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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Erin­ne­rung an den 19. Okto­ber – Vhs Neckar­ge­münd

Die Sit­zung befass­te sich mit der dop­pel­ten Funk­ti­on der Gene:

  • der bestän­di­gen Erneue­rung der Gewe­be;
  • der Wei­ter­ga­be des Genoms an die Nach­kom­men.

Gera­de der ers­te Aspekt steht im Vor­der­grund des gegen­wär­ti­gen Inter­es­ses und hat – wie Abbil­dung 9 zeigt – auch Ein­gang in ein Lehr­buch wie den Taschen­at­las Phy­sio­lo­gie gefun­den. In der Dis­kus­si­on im Kurs wur­de betont, dass sowohl der ers­te als auch der zwei­te Punkt stets im Gesamt­kon­text des Orga­nis­mus gese­hen wer­den müs­sen. Wei­ter wur­de der pro­zes­sua­le Cha­rak­ter des Mensch­seins betont. Dies sind zwei­fel­los Sach­ver­hal­te, die schon im 19. Jahr­hun­dert erkannt wur­den. Dar­aus wer­den aber im Kon­text unter­schied­li­cher Model­le und Bil­der ande­re Schlüs­se gezo­gen. Sind die Men­schen Maschi­nen, ist die Visi­on der Pro­zes­se erheb­lich gesteu­er­ter, deduk­ti­ver als in dem Fall, wo die­ses Bild als wider­sin­nig und lebens­fremd abge­lehnt wird. Im zwei­ten Fall wird damit gerech­net, dass die Ursa­chen­fra­ge für etwas, das geschieht, nicht so leicht auf ent­we­der „Innen“ oder „Außen“ zuge­rech­net wer­den kann. Matu­rana u. a. stel­len sogar die Ursa­chen­fra­ge (wie schon im angel­säch­si­schen Kon­text län­ger zuvor) als sol­che infra­ge. Selbst wenn man dem­ge­gen­über skep­tisch ist, so scheint doch klar zu sein, dass die Zurech­nungs­pro­zes­se dar­über, wie ein Mensch ist, sehr viel kom­ple­xer sind, als in dem Fall, bei dem unter­stellt wird, die Gene schü­fen Maschi­nen. Bei Matu­rana u. a. nähert sich die Bio­lo­gie daher dem Wis­sen­schafts­ty­pus 2 an. So kann die Stör­an­fäl­lig­keit der Tran­skrip­ti­ons-, Spli­cing- und Trans­la­ti­ons­pro­zes­se erheb­lich erns­ter genom­men wer­den – so erscheint es jeden­falls mir. Auf­fal­lend ist, dass sich auch im Taschen­at­las der Phy­sio­lo­gie die Begriff­lich­keit eher zur Beschrei­bung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­sen wan­delt (vgl. Abbil­dung 9: „Tran­skrip­ti­ons­si­gnal“).

Einig­keit herrsch­te dar­über, dass die Gene bei der Wei­ter­ga­be an die Nach­kom­men nicht zuletzt dafür sor­gen, dass ein Mensch ein Mensch und kein Affe ist. Die wei­te­re Fra­ge, wie die Gene nun an der bio­ti­schen Evo­lu­ti­on so betei­ligt sind, dass Ver­än­de­run­gen der Arten statt­fin­den, wird in den fol­gen­den Sit­zun­gen bespro­chen. Klar ist, dass es für vie­le kul­tu­rel­le Tätig­kei­ten wie das Lesen kei­ne Gene gibt. Die Gene erschei­nen daher oft als all­ge­mei­ner Hin­ter­grund, auf dem sich die kul­tu­rel­len Pro­zes­se des Mensch­seins ent­fal­ten kön­nen.

« Was sind „Gene“? Und wie hän­gen sie mit der bio­ti­schen und kul­tu­rel­len Evo­lu­ti­on zusam­men? – Charles Dar­wins (1809-1882) Bei­trag zur Evo­lu­ti­ons­theo­rie »

Info:
Erin­ne­rung an den 19. Okto­ber – Vhs Neckar­ge­münd ist Beitrag Nr. 1339
Autor:
Martin Pöttner am 20. Oktober 2009 um 18:13
Category:
Allgemein
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