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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


III">Phi­lo­so­phie und Quan­ten­me­cha­nik III

Zu unse­rer vier­ten Sit­zung tref­fen wir uns am Sams­tag, dem 04.12. um 11.30 Uhr in mei­nem Büro.

In der vier­ten Sit­zung ist die Refle­xi­on der prak­ti­schen Fol­gen der Kern­phy­sik sei­tens Hei­sen­bergs und von Weiz­sä­ckers in Farm-Hall The­ma (S. 78ff). Beden­ken Sie hier­zu auch den fol­gen­den Text:

Beden­ken Sie, wel­che Wir­kun­gen, die denk­ba­rer­wei­se prak­ti­sche Rele­vanz haben könn­ten, wir dem Gegen­stand unse­rer Kon­zep­ti­on zuschrei­ben. Folg­lich besteht die Kon­zep­ti­on die­ser Wir­kun­gen aus dem Gan­zen unse­rer Kon­zep­ti­on des Gegen­stands!

(Charles Peirce, How to make our ide­as clear, 1878)

Die Quan­ten­phy­sik, so sahen wir in den ers­ten drei Sit­zun­gen, hat wesent­li­che Schrit­te gemacht, um auf das phi­lo­so­phi­sche und wis­sen­schafts­theo­re­ti­sche Dik­tum Peirce′ zuzu­ge­hen.

  • Dazu gehört die Ein­sicht, dass die Rea­li­tät einen prak­ti­schen Cha­rak­ter haben muss, weil ohne die wis­sen­schaft­lich-tech­ni­sche Pra­xis der Expe­ri­men­te auch die Ergeb­nis­se der klas­si­schen Phy­sik und der Quan­ten­phy­sik nicht bestün­den.
  • Zur Quan­ten­phy­sik gehört unum­gäng­lich hin­zu, dass deut­lich wird: Der Mensch gehört zur Rea­li­tät – und steht ihr nicht ein­fach gegen­über. So ver­än­dern die Expe­ri­men­te auch die Rea­li­tät, wie dies in der Unschär­fe­re­la­ti­on unüber­seh­bar wird.
  • Die drit­te Sit­zung zeig­te uns, dass auch tran­szen­den­ta­le phi­lo­so­phi­sche Refle­xio­nen nicht mehr so leicht mög­lich sind. Die Kau­sa­li­täts­an­nah­me als Kate­go­rie kann nicht mehr gel­ten, wie Hei­sen­berg und von Weiz­sä­cker

    Phy­si­ke­rin, Mathe­ma­ti­ke­rin, Phi­lo­so­phin Gre­te Her­mann

    Gre­te Hart­mann am Zer­fall des Radi­um B-Atoms zu erläu­tern ver­su­chen. Auch hier wird expe­ri­men­tell gezeigt, dass die prag­ma­tis­ti­sche Auf­fas­sung, dass alle unse­re all­ge­mei­nen Über­zeu­gun­gen sich in der Erfah­rung bewäh­ren müs­sen, zutrifft.

  • Dabei erkennt von Weiz­sä­cker ins­be­son­de­re, dass es For­men der Tech­nik sind, wel­che die Erfah­rung begüns­ti­gen, die in der klas­si­schen Phy­sik und Quan­ten­phy­sik gemacht wer­den (vgl. 73-75).
  • Den fünf­ten Schritt, die ethi­sche Refle­xi­on der Fol­gen, bespre­chen wir in der Sit­zung am Sams­tag.

Peirce und Dew­ey haben ent­spre­chend behaup­tet, dass selbst die Logik nicht unhin­ter­frag­bar sei, son­dern immer wie­der über­prüft und ver­bes­sert wer­den müs­se, was u. A. zur Aus­bil­dung einer kom­ple­xen Rela­tio­nen­lo­gik geführt hat, die auch Peirce′ Dik­tum zugrun­de­liegt. Setzt man also wis­sen­schaft­lich an, soll­te man sich des­sen bewusst sein, dass die angeb­lich wis­sen­schaft­lich iso­lier­ba­ren Ereig­nis­se oder Ereig­nis­se­quen­zen dies eben nicht sind, son­dern immer auf ande­re Ereig­nis­se im Uni­ver­sum sowie auf das Gan­ze des Uni­ver­sums bezo­gen sind. Die­ses Prin­zip wird fak­tisch von der Quan­ten­phy­sik der Art Hei­sen­bergs und von Weiz­sä­ckers aner­kannt.

Es lässt sich also for­mu­lie­ren, dass die Quan­ten­phy­sik grund­le­gen­de Prin­zi­pi­en der ernst­haf­ten Phi­lo­so­phie seit Aris­to­te­les empi­risch bestä­tigt hat. Oder es lässt sich sagen, dass die­se bekannt sein müs­sen, um bestimm­te Ergeb­nis­se der Quan­ten­phy­sik zu ver­ste­hen.

« Der vom Römi­schen Staat aus der Gesell­schaft Aus­ge­schlos­se­ne als Erlö­sungs­fi­gur (1Kor 1,18-31) (TUD) – Cable­ga­te und Wiki­leaks »

Info:
Phi­lo­so­phie und Quan­ten­me­cha­nik III ist Beitrag Nr. 1960
Autor:
Martin Pöttner am 2. Dezember 2010 um 18:50
Category:
Quantenphysik
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