28.03. (Vhs Neckargemünd)

Haupt­the­ma war der Text von Wolf Sin­ger: „Ver­schal­tun­gen legen uns fest: Wir soll­ten auf­hö­ren, von Frei­heit zu spre­chen“. Ist die­ser Text nicht mecha­nis­tisch zu inter­pre­tie­ren, spricht Sin­ger doch von „Frei­heit“? Wur­de sei­tens des Dozen­ten Sin­gers Text eine unfai­re Inter­pre­ta­ti­on zuge­mu­tet? Ist es mög­li­cher­wei­se ein Hin­weis auf eine der­ar­ti­ge Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on, dass Sin­ger viel­leicht gar nicht den Titel selbst gewählt hat?

M. E. erbrach­te die Sit­zung eher kei­ne stich­hal­ti­gen Bele­ge für eine der­ar­ti­ge Auf­fas­sung. Die Dis­kus­si­on befasst sich seit eini­ger Zeit affir­ma­tiv (z. B. Roth, Met­zin­ger) mit dem von mir unter­stell­ten Sinn des Tex­tes – teils aber auch scharf kri­tisch, so vor allem Tho­mas Fuchs. Vgl. auch mei­ne Sicht­wei­se: http://alltagundphilosophie.com/wp-content/uploads/2009/05/zthg-selbstverhaltnis.pdf (dort auch vie­le Lite­ra­tur­hin­wei­se).

Soll­te die­se Inter­pre­ta­ti­on zutref­fen, dann wäre unse­re Erfah­rung, frei zu sein, eine Illu­si­on, die sich aus zwei Quel­len nährt:

1.)  Der durch eine Tren­nung von bewuss­ten und unbe­wuss­ten Hirn­pro­zes­sen wider­spruchs­frei­en, alle rele­van­ten Ent­schei­dungs­va­ria­blen bewusst gegen­ein­an­der abwä­gen zu kön­nen – und

2.)  der Zuschrei­bung von Frei­heit und Ver­ant­wor­tung durch ande­re Men­schen.“ (Sin­ger 2004, 50, Text leicht ver­än­dert.)

M. E. ist es der Sinn des Tex­tes, vor dem Hin­ter­grund von Argu­men­ten und Bele­gen zu bei­den Aspek­ten zu bele­gen, dass „unse­re Erfah­rung, frei zu sein, eine Illu­si­on“ dar­stellt. Zu Sin­gers Argu­men­ta­ti­ons­me­tho­de und Sprach­stil vgl. http://alltagundphilosophie.com/2011/03/22/zuruck-zur-gesellschaftlichen-dominanz-des-mechanismus-vhs-neckargemund/. Nach noch­ma­li­ger Lek­tü­re hal­te ich fest: Alle Über­schrif­ten, die der Arti­kel bei meh­re­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen erhal­ten hat, gehen direkt oder zumin­dest indi­rekt auf Sin­gers eige­ne Äuße­run­gen im Arti­kel selbst oder in sei­nem Kon­text zurück.

Es ist m. E. vor dem Hin­ter­grund sol­cher Ansät­ze ganz berech­tigt, einen rea­len Begriff der Frei­heit oder auch des frei­en Wil­lens zu ver­tei­di­gen. Not­falls müss­te man auf die „tran­szen­den­ta­le Auf­fas­sung von Frei­heit“ Kants zurück­grei­fen.

Wich­tig fand ich an der Debat­te die Fra­ge, ob Sin­gers Ansatz als pro­zes­su­al oder sta­tisch zu ver­ste­hen ist. Auch für Letz­te­res gibt es offen­bar Anzei­chen.

Die Libet-Expe­ri­men­te wur­den von die­sem selbst anders ver­stan­den als im Main­stream der Debat­te. Inzwi­schen wird auch deren metho­di­sche Schwä­che aner­kannt: Chris­toph S. Herrmann/Stefan Dür­schmid, Von Libet zu einer „neu­en“ Wil­lens­frei­heit: Bewuss­te ver­sus unbe­wuss­te Hand­lungs­ab­sich­ten, in: Tho­mas Fuchs/Grit Schwarz­kopf, Ver­ant­wort­lich­keit – nur eine Illu­si­on? Schrif­ten des Mar­si­li­us-Kol­legs Band 3, Hei­del­berg 2010, 127ff. Damit dürf­te die Debat­te hof­fent­lich etwas von ihrem pri­mi­ti­ven Niveau ver­lie­ren.

Der Aus­druck bzw. das Pro­no­men „ich“ wird im All­tag als Bezug­nah­me auf den/die Sprecher/in einer Äuße­rung von dieser/m selbst ver­wen­det. Die sub­stan­ti­vier­te Bezeich­nung „das Ich“ ist von Fich­te, Freud u. a. in die Welt gebracht wor­den. Hier­an gibt es unter­schied­li­che Kri­ti­ken von Schlei­er­ma­cher, Peirce und Lud­wig Witt­gen­stein. Mit­hin stel­len die Gehirn­for­scher mit ihrer Rede von „dem Ich“ kei­nes­wegs einen Theo­rie­kon­sens inner­halb der Phi­lo­so­phie oder gar einen All­tags­be­zug dar. Wenn im All­tag von „dem Ich“ die Rede ist, liegt zwei­fel­los schon ein theo­rie­in­du­zier­ter Bezug vor. Die­se Theo­ri­en sind aber m. E. alle­samt falsch oder zumin­dest höchst pro­ble­ma­tisch. Tat­säch­lich geht die Rede von „dem Ich“ inner­halb der Gehirn­for­schung auf die fak­ti­sche Akzep­tanz der kar­te­si­schen Theo­rie­struk­tur zurück. Danach gebe es eine res exten­sa („aus­ge­dehn­te Sub­stanz“), wel­che voll­stän­dig mecha­nis­tisch beschrie­ben wer­den kön­ne. Hier­bei han­delt es sich beim Men­schen um den Kör­per. Der Geist wird von Des­car­tes als res cogi­tans („den­ken­de Sub­stanz“) bezeich­net. Nach der Mehr­heits­mei­nung seit dem acht­zehn­ten Jahr­hun­dert in unse­rer Welt­ge­gend gibt es die­sen nicht. Mit­hin bleibt der mecha­nis­tisch zu inter­pre­tie­ren­de Kör­per übrig. Auch auto­po­ie­ti­sche Sys­tem­theo­ri­en fol­gen kom­ple­xi­täts­re­du­zie­rend z. T. expli­zit die­sem mecha­nis­ti­schen Modell, das ist auch bei Sin­ger der Fall, wie schon zuvor bei Vare­la und Matu­rana. Inzwi­schen habe ich mich davon über­zeugt, dass dies nicht unbe­dingt der Fall sein muss, weil der Initia­tor der auto­po­ie­ti­schen Sys­tem­theo­rie Johann Jakob von Uex­küll wohl anders inter­pre­tiert wer­den kann. Wir wer­den bei Tho­mas Fuchs einen lehr­rei­chen und jeden­falls mich beein­dru­cken­den Fall vor uns haben, wo die auto­po­ie­ti­sche Sys­tem­theo­rie vor einem phä­no­me­no­lo­gi­schen phi­lo­so­phi­schen Hin­ter­grund nicht mecha­nis­tisch ange­wen­det wird. Dies ist aber bei Sin­ger kei­nes­wegs der Fall.

Zum Enga­ge­ment: Ich bin fest davon über­zeugt, dass die UNO-Men­schen­rechts­er­klä­rung und das Grund­ge­setz rich­tig lie­gen. Es ist m. E. unbe­streit­bar, dass Sin­ger und Roth, auch Met­zin­ger The­sen ver­tre­ten, die mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar sind. Vgl. Tho­mas Hil­len­kamp, Wil­lens­frei­heit ist Illu­si­on – oder was lässt die Hirn­for­schung vom Straf­recht übrig, in: Fuchs/Schwarzkopf 2010, 391ff.

Abb. 1: Über­blick über die Posi­tio­nen im Kurs. Lee­re Fel­der ste­hen für „Nein!“, ange­kreuz­te Fel­der für „Ja!“

2               Reale Freiheit – Thomas Fuchs

Auch Tho­mas Fuchs hat sich des öfte­ren zu unse­rem The­ma geäu­ßert. Ich ori­en­tie­re mich an einem Text aus dem Jahr 2010: „Per­so­na­le Frei­heit. Ein liber­ta­ri­sches Frei­heits­kon­zept auf der Grund­la­ge ver­kör­per­ter Sub­jek­ti­vi­tät“, in: Tho­mas Fuchs/Grit Schwarz­kopf 2010, 203ff (dar­in auch vie­le Lite­ra­tur­ver­wei­se). Zuvor stel­le ich knapp eini­ge Aspek­te der Kri­tik des Psych­ia­ters und Phi­lo­so­phen an bestimm­ten Hypo­the­sen der Gehirn­for­schung dar, die er in sei­nem Buch „Das Gehirn – ein Bezie­hungs­or­gan, 2008) ver­tre­ten hat.

Grundlagen (Neurophysiologie, Biologie und Phänomenologie)

Im ers­ten Teil die­ses Buchs (Teil A) kri­ti­siert Fuchs den soge­nann­ten „neu­ro­bio­lo­gi­schen Reduk­tio­nis­mus“ und kon­fron­tiert die­sen mit einer phä­no­me­no­lo­gi­schen Wahr­neh­mungs­auf­fas­sung sowie einer phä­no­me­no­lo­gi­schen Beschrei­bung des Bewusst­seins. Ziel ist dabei zu zei­gen, dass jeweils der gesam­te Mensch in sei­ner Umwelt wahr­nimmt und der gesam­te Mensch in sei­ner Umwelt bewusst ist, es han­de­le sich um ein ver­kör­per­tes Sub­jekt, des­sen Sub­jek­ti­vi­tät sich über den gesam­ten Kör­per ver­teilt zei­ge – also kei­nes­wegs aus­schließ­lich in bestimm­ten neu­ro­na­len Pro­zes­sen. Die­ses ver­kör­per­te Sub­jekt kann Fuchs auch als „Leib“ bezeich­nen.

Der zwei­te Teil des Buches (Teil B) arbei­tet dann her­aus, dass das Gehirn zunächst als Organ des Lebe­we­sens ver­stan­den wer­den muss, es geht bei Fuchs‘ Auf­fas­sung also um eine „phä­no­me­no­lo­gisch-öko­lo­gi­sche Kon­zep­ti­on“, wie der Unter­ti­tel sei­nes Buches lau­tet. Der Mensch als Lebe­we­sen, als Orga­nis­mus setzt sich mit sei­ner natür­li­chen und sozia­len Umwelt aus­ein­an­der. Sodann wird das Gehirn als Organ der Per­son ver­stan­den, wobei Fuchs den ein­zel­nen Men­schen als sozia­les und poli­ti­sches Lebe­we­sen im Anschluss an Aris­to­te­les ver­steht. Die­se Per­son ist ein­heit­lich, sie weist frei­lich einen Dop­pel­as­pekt auf, hier wer­den die gut 150 Jah­re alten Fra­gen der psy­cho­phy­si­schen Bezie­hun­gen behan­delt. Fuchs ver­steht die­se als ver­schie­de­ne Aspek­te einer leib­li­chen Per­son. Dies führt schließ­lich zu Fra­gen der psych­ia­tri­schen bzw. psy­cho­lo­gi­schen The­ra­pie, wobei Fuchs Fra­gen der „Psy­cho­so­ma­tik“ oder der „Soma­to­psychik“ erör­tert.

Im vor­lie­gen­den Abschnitt erör­tern wir exem­pla­risch Grund­zü­ge des ers­ten Teils (Teil A), der sich mit der Kri­tik des „neu­ro­bio­lo­gi­schen Reduk­tio­nis­mus“ von Sin­ger, Roth u. a. befasst. Fuchs wählt hier zwei metho­di­sche Schrit­te:

(1)  nimmt er die Aus­sa­gen ins­be­son­de­re von Roth wört­lich, was zu Schwie­rig­kei­ten führt;

(2)  kon­fron­tiert er den so erschlos­se­nen Sinn die­ser „neu­ro­kon­struk­ti­vis­ti­schen“ Äuße­run­gen mit der lebens­welt­li­chen Erfah­rung, wobei es stets jeden­falls auch um inter­sub­jek­ti­ve Situa­tio­nen geht. D. h., Fuchs über­prüft in einer poten­zi­ell sozia­len Pra­xis, ob sol­che „neu­ro­kon­struk­ti­vis­ti­schen“ Äuße­run­gen stich­hal­tig sind.

Für Metho­de (1) ist natür­lich der etwas frei­zü­gig for­mu­lie­ren­de Ger­hard Roth ein geeig­ne­tes Objekt:

Unser Ich, das wir als das unmit­tel­bars­te und kon­kre­tes­te, näm­lich als uns selbst, emp­fin­den, ist – wenn man es etwas poe­tisch aus­drü­cken will – eine Fik­ti­on, ein Traum des Gehirns, von dem wir, die Fik­ti­on, der Traum nichts wis­sen kön­nen“ (Roth, Erkennt­nis und Rea­li­tät, in: S. J. Schmidt [Hg.], Der Dis­kurs des Radi­ka­len Kon­struk­ti­vis­mus, Frankfurt/M. 1994, 229-255, 253).

Ähn­li­che For­mu­lie­run­gen fin­den sich bei Tho­mas Met­zin­ger:

Die zeit­ge­nös­si­sche Begeis­te­rung für das Vor­drin­gen des Men­schen in künst­li­che vir­tu­el­le Wel­ten über­sieht, dass wir uns immer schon in einem bio­lo­gisch erzeug­ten ‚Phe­nos­pace‘ befin­den: inner­halb einer durch men­ta­le Simu­la­ti­on erzeug­ten vir­tu­el­len Rea­li­tät“ (Tho­mas Met­zin­ger, Sub­jekt und Selbst­mo­dell, Pader­born 21999, 243).

Uner­ach­tet der Ein­zel­hei­ten unter­stel­len bei­de Auto­ren offen­bar, dass

(1)  unser Erle­ben und Han­deln eine Fik­ti­on oder eine Simu­la­ti­on, ein Traum unse­res Gehirns sei;

(2)  wir scharf von der „Außen­welt“, aber auch von „uns selbst“ durch die Simu­la­tio­nen des Gehirns geschie­den sei­en, wel­ches uns träumt und uns in unse­rem Erle­ben und Han­deln die Außen­welt simu­liert.

Um die­se Poin­te zu ver­stär­ken, zitie­re ich einen wei­te­ren „neu­ro­kon­struk­ti­vis­ti­schen“ Text von Peter Lam­pe, der ziem­lich klar die Kon­se­quen­zen die­ser Posi­ti­on aus­spricht.

Die Dop­pel­struk­tur, dass das ontisch-rea­le Gehirn zwei sich wider­spre­chen­de Kon­struk­te gene­riert, ein all­tags­wirk­li­ches und ein natur­wis­sen­schaft­li­ches, erkann­ten wir bereits … Einer­seits kon­stru­iert das ontisch-rea­le Gehirn auf­grund eines bestimm­ten (mir unzugäng­li­chen) Rei­zes aus der onti­schen Rea­li­tät die Farb­wahr­neh­mung Rot, ande­rer­seits ent­wirft es das natur­wis­sen­schaft­li­che Bild, dass die­ser Umwelt­reiz farb­los ist und ledig­lich aus einer bestimm­ten (mir zugäng­li­chen, in Nano­me­tern bezif­fer­ba­ren Fre­quenz) elek­tro­ma­gne­ti­scher Wel­len besteht. „Rot” ver­hält sich zu „eine elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len­fre­quenz um 700 Nano­me­ter reizt den (wirk­li­chen) visu­el­len Appa­rat, Rot wahr­zu­neh­men”, wie „Mein Ich ist Autor des moto­ri­schen Tuns” sich ver­hält zu „Ein ‘readi­ness poten­ti­al’ des wirk­li­chen Gehirns setzt mein Tun in Gang”. Je wider­spricht das eine Bild­kon­strukt dem ande­ren. (Peter Lam­pe, Die Wirk­lich­keit als Bild, 2006, 59)

Die Fik­ti­ons­the­se oder Simu­la­ti­ons­the­se lässt also zu, dass „das Gehirn“ ein­an­der wider­spre­chen­de „Bil­der“ kon­stru­iert, was bei Träu­men bekannt­lich der Fall ist. Dabei ist die neu­ro­kon­struk­ti­vis­ti­sche The­se auf die Spit­ze getrie­ben, sowohl die All­tags­wirk­lich­keit als auch die natur­wis­sen­schaft­lich beschrie­be­ne Wirk­lich­keit sind ein­an­der wider­spre­chen­de Kon­struk­tio­nen des Gehirns. Auch wenn man ein­sieht, dass bei­de Wirk­lich­kei­ten wider­sprüch­lich sind, kann man dies nicht kri­tisch über­prü­fen, unser Gehirn simu­liert eben unter­schied­lich, ja wider­sprüch­lich, wie man an der Far­be „Rot“ leicht ein­se­hen kann.

Die Wel­len­fre­quenz von 700 Nano­me­tern hat mit unse­rer vom Gehirn kon­stru­ier­ten bzw. simu­lier­ten sinn­li­chen Erfah­rung von „Rot“ nichts zu tun, den­noch wird das Gehirn von „außen“ wohl so (für uns unzu­gäng­lich) gereizt, aber die inne­re Bild­struk­tur, die dann erzeugt wird, gibt nicht die 700 Nano­me­ter wie­der. Jeder Ver­such, dies wei­ter zu „über­prü­fen“, wäre bloß eine zusätz­li­che Kon­struk­ti­on des Gehirns. Wir kom­men nicht in die Außen­welt, wir kön­nen aber auch nicht unse­re Struk­tur auf­klä­ren – denn alles ist durch das Gehirn kon­stru­iert.

Fuchs führt die­se The­se auf den Idea­lis­mus zurück, etwa Fich­tes. Dort ist es frei­lich das Bewusst­sein oder des­sen Struk­tu­ren, wel­che die Wirk­lich­keit her­vor­brin­gen. Vor allem geht es hier­bei (etwa in der Wis­sen­schafts­leh­re von 1794) aber dar­um, die Selbst­be­stim­mung des ein­zel­nen Men­schen sicher zu stel­len. Der „Idea­lis­mus“ ist also ins deter­mi­nie­ren­de und kon­stru­ie­ren­de Gehirn geschlüpft, das ist also eine ganz klei­ne Mün­ze. Wei­ter­hin sieht man ins­be­son­de­re an den Äuße­run­gen von Roth und Met­zin­ger, dass hier kul­tu­rel­le Ent­wick­lun­gen und Her­vor­brin­gun­gen des Men­schen auf die­sen selbst zurück­über­tra­gen wer­den. Die Gehirnforscher/innen ver­ge­gen­ständ­li­chen sich also selbst durch bestimm­te tech­no­lo­gisch erzeug­te kul­tu­rel­le Errun­gen­schaf­ten wie „vir­tu­el­le Wel­ten“.

All­ge­mein muss dar­über hin­aus gesagt wer­den, dass die „Denk­bar­keit“ des Neu­ro­kon­struk­ti­vis­mus von der spät­mit­tel­al­ter­li­chen nomi­na­lis­ti­schen The­se abhängt, dass es kei­ne all­ge­mei­nen Rea­li­tä­ten gibt, die­se sind rei­ne Fik­tio­nen. Folg­lich gibt es nur ein Sand­meer weit­hin qua­li­täts­lo­ser Ereig­nis­se, die uns real unzu­gäng­lich sind. Sie tau­chen bei uns als Sin­nes­emp­fin­dun­gen auf, die wir aber inter­pre­tie­ren, aller­dings über­ver­ein­fa­chend wie die Nomi­na­lis­ten und spä­ter auch die Posi­ti­vis­ten sagen. Die Radi­ka­len Kon­struk­ti­vis­ten haben die­se nomi­na­lis­ti­sche Posi­ti­on ins Gehirn ver­scho­ben. Hält man die­se The­se für akzep­ta­bel, dann gibt es auch kei­ne rea­len Bezie­hun­gen – die Umwelt des Men­schen, aber auch er selbst, wird zu einer Art Rau­schen, dem von „innen“, in die­sem Fall neu­er­dings vom „Gehirn“ eine Ord­nungs­struk­tur zuge­ord­net wird. Und nur über die­se Ord­nungs­struk­tur kön­nen „wir“ als „Gehir­ne“ etwas sagen. Lam­pe zeigt mit Recht die Kon­se­quen­zen auf: Lei­der kon­stru­ie­ren „wir“ als „Gehir­ne“ wider­sprüch­lich.

Fuchs bemüht sich, die­ser Posi­ti­on etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Zunächst per­si­fliert er die Unter­stel­lung, dass „wir“ als „Gehir­ne“ sei­en, instruk­tiv:

Nun, was mich selbst betrifft, so habe ich mein Gehirn zwar noch nicht per­sön­lich ken­nen­ge­lernt, aber jeden­falls ist es nicht 1,82 Meter groß, es ist kein Deut­scher und kein Psych­ia­ter; es ist auch nicht ver­hei­ra­tet und hat kei­ne Kin­der. Das stellt mei­ne Bereit­schaft zur Iden­ti­fi­ka­ti­on mit die­sem Organ schon auf eine har­te Pro­be. Aber es wird noch bedenk­li­cher: Mein Gehirn sieht, hört und weiß auch nichts, es kann nicht lesen, nicht schrei­ben, tan­zen oder Kla­vier spie­len. Es modu­liert nichts als kom­ple­xe phy­sio­lo­gi­sche Pro­zes­se. Bei Licht bese­hen, bin ich doch ziem­lich froh, nicht mein Gehirn zu sein, son­dern es nur zu haben.“ (Das Gehirn – ein Bezie­hungs­or­gan, 14)

Damit hält Fuchs schlicht fest, wie er sich selbst im Kon­text der Reso­nanz ande­rer Per­so­nen wahr­nimmt. Er nimmt die Äuße­run­gen der „neu­ro­bio­lo­gi­schen Reduk­tio­nis­ten“ wört­lich und kon­fron­tiert sie mit einer gewöhn­li­chen Selbst­wahr­neh­mung. Dann erscheint das Gehirn, das eige­ne Gehirn als ein gewiss unver­zicht­ba­res Organ. Aber „wir“ sind nicht als „Gehir­ne“. Doch u. a. mit Lam­pe könn­te man nun sagen, die­se Äuße­rung ist von Tho­mas Fuchs’ Gehirn kon­stru­iert, auch Peter Lam­pes Gehirn kon­stru­iert gele­gent­lich ähn­li­che Äuße­run­gen, obwohl Lam­pes Gehirn eine stär­ke­re Kör­per­grö­ße kon­stru­iert …

Es stellt sich phi­lo­so­phisch mit­hin die Fra­ge, ob es einen Weg gibt, jeden­falls für Ein­sich­ti­ge die angeb­li­chen Kon­struk­tio­nen der Gehir­ne der neu­ro­bio­lo­gi­schen Reduk­tio­nis­ten zumin­dest extrem unwahr­schein­lich wer­den zu las­sen. Fuchs wählt hier­zu den Weg des Nach­weis­ver­su­ches, dass wir des­halb auf die Rea­li­täts­tüch­tig­keit unse­rer Sin­nes­wahr­neh­mung set­zen kön­nen, weil sich dies inter­sub­jek­tiv in Pra­xis­si­tua­tio­nen kon­trol­lie­ren lässt.

Das wich­tigs­te Bei­spiel hier­zu ist die­je­ni­ge Situa­ti­on, in der ich als Pati­ent einen Fuß habe, der mich schmerzt. Weil ich dies nicht igno­rie­ren kann, gehe ich damit zur Ärz­tin. Die­se bit­tet mich, ihr den Fuß zu zei­gen – und sie unter­sucht den Fuß. Wäre die Grund­the­se der Hirn­for­scher bio­lo­gisch zutref­fend, dann müss­te die Ärz­tin wegen des Schmer­zes eigent­lich mein Gehirn bzw. bestimm­te Area­le dort unter­su­chen. Aber sie unter­sucht tat­säch­lich mei­nen Fuß, stellt etwas fest und ver­ord­net eine The­ra­pie. Sowohl Pati­ent und Ärz­tin erle­ben die­se Situa­ti­on gewöhn­lich als unpro­ble­ma­tisch – bei­de den­ken in die­ser Situa­ti­on schwer­lich dar­an, dass ja ihre bei­den Gehir­ne die­se Situa­ti­on kon­stru­iert haben.

So ver­hält es sich Fuchs zufol­ge auch nicht. Denn bei­de inter­pre­tie­ren die Situa­ti­on inter­sub­jek­tiv kon­sen­su­ell, weil ein Schmerz im Fuß in den meis­ten Fäl­len dar­auf­hin deu­tet, dass das den Schmerz aus­lö­sen­de Pro­blem auch in irgend­ei­ner Wei­se mit dem Fuß und sei­nen Bezie­hun­gen zusam­men­hängt. Die Situa­ti­on lässt sich wei­ter kon­trol­lie­ren, weil es auch Fol­gen die­ser Situa­ti­on gibt. Bei­spiels­wei­se dar­an, ob der Schmerz in mei­nem Fuß nach der The­ra­pie nach­lässt bzw. eine posi­ti­ve Beein­flus­sung statt­fin­det.

Fuchs führt zudem an, dass sinn­li­che Wahr­neh­mun­gen wie das Sehen etwa von Far­be nie­mals nur durch Auge, Netz­haut, die ent­spre­chen­den sen­so­ri­schen Ner­ven hin­rei­chend beschrie­ben wer­den kön­nen. Wir bewe­gen uns stets in Wahr­neh­mungs­si­tua­tio­nen im Raum – und sei­en es auch nur die Augen­mus­keln, die wir bewe­gen, oder indem wir den Kopf zu einem Laut hin dre­hen. Durch unse­re Bewe­gun­gen haben wir ein ent­spre­chen­des kör­per­li­ches Raum­emp­fin­den, das auch der Situa­ti­on von Ärz­tin und fuß­kran­kem Pati­en­ten zugrun­de liegt. Der Ärz­tin tas­tet den Fuß ab, der Pati­ent streckt den Fuß aus, das Schmerz­emp­fin­den wird durch Berüh­rung des Fußes, even­tu­ell sei­ne Dre­hung über­prüft. Neben sen­so­ri­schen Ner­ven­pro­zes­sen gibt es mit­hin stets sol­che moto­ri­scher Art, Wahr­neh­mung und Bewe­gung gehö­ren also zusam­men. D. h., Wahr­neh­mung kann nie­mals nur ein Pro­zess sein, der im Gehirn statt­fin­det, statt­des­sen ist der gesam­te Kör­per am Wahr­neh­mungs­pro­zess betei­ligt. Vgl. dazu auch J. M. Litt­le­john, Psy­cho­phy­sio­lo­gie, Pähl 2009, 27ff u. ö.

Fuchs hält fest, dass wesent­li­che Punk­te sei­ner Behaup­tun­gen auch durch Ergeb­nis­se von Gehirn­for­schern gedeckt sind:

Noë und Thomp­son [Are the­re neural cor­re­la­tes of con­scious­ness? Jour­nal of Con­sious­ness Stu­dies (11) 2004, 3-28] haben dar­auf hin­ge­wie­sen, das es selbst bei den visu­el­len Rin­den­area­len V1-V5 als dem am bes­ten erforsch­ten Sub­sys­tem des Gehirns nicht gelingt, bestimm­ten Neu­ro­nen oder Neu­ro­nen­ver­bän­den die Inhal­te ihrer opti­schen Sin­nes­fel­der ein­deu­tig zuzu­ord­nen. Denn die Akti­vi­tät die­ser Neu­ro­nen ist selbst bei genau glei­chen Objek­ten im Seh­feld abhän­gig von der Kör­per­hal­tung des Lebe­we­se­sens, sei­nem Ver­hal­ten, sei­nem Auf­merk­sam­keits­zu­stand, von der Rele­vanz des Objekts für sei­ne momen­ta­nen Auf­ga­ben, kurz: vom gesam­ten sen­so­mo­to­ri­schen Zustand und Umwelt­kon­text des Orga­nis­mus.“ (Das Gehirn – ein Bezie­hungs­or­gan, 71 Anm. 75)

So ver­hält es sich auch mit dem Bewusst­sein. Die­ses befin­det sich nicht im Gehirn. Zwei­fel­los gibt es neu­ro­na­le Pro­zes­se, die mit Bewusst­sein zusam­men­hän­gen. Aber das Bewusst­sein befin­det sich im gesam­ten Kör­per, etwa an den Sin­nes­or­ga­nen wie der Haut­ober­flä­che. Emo­tio­nen emp­fin­den wir u. a. im Bauch, Töne hören wir in Ent­fer­nung, sodass es auch zu Aus­deh­nun­gen des Bewusst­seins über unse­ren Kör­per hin­aus kommt, eben­so ver­hält es sich mit dem Sehen. Wir kön­nen oft dort­hin, zu dem­je­ni­gen, gehen oder fah­ren, was wir gese­hen oder gehört haben. Damit wird das Gehirn als ein Organ sicht­bar, das wir drin­gend benö­ti­gen. Ohne es gäbe es kei­ne Wahr­neh­mung und auch kein Bewusst­sein. Aber es ist nicht die Wahr­neh­mung oder das Bewusst­sein. Es ist eine not­wen­di­ge Bedin­gung, dass ein ver­kör­per­tes Selbst wahr­nimmt und bewusst ist. Aber am Bewusst­sein und an der Wahr­neh­mung ist immer mehr vom Kör­per betei­ligt als nur das Gehirn. Das ist eine schlich­te Wahr­heit, die jede/r selbst über­prü­fen kann.

Das Bewusst­sein – dar­in folgt Fuchs der phä­no­me­no­lo­gi­schen Phi­lo­so­phie etwa von Husserl über Mer­leau-Pon­ty bis Sart­re – stellt in kei­ner Wei­se einen Grund dar, an der Rea­li­tät oder auch nur der Erkenn­bar­keit der „Außen­welt“ zu zwei­feln. Denn unser Bewusst­sein ist stets „Bewusst­sein von etwas“, z. B. Bewusst­sein mei­ner Frau oder mei­ner Kin­der. D. h.: Das Bewusst­sein über­schrei­tet sich stets auf Ande­res und Ande­re hin. Es ent­steht selbst aus der „zwi­schen­leib­li­chen“ Inter­ak­ti­on des Neu­ge­bo­re­nen mit sei­nen ele­men­ta­ren Bezugs­per­so­nen bis in den ach­ten und neun­ten Monat hin, wo wesent­li­che Aspek­te des Selbst­be­wusst­seins aus­ge­bil­det sind. Neu­ro­bio­lo­gisch wird dies u. a. durch die soge­nann­ten „Spie­gel­neu­ro­nen“ gestützt.

Tho­mas Fuchs ver­sucht zu zei­gen, dass eine kom­ple­xe bio­lo­gi­sche Kon­zep­ti­on, die stets eine Sys­tem-Umwelt-Bezie­hung sein muss, eine ande­re Gehirn­kon­zep­ti­on ergibt, als sie etwa bei Roth, Met­zin­ger und Lam­pe üblich ist. Dabei über­schnei­den sich phä­no­me­no­lo­gisch-phi­lo­so­phi­sche Erwä­gun­gen mit einer öko­lo­gisch aus­ge­rich­te­ten bio­lo­gi­schen Posi­ti­on. Die Phä­no­me­no­lo­gie als  Beden­ken des­sen, was erscheint, fin­det eine wis­sen­schaft­li­che Part­ne­rin.

Abb. 2: „Funk­ti­ons­kreis bei von Uex­küll“ – Fuchs 2008, Bezie­hungs­or­gan, 114

Die Poin­te: Das Tier („Sub­jekt“) nimmt nicht nur wahr, son­dern agiert auch – dadurch wird das „Objekt“ ver­än­dert, mit­hin geht der Kreis­lauf wei­ter. Jede Wahr­neh­mung ist mit einer Bewe­gung  gekop­pelt usf. Auch das „Objekt“ wird ver­än­dert, was schwer­lich irgend­ei­ne Art „Objek­ti­vis­mus“ als plau­si­bel erschei­nen lässt.

Fuchs’ Beitrag zur Debatte um den „freien Willen“

Fuchs ver­tritt einen rea­len Frei­heits­be­griff, den er m. E. eher unglück­lich als „liber­ta­ri­schen“ Frei­heits­be­giff bezeich­net (Fuchs 2010a, 203ff). Abge­grenzt ist die­ser Frei­heits­be­griff vom „tran­szen­den­ta­len“ Kants, wobei Fuchs offen­bar fälsch­lich Kants Posi­ti­on für sei­ne zu hal­ten scheint (vgl. 2010a, 203). Wei­ter ist die Posi­ti­on einer rea­len Frei­heit, wie sie auch von Aris­to­te­les und den Prag­ma­tis­ten ver­tre­ten wird, von der­je­ni­gen der soge­nann­ten „kom­pa­ti­bi­lis­ti­schen“ Posi­ti­on, die glaubt, von „Frei­heit“ in irgend­ei­ner rele­van­ten Wei­se spre­chen zu kön­nen, ver­schie­den – obgleich sie einen uni­ver­sa­len Deter­mi­nis­mus in der Natur aner­kennt. Das tat Aris­to­te­les nicht, nur bei Gott, den Kreis­bah­nen und den mathe­ma­ti­schen Figu­ren unter­stell­te er, dass die­se not­wen­dig immer so sei­en, wie sie sind – und auch so blei­ben wer­den. Dazu trat für alle Phä­no­me­ne das Vier-Ursa­chen-Sche­ma hin­zu (Mate­ri­al-, Form-, Wirk- und Final­ur­sa­che), das wohl in der Final­ur­sa­che u. a. auch die Fol­gen aller Hand­lun­gen zu reflek­tie­ren scheint. Für alle Phä­no­me­ne, die nicht mit Gott, den Kreis­bah­nen und den mathe­ma­ti­schen Figu­ren äqui­va­lent gilt: „Alles kann immer auch anders sein“ (Rhe­to­rik I,1) – also eine kla­re Kon­tin­genz­auf­fas­sung der Rea­li­tät.

Eben­so gilt seit den 1880er Jah­ren auch für die Prag­ma­tis­ten nicht mehr, dass sie einem voll­stän­di­gen Deter­mi­nis­mus in der Natur zustimm­ten. Zur Natur gehö­ren statt­des­sen auch alle indi­vi­du­el­len und sozia­len Berei­che, die zur gesam­ten Rea­li­tät gehö­ren. Der Natur­be­griff wird mit­hin im Anschluss an den roman­ti­schen Poe­ten und Phi­lo­so­phen Ralph Wal­do Emer­son erheb­lich wei­ter gefasst: Im Ver­lauf der Evo­lu­ti­on hat sich die rea­le Mög­lich­keit mensch­li­cher Frei­heit aus­ge­bil­det, so im Kern wohl schon die Auf­fas­sung Her­bert Spen­cers, wobei dies nicht not­wen­dig heißt, dass die rea­le Mög­lich­keit der Frei­heit unter den Tie­ren nur auf den Men­schen beschränkt wäre. Mit­hin gibt es in der Rea­li­tät kei­nen voll­stän­di­gen Deter­mi­nis­mus, der frei­lich zwi­schen 1700 und 1850 in Euro­pa und den USA wohl recht ver­brei­tet war.

Auch Fuchs hält Frei­heit für real. Sie gehört poten­zi­ell zu uns Men­schen dazu, kann natür­lich durch bio­ti­sche, sozia­le und psy­chi­sche Pro­zes­se ein­ge­schränkt oder aus­ge­löscht wer­den (vgl. zum Gan­zen: Abb. 1). Fuchs’ Ansatz ist dyna­misch aus­ge­legt, wir sahen schon im vori­gen Abschnitt, dass er kei­nen Kör­per-Geist-Dua­lis­mus unter­stellt, son­dern mit Mer­leau-Pon­ty ein Leib-Kon­zept ver­tritt, in dem bei­de Aspek­te (phy­si­sche und geis­ti­ge) Pro­zes­se eine Ein­heit ein­ge­hen, wie bei James mit­hin eine „ganz­heit­li­che“ Kon­zep­ti­on.

Auch Fuchs scheint „roman­tisch“ inspi­riert zu sein: „Wir sind ein Gespräch“ (Höl­der­lin) schwebt ihm wohl vor. D. h., um die Debat­te zum frei­en Wil­len füh­ren zu kön­nen,

  • müs­sen wir unse­re Selbst­er­fah­run­gen für real hal­ten – und
  • wie bei den Prag­ma­tis­ten, die Rea­li­tät selbst so ver­ste­hen, dass sie Frei­heit zulässt, die­se also nicht wie Sin­ger, Roth und Met­zin­ger für sozi­al kon­stru­iert hal­ten bzw. als Illu­si­on oder Täu­schung zu ver­ste­hen.

Dass dies geht, steht nach den Aus­füh­run­gen im vori­gen Abschnitt fest.

An die Stel­le des Dua­lis­mus von ratio­na­lem Sub­jekt oder Gehirn möch­te ich daher den Begriff einer ver­kör­per­ten oder per­so­na­len Frei­heit set­zen. Die Per­son ist ja nicht etwas aus Kör­per und Geist Zusam­men­ge­setz­tes, son­dern sie ist pri­mär ein Lebe­we­sen bzw. eine leib-see­li­sche Ein­heit, und inso­fern sind auch unse­re Ent­schei­dun­gen Lebens­voll­zü­ge, in denen leib­li­che, affek­ti­ve und gedank­li­che Kom­po­nen­ten mit­ein­an­der inter­agie­ren. Will man also die Ursa­che für eine Hand­lung eines Men­schen ange­ben, so darf man sie weder in sei­nem Ich noch im Gehirn suchen, son­dern nur im Men­schen ins­ge­samt mit all sei­nen see­li­schen und kör­per­li­chen Zustän­den, oder mit ande­ren Wor­ten, in der Per­son als ver­kör­per­ter Sub­jek­ti­vi­tät“ (2010a, 205).

Anhand eines ein­schlä­gi­gen Zitats von Roth macht er klar, dass auf kei­nen Fall „Gehir­ne ent­schei­den“:

Mir scheint der Satz ‚Nicht das Ich, son­dern das Gehirn hat ent­schie­den‘, kor­rekt zu sein, denn ‚eine Ent­schei­dung tref­fen‘ ist ein Vor­gang, des­sen Auf­tre­ten objek­tiv über­prüf­bar ist. Auf den lin­ken oder rech­ten Knopf zu drü­cken […] ist eine Ent­schei­dung, und kann mit ent­spre­chen­dem Auf­wand expe­ri­men­tell unter­su­chen, was im Gehirn pas­siert, bevor und wenn die­se Ent­schei­dung getrof­fen wird. Falls es nun stimmt, dass es nicht das wol­len­de und bewusst erle­ben­de Ich ist, wel­ches die Ent­schei­dung über eine Hand­lung trifft, wer ent­schei­det dann tat­säch­lich?“ (Ger­hard Roth, Wor­über Hirn­for­scher reden dür­fen – und in wel­cher Wei­se?, in: Gey­er 2004, 66-85, 77)

Ers­tens gibt es jenes „Ich“ gar nicht, son­dern ein per­so­na­les Lebe­we­sen, dass eine Ent­schei­dung zu tref­fen ver­sucht. „Das Ich“ ist bloß eine post­kar­te­si­sche Fik­ti­on eini­ger Hirnforscher/innen. Zwei­tens muss man die Bedin­gun­gen ange­ben, unter denen die­ses per­so­na­le, ver­kör­per­te, sub­jek­ti­ve Lebe­we­sen eine freie Ent­schei­dung tref­fen kann. Mit Aris­to­te­les (Niko­ma­chi­sche Ethik, III.7) geht er auf den Begriff einer rea­len bzw. „fak­ti­schen Mög­lich­keit“ zurück, wozu auch die Nega­ti­on gehört.

Denn wo das Tun in unse­rer Gewalt ist, da ist es auch das Unter­las­sen, und wo das Nein, da auch das Ja“ (Aris­to­te­les).

Wie schon zu Beginn des Kur­ses behaup­tet, liegt daher seit Aris­to­te­les eine belast­ba­re Theo­rie des frei­en Wil­lens vor:

  • Die Nega­ti­on ist not­wen­dig, um mich zwi­schen meh­re­ren Alter­na­ti­ven ent­schei­den zu kön­nen.
  • Die rea­le Mög­lich­keit ist erfor­der­lich, weil ich meh­re­re Mög­lich­kei­ten erwä­gen kön­nen muss, d. h., sofern es nicht die rea­le Mög­lich­keit von Alter­na­ti­ven gibt, gibt es auch kei­ne Wahl.

Wir sahen dar­über hin­aus bei Aris­to­te­les, dass es um Ziel­wahl zwi­schen ver­schie­de­nen Zie­len, die auch hier­ar­chi­siert wer­den kön­nen, geht, die auf die Zukunft bezo­gen ist. Dies wird alles auch bei Fuchs so gese­hen. Beson­ders führt er eine phä­no­me­no­lo­gi­sche Beschrei­bung der Ent­schei­dungs­si­tua­ti­on aus, die deli­be­ra­tiv ist, mit­hin beschreibt er ein „Mit-sich-zu-Rate-Gehen“, ein „Selbst­ver­hält­nis der Per­son“, wobei er eine „impli­zi­te Inter­sub­jek­ti­vi­tät“ unter­stellt (Fuchs 2010a, 211 mit Anm. 5). Das ist ein Echo auf Höl­der­lins schö­nen Sinn­spruch: „Wir sind ein Gespräch“. Was geht in das Gespräch alles ein?

Es han­delt sich hier­bei „frei­lich“ nicht um einen „streng systematische[n], son­dern eher“ um einen „dynamisch-kreative[n] Pro­zess, in dem bewuss­te und unbe­wuss­te Kom­po­nen­ten, Gefüh­le, Wün­sche, Vor­stel­lun­gen, Erwar­tun­gen und Grün­de ein­an­der wech­sel­sei­tig beein­flus­sen und vor­an­trei­ben. Daher ist das Resul­tat auch nicht aus vor­be­stehen­den Deter­mi­nan­ten ableit­bar. Wir haben es weder mit einer Vek­tor­ad­di­ti­on unab­hän­gi­ger, vor­ab fixier­ter psy­chi­scher Beweg­kräf­te zu tun, noch mit einem ratio­na­len Kal­kül oder Algo­rith­mus von Grün­den. Viel­mehr gehen die ver­schie­de­nen in den offe­nen Mög­lich­keits­raum des Pro­zes­ses ein und wer­den dar­in in ein frei­es Spiel ver­setzt, das die Form eines inne­ren Dia­logs, eines Selbst­ver­hält­nis­ses annimmt. Dies ist nun die zen­tra­le Vor­aus­set­zung der Frei­heit: Inden wir uns in ein Ver­hält­nis zu ihnen set­zen, blei­ben unse­re Moti­ve, Wün­sche, Grün­de nicht ein­fach, was sie sind, son­dern sie tre­ten gleich­sam auf eine inne­re Büh­ne, auf der wir sei erwä­gen und bewer­ten kön­nen. Damit gewin­nen wir ihnen gegen­über die Frei­heit der Stel­lung­nah­me und schließ­lich der Wahl. Das Selbst­ver­hält­nis ver­wan­delt das Gesche­hen also fun­da­men­tal. Wäre der Pro­zess des Über­le­gens und Ent­schei­dens nur eine linea­re Abfol­ge der betei­lig­ten Kom­po­nen­ten, so hät­ten wir auf das Resul­tat kei­nen Ein­fluss.“ (Fuchs 2010a, 210)

Gegen­über frü­he­ren Äuße­run­gen hat Fuchs wohl doch das Modell gewech­selt, was ich sehr begrü­ße. Er geht bei der Per­son, beim Selbst­ver­hält­nis von einem dia­lo­gi­schen Modell aus. Ich hat­te frü­her das Gefühl, dass er Per­so­na­li­tät ten­den­zi­ell fak­tisch sub­stan­zon­to­lo­gisch fasst. Davon ist hier kei­ne Spur mehr. Ähn­lich hat­te auch Peirce for­mu­liert, dass eine Erwä­gung das zukünf­ti­ge Selbst adres­sie­re. D. h., Per­so­nen sind Pro­zes­se, der Ent­schei­dungs­pro­zess geht im güns­ti­gen Fall „dyna­misch-krea­tiv“ vor sich. Wei­ter ist aus­schlag­ge­bend, dass die ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten nicht line­ar ange­ord­net sind, son­dern rekur­siv ver­netzt sind. Der ein­zi­ge Punkt, der jeden­falls mir jetzt noch kri­tisch auf­fällt, besteht dar­in, dass die neu­ro­phy­sio­lo­gi­sche Kom­po­nen­te m. E. zu unge­nau bestimmt wird (vgl. Fuchs 2010a, 216). Gera­de wenn man kei­ne neue Vari­an­te des psy­cho­phy­si­schen Par­al­le­lis­mus ver­tre­ten will, was bei Fuchs expli­zit nicht der Fall ist, soll­ten sie bes­ser als Zei­chen­pro­zes­se auf ver­schie­de­nen Ebe­nen inter­pre­tiert wer­den, die sich inein­an­der über­set­zen las­sen bzw. inein­an­der über­setzt wer­den (vgl. mei­nen Ver­such http://alltagundphilosophie.com/wp-content/uploads/2009/05/zthg-selbstverhaltnis.pdf). Denn die in unse­ren Bewusstseins­pro­zes­sen, Hand­lun­gen usf. voll­zo­ge­nen Aspek­te sind nicht mit den neu­ro­na­len Pro­zes­sen äqui­va­lent. Bei­des beglei­tet sich wech­sel­sei­tig.

Wich­tig ist: Das Sub­jekt oder die Per­son ist ein dia­lo­gi­sches Selbst­ver­hält­nis, dass sich u. a. in Hand­lun­gen aus­drückt.

Gestört kann die­ses Selbst­ver­hält­nis durch bio­ti­sche, psy­chi­sche und sozia­le Pro­zes­se wer­den. Wer also ein Trau­ma am fron­ta­len Schä­del erlei­det, könn­te auch bestimm­te nega­ti­ve psy­chi­sche ver­än­dern­de oder sozi­al­un­ver­träg­li­che Aspek­te sei­nes Erle­bens und Han­delns erlei­den. Der Umkehr­schluss gilt nicht: M. E. sind nicht alle sozi­al­un­ver­träg­li­chen Aspek­te der gegen­wär­ti­gen Regie­rung auf epi­de­mi­sche Trau­ma­ta des Front­all­ap­pens der han­deln­den Per­so­nen zurück­zu­füh­ren, es gibt also Schuld usf.

Fuchs ver­tei­digt also eine Begriff der rea­len Frei­heit, der sich auf ein Selbst­ver­hält­nis bezieht. Gibt es natur­wis­sen­schaft­li­che Ein­wän­de dage­gen? Dazu dis­ku­tiert er den „All­ge­mei­nen“ und den „Spe­zi­el­len Deter­mi­nis­mus“ (Fuchs 2010a, 214ff).

Als Deter­mi­nis­mus bezeich­net man die meta­phy­si­sche Leh­re, wonach der Ver­lauf aller Ereig­nis­se in der Welt durch Aus­gangs­be­din­gun­gen und Natur­ge­set­ze voll­stän­dig fest­ge­legt ist, sodass es zu jedem Zeit­punkt nur genau eine mög­li­che Zukunft gibt. … Eine über­le­ge­ne Intel­li­genz könn­te bei voll­stän­di­ger Kennt­nis des Zustan­des zu einem gege­be­nen Zeit­punkt alle künf­ti­gen Welt­zu­stän­de vor­aus­be­rech­nen. Zusam­men mit der Annah­me, dass die ent­spre­chen­den Geset­ze phy­si­ka­li­sche Geset­ze sind, ergibt sich der phy­si­ka­li­sche Reduk­tio­nis­mus oder Phy­si­ka­lis­mus: Alle Ereig­nis­se ein­schließ­lich mensch­li­cher Hand­lun­gen las­sen sich prin­zi­pi­ell voll­stän­dig phy­si­ka­lisch erklä­ren. Das Pro­blem ist klar: Wäre der uni­ver­sel­le Deter­mi­nis­mus wahr, dann gäbe es kei­ne Ver­zwei­gungs­stel­len mehr im Welt­ver­lauf und zu kei­nem Zeit­punkt mehr als eine Mög­lich­keit. Das macht auch den Begriff der Mög­lich­keit eben­so sinn­los wie den Begriff der Ent­schei­dung, denn mög­lich wäre nur das Wirk­li­che.“

Fuchs bezeich­net die­se Auf­fas­sung mit Recht als meta­phy­si­sche Leh­re, denn sie setzt vor­aus, dass alle Ereig­nis­se prin­zi­pi­ell die­sem Modell fol­gen. Das setzt wei­ter vor­aus, dass es nur not­wen­di­ge Bezie­hun­gen zwi­schen den Ereig­nis­sen gibt – und ihre Regel­mä­ßig­keit voll­kom­men starr und nicht ver­än­der­lich ist. Die The­se lässt sich also aus­schließ­lich logisch-spe­ku­la­tiv ver­tre­ten, sie kann gar nicht empi­risch über­prüft wer­den. D. h.: Man muss unter­stel­len, dass die Bezie­hung aller Ereig­nis­se stets deduk­tiv ist, ein Ereig­nis stellt die Prä­mis­se eines ande­ren dar, das letz­te­re ist bloß eine Schluss­fol­ge­rung des ers­te­ren.

Vor allem weist er dar­auf­hin, dass seit Peirce u. a. die Natur­ge­set­ze als „pro­ba­lis­ti­sche Regel­mä­ßig­kei­ten“ auf­ge­fasst wer­den, die ten­den­zi­ell gegen 1 gehen, aber jeden­falls Peirce zufol­ge auch Aus­nah­men ken­nen. Es geht um den „beschei­de­ne­ren Sta­tus von Regu­la­ri­tä­ten“, wel­che „die von uns beob­ach­te­ten Natur­pro­zes­se auf­wei­sen.“ (Fuchs 2010a, 215) Mit­hin haben die Natur­ge­set­ze kei­ne prä­skrip­ti­ve, son­dern eine deskrip­ti­ve Form. Damit ist auch die Deter­mi­nis­mus­auf­fas­sung mit der Tat­sa­che kon­fron­tiert, dass die Induk­ti­on die domi­nan­te Schluss­fol­ge­rung der Wis­sen­schaf­ten ist. Und Induk­tio­nen set­zen vor­aus, dass eine Regel­mä­ßig­keit sich in der Zukunft bewäh­ren muss. Es hat recht lan­ge gedau­ert, dass sich das­je­ni­ge, was Peirce in „Natur­ord­nung und Zei­chen­pro­zess“ (stw 912) seit den 1880er Jah­ren ver­tre­ten hat, nun durch­zu­set­zen beginnt.

Fuchs zufol­ge ver­hält es sich so:

Die Natur­ge­set­ze … rich­ten sich nach dem, was tat­säch­lich in der Welt geschieht, nicht umge­kehrt. Sie haben kei­ne kau­sa­le Kraft, mit der sie die Welt len­ken. Frei­lich schlie­ßen sie gewis­se Mög­lich­kei­ten aus, gel­ten also restrik­tiv; aber wenn ihnen Genü­ge getan ist, blei­ben immer noch genü­gend Spiel­räu­me übrig. Um ein Bei­spiel zu geben: Die gel­ten­den Natur­ge­set­ze schlie­ßen aus, dass ich mit einem Luft­sprung die Erd­um­lauf­bahn errei­che, aber sie legen nicht fest, wohin ich in mei­nem nächs­ten Urlaub rei­sen wer­de“. (Ebd.)

Gilt dann der Deter­mi­nis­mus wenigs­tens bereichspe­zi­fisch, also zum Bei­spiel für die Vor­gän­ge im mensch­li­chen Gehirn? Nun, bis­her gibt es kei­ne deter­mi­nis­ti­schen neu­ro­bio­lo­gi­schen Geset­ze, die auch nur die Vor­aus­sa­ge einer Hand­lung eines bestimm­ten Men­schen in den nächs­ten Sekun­den oder Minu­ten erlau­ben wür­den. Gute psy­cho­lo­gi­sche Kennt­nis­se sind dazu weit bes­ser geeig­net. Dies liegt nicht nur an der Kom­ple­xi­tät des Gehirns, son­dern auch sei­ner Abhän­gig­keit von der indi­vi­du­el­len Vor­ge­schich­te, vor allem aber an sei­ner Plas­ti­zi­tät und fort­wäh­ren­den Umbil­dung wäh­rend jeder Inter­ak­ti­on mit der Umwelt. Unter die­sen Umstän­den wäre es ein sinn­lo­ses Unter­fan­gen, nach deter­mi­nis­ti­schen Ver­laufs­ge­set­zen für die Hirn­ak­ti­vi­tä­ten bzw. die Hand­lun­gen eines Men­schen zu suchen. Selbst Libet und sei­ne Nach­fol­ger, deren Expe­ri­men­te zur Wil­lens­frei­heit sich im Bereich von Sekun­den­bruch­tei­len bewe­gen, kön­nen aus der Beob­ach­tung von Hirn­pro­zes­sen bes­ten­falls sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­kei­ten für das Ein­tre­ten nach­fol­gen­der Hand­lun­gen berech­nen. Doch gleich, ob 30, 50, 70 oder 95 Pro­zent – nichts davon genügt für einen Deter­mi­nis­mus des Gehirns. ‚Ein biss­chen Deter­mi­nis­mus‘ gibt es nicht – ent­we­der gilt er ganz oder gar nicht.“ (Fuchs 2010a, 216)

Er geht auch en pas­sant auf bestim­me Ver­bo­te Sin­gers ein:

Nie­mand kann aber heu­te sagen, ob mikro­phy­si­ka­li­sche Inde­ter­mi­niert­hei­ten oder Ver­stär­kungs­me­cha­nis­men, wie sie aus der Cha­os-Theo­rie bekannt sind, im Ver­hält­nis von Gehirn und Geist nicht auf die makro­phy­si­ka­li­sche Ebe­ne durch­schla­gen. Zufäl­lig­kei­ten sind jeden­falls auf der mole­ku­la­ren und zel­lu­lä­ren Ebe­ne des Gehirns zu fin­den: Fluk­tua­ti­on des Mem­bran­po­ten­ti­als, Aus­schüt­tun­gen von Trans­mit­ter-Pake­ten oder Akti­vie­run­gen ein­zel­ner Neu­ro­nen sind nicht genau vor­her­sag­bar.“ (Fuchs 2010a, 216f).

Die­se Argu­men­te sind natür­lich aus­schließ­lich nega­tiv, um zu zei­gen, dass die meta­phy­si­sche Hyo­the­se dem Befund im Gehirn bloß gewalt­sam ange­tra­gen ist. Bele­ge gibt es nicht. Von Frei­heit kann aber nur im per­so­na­len dia­lo­gi­schen Selbst­ver­hält­nis die Rede sein.

« Die arme Witwe (EfG Griesheim) – Kompatibilismus“ bei Ernst Tugendhat – Akzeptiert den „Mythos des Sisyphos“! »

Info:
Das freie Spiel des dialogischen Selbstverhältnisses der Person. Der Ansatz von Thomas Fuchs ist Beitrag Nr. 2164
Autor:
Martin Pöttner am 30. März 2011 um 09:25
Category:
Alltag,Biologie,Gehirn,Körper,Mensch und Universum,Ökologie,Phänomen,Psyche,Quantenphysik,Vegetatives Nervensystem,Was ist der Mensch?,Zeichen und Philosophie
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