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HD)">Peirce: Ver­mäh­lung von Reli­gi­on und Wis­sen­schaft (Uni HD)

Peirce akzep­tiert für sei­nen klei­nen Auf­satz den domi­nan­ten posi­ti­vis­ti­schen Wis­sen­schafts­be­griff. Dem­nach kön­nen die wis­sen­schaft­li­chen For­schun­gen kein Ziel oder Telos sozia­ler und natür­li­cheR Pro­zes­se ange­ben. Das aber sei der gefühls­zen­trier­ten Reli­gi­on mög­lich. Daher ver­steht er wis­sen­schaft­li­che und reli­giö­se Pro­zes­se als kom­ple­men­tär, sie kön­nen sich durch­aus ergän­zen.

Ent­schei­dend ist, dass Peirce’ Reli­gi­ons­be­griff nicht zuletzt von roman­ti­schen Ent­wür­fen wie Schlei­er­ma­cher beein­flusst ist. Dies lief über den Ame­ri­ka­ni­schen Tran­szen­den­ta­lis­mus, des­sen Haupt­fi­gur Ralph Wal­do Emer­son auch Peirce in sei­ner Jugend beein­flusst hat. Der klei­ne Text Peirce’ erweist sich also als außer­or­dent­lich vor­aus­set­zungs­voll.

Unter­stellt wird, dass reli­giö­se Aus­drucks­for­men auf einer Ein­heits­er­fah­rung bzw. -wahr­neh­mung beru­hen, auf einem Grund­ge­fühl der eige­nen Posi­ti­on im Uni­ver­sum. Peirce nennt die­sen Bezugs­punkt „das Abso­lu­te“, sicher­lich eine pro­ble­ma­ti­sche For­mu­lie­rung.

Im Unter­schied zur Wis­sen­schaft, die sich erst auf einen sol­chen Punkt durch Expe­ri­men­te zube­wegt, ermög­licht also das reli­giö­se Gefühl uni­ver­sa­le „For­men“ aus indi­vi­du­el­ler Per­spek­ti­ve aus­zu­drü­cken, die sich wech­sel­sei­tig ergän­zen kön­nen. Die­se For­men sind „extra­va­gant“, inso­fern sie bestehen­de Regeln und Gewohn­hei­ten des Aus­drucks auf­neh­men, die­se aber ver­frem­den.

Die Dis­kus­si­on dreh­te sich nicht zuletzt um das Pro­blem des Rea­li­täts­kon­tak­tes der Gefüh­le. Nach Peirce han­delt es sich nicht schlicht um „sub­jek­ti­ve“ im Gegen­satz zu „objek­ti­ven“ Rea­li­täts­ge­hal­ten. Gefüh­le stel­len wie in der Anti­ke und im Mit­tel­al­ter durch­aus eine Teil­nah­me an der Rea­li­tät, die selbst rela­tio­nal und dyna­misch ver­fasst ist, dar. So ist auch das über­wie­gen­de Rea­li­täts­ver­ständ­nis im NT, wie man bei­spiels­wei­se an der Reich-Got­tes-Ver­kün­di­gung Jesu sicht­bar ist. Eben­so müs­sen Bil­der wie das „Auf­ste­hen“ Jesu, wel­ches visio­när wahr­ge­nom­men wird, als pra­xis­be­stim­men­de Bil­der ver­stan­den wer­den.

Jen­seits sol­cher Wahr­neh­mun­gen und Gefüh­le scheint es schwer, gute Grün­de für reli­giö­se Pra­xis und dann auch ent­spre­chen­de pra­xis­be­stim­men­de Zie­le oder auch Zwe­cke zu fin­den.

Der Ansatz ist in vie­len Punk­ten mit der Posi­ti­on Witt­gen­steins ver­bun­den. Dabei ist vor allem die Ernst­haf­tig­keit reli­giö­ser Selbst­fest­le­gung fest­zu­hal­ten. Aber über Witt­gen­stein hin­aus gibt es klar ein gesamt­ge­sell­schaft­li­ches Bewusst­sein. Die indi­vi­du­el­le Gefühls­be­stim­mung erreicht über Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ergän­zung durch ande­re bestimm­te Zie­le oder Zwe­cke für die Gesell­schaft, ins­be­son­de­re im ethi­schen Bereich.

Auf­ga­ben zum 29.11.

Üüber­set­zen Sie 1Kor 1,18-25!

Schrei­ben Sie den Text in Sinn­zei­len geglie­dert ab!

Eine plau­si­ble Mög­lich­keit, Sinn­zei­len zu bil­den, ergibt sich aus den Prä­di­ka­ten im Text!

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Info:
Peirce: Ver­mäh­lung von Reli­gi­on und Wis­sen­schaft (Uni HD) ist Beitrag Nr. 1919
Autor:
Martin Pöttner am 16. November 2010 um 18:31
Category:
Mensch und Universum,Religion und Mystik
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