Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Presseschau

presseschauEin The­ma ist der Deut­sche Evan­ge­li­sche Kir­chen­tag. Im Mit­tel­punkt jedoch steht die Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten. Dazu ist in der Zei­tung DIE WELT zu lesen:

—————

Mit der Bestä­ti­gung Horst Köh­lers ist das ohne­hin Erwar­te­te ein­ge­tre­ten. Die Bun­des­ver­samm­lung hat kei­ne Über­ra­schung aus­ge­löst, geschwei­ge denn ein poli­ti­sches Erd­be­ben. Der Amts­in­ha­ber wur­de wie­der­ge­wählt – und dies im ers­ten Wahl­gang, wenn­gleich so knapp wie irgend mög­lich. Dass es eine Wahl im eigent­li­chen Sin­ne war, ist das Ver­dienst Gesi­ne Schwans. Sie jedoch muss zuge­ben, gar eige­ne Leu­te kräf­tig ver­grätzt zu haben. Die SPD hat zwar mit dem erneu­ten Schei­tern der eige­nen Kan­di­da­tin psy­cho­lo­gisch ver­lo­ren. Vor allem aber hat sie sich einen rot-rot-grü­nen Pakt erspart. Nun ver­sam­meln sich die Sozi­al­de­mo­kra­ten, völ­lig zu Recht, hin­ter dem Prä­si­den­ten. Mit dem Appell an Köh­ler, sich für ein ver­ant­wort­li­ches Wirt­schaf­ten ein­zu­set­zen, ren­nen sie offe­ne Türen ein. Gespannt sein darf man dar­auf, wie Köh­ler sei­ne zwei­te Amts­zeit gestal­ten, wel­che Akzen­te er set­zen wird. Eine grö­ße­re Frei­heit als in der ers­ten Amts­pe­ri­ode dürf­te Köh­ler spü­ren“, meint DIE WELT.

—————

Ein Mann des Vol­kes‘ titelt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG und schreibt:
„Was Köh­ler im poli­ti­schen Ber­lin zum Nach­teil gereicht und ihn gera­de­zu iso­liert – erkenn­bar kein von einer lan­gen Par­tei­en­kar­rie­re glatt­ge­schlif­fe­ner Poli­ti­ker zu sein -, bringt ihm drau­ßen im poli­tik- und par­tei­en­ver­dros­se­nen Land Zuspruch ein. Nicht von unge­fähr hat Köh­ler nach sei­ner Wahl den lie­ben Lands­leu­ten und nicht etwa der lie­ben Bun­des­kanz­le­rin oder den ver­ehr­ten Par­tei­vor­sit­zen­den ver­spro­chen, wei­ter sein Bes­tes zu geben. Man mag über sol­che Sät­ze aus dem Mund des ers­ten Man­nes im Staat lächeln. Doch zei­gen sie auch, dass – und wie – Köh­ler sei­nen Platz fand: nicht in Ber­lin-Mit­te, aber in der Mit­te des Vol­kes. Das könn­ten die Par­tei­en in den kom­men­den fünf Jah­ren noch stär­ker als bis­her zu spü­ren bekom­men; auch und gera­de die­je­ni­gen, die für ihn stimm­ten“, ver­mu­tet die F.A.Z.

—————

Und die FRANKFURTER RUNDSCHAU bemerkt:
„Da es eine drit­te Run­de für ein Staats­ober­haupt in Deutsch­land nicht gibt, muss sich Köh­ler nicht ein­mal infor­mell mit jenen Kräf­ten ins Beneh­men set­zen, die ihm ins Amt gehol­fen haben. Er hat von die­ser kom­for­ta­blen Posi­ti­on umge­hend Gebrauch gemacht. Kaum gewählt, pro­pa­gier­te er erneut die Stär­kung der direk­ten Demo­kra­tie in die­ser Repu­blik bis zur Direkt­wahl des Prä­si­den­ten – und ern­te­te prompt Wider­spruch aus der Uni­on. Nein, von die­sem Staats­ober­haupt haben Wes­ter­wel­le, See­ho­fer und Mer­kel kei­nen prä­si­dia­len Weih­rauch für ihre poli­ti­schen Plä­ne zu erwar­ten.“
So weit die FRANKFURTER RUNDSCHAU.

—————

Das FLENSBURGER TAGEBLATT kri­ti­siert den Vor­schlag Köh­lers, den Bun­des­prä­si­den­ten künf­tig direkt wäh­len zu las­sen:
„Wer die Gale­rie der Bun­des­prä­si­den­ten betrach­tet, kann den bis­he­ri­gen Bun­des­ver­samm­lun­gen nur ein gutes Zeug­nis aus­stel­len. Zu bezwei­feln ist über­dies, dass die Direkt­wahl des Staats­ober­haup­tes der Poli­tik­ver­dros­sen­heit ent­ge­gen­wirkt. Eine Par­tei­en­schlacht um das höchs­te Amt dient nicht der poli­ti­schen Kul­tur und scha­det letzt­lich dem Anse­hen des Bun­des­prä­si­den­ten. Vor allem könn­te das Ergeb­nis nach eini­ger Zeit so aus­se­hen wie in Schles­wig-Hol­stein, wo die Direkt­wahl von Land­rä­ten nach 14 Jah­ren gera­de erst wie­der abge­schafft wor­den ist. Man­gels Wahl­be­tei­li­gung“, hält das FLENSBURGER TAGEBLATT fest.

—————

In der TAGESZEITUNG aus Ber­lin heißt es zur Wahl­ver­lie­re­rin:
„Nach Kurt Beck und Andrea Ypsi­lan­ti ist mit Gesi­ne Schwan eine drit­te Sozi­al­de­mo­kra­tin an den Flieh­kräf­ten poten­zi­el­ler rot-rot-grü­ner Bünd­nis­se geschei­tert. Mit har­scher Kri­tik hat­te sie die Links­par­tei erst ver­schreckt, um sie dann mit einer betont mil­den Sicht der DDR-Ver­hält­nis­se wie­der ein­zu­fan­gen – was dann man­che Grü­nen irri­tier­te“, stellt die TAZ fest.

—————

Nach Ansicht der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND hat die Wahl gezeigt, wie­viel Unter­stüt­zung Gesi­ne Schwan über poli­ti­sche Lager­gren­zen hin­weg den­noch genießt.
„Schwan fehl­ten zwar min­des­tens 11 Stim­men von Rot-Grün, es hat aber auch min­des­tens drei bür­ger­li­che Abweich­ler gege­ben. Und da die Grü­nen nicht sagen, dass sich all ihre Wahl­leu­te an den Vor­schlag aus der Par­tei gehal­ten haben, kann die SPD sogar behaup­ten, ihre Abge­ord­ne­ten hät­ten geschlos­sen zu Schwan gestan­den. Ein Sieg Schwans gehör­te ohne­hin nie ernst­haft ins Kal­kül der SPD. Schwans Kan­di­da­tur ist eine Alt­last aus chao­ti­schen Tagen unter Par­tei­chef Kurt Beck. Mit den Que­ren die­ser Zeit kann die Par­tei nun end­gül­tig abschlie­ßen“, bemerkt die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND.

—————

DER NEUE TAG aus Wei­den schreibt mit Blick auf die Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber:
„Die Köh­ler-Wahl hat Uni­on und Libe­ra­le zusam­men­ge­schweißt und das lin­ke Lager gespal­ten. Ob es aber reicht für Schwarz-Gelb, ist genau­so offen wie zuvor. Weil kei­ner mit der Lin­ken will, die Grü­nen kei­ne Jamai­ka-Koali­ti­on und die Libe­ra­len kei­ne Ampel wol­len, kann die Gro­ße Koali­ti­on Ende Sep­tem­ber ihre unfrei­wil­li­ge Wie­der­ge­burt fei­ern. Mit einem Horst Köh­ler als Auf­pas­ser und Mah­ner“, pro­phe­zeit DER NEUE TAG.

—————

Auch das MINDENER TAGEBLATT sieht kein Signal für eine künf­ti­ge schwarz-gel­be Koali­ti­on:
„Das Ergeb­nis der Prä­si­den­ten­wahl dürf­te die Stimm­ab­ga­be der Bür­ger wohl kaum beein­flus­sen. Der Wert die­ses Erfol­ges jen­seits psy­cho­lo­gi­scher Effek­te ist für Uni­on und Libe­ra­le begrenzt, auch wenn sie ihre Trup­pen geord­net und dis­zi­pli­niert prä­sen­tie­ren konn­ten. Nicht ganz so tra­gisch ist daher auch die von der SPD erlit­te­ne Schlap­pe. Mit Köh­ler hat die soeben 60 Jah­re alt gewor­de­ne Bun­des­re­pu­blik für die nächs­ten fünf Jah­re einen guten, ihr in vie­len Cha­rak­ter­zü­gen gemä­ßen Reprä­sen­tan­ten an der Staats­spit­ze bekom­men. Wer sie ab Sep­tem­ber regie­ren wird, dar­über bestimmt sie selbst – und das Ergeb­nis ist so offen wie vor der Prä­si­den­ten­wahl“, betont das MINDENER TAGEBLATT.

—————

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG geht auf den Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag in Bre­men ein:
„Der Kir­chen­tag war das Tref­fen die­ser Men­schen, die zögernd sagen: Na gut, hier bin ich. Er übte sich nicht so sehr in Kapi­ta­lis­mus- und Glo­ba­li­sie­rungs­kri­tik. Er behan­del­te die Poli­ti­ker aller Par­tei­en freund­lich, zu unkri­tisch. Er ver­mied den Streit, egal, ob es um Poli­tik ging, um Öku­me­ne oder den inter­re­li­giö­sen Dia­log. Man­che Ver­an­stal­tung hat nach­denk­lich gemacht. Aber etwas mehr Streit wäre not­wen­dig gewe­sen, weil pro­duk­ti­ver Streit die Din­ge wei­ter­bringt. Es gab Zei­ten, da leb­te der Kir­chen­tag vom hei­li­gen, ger­ne auch über­schie­ßen­den Zorn auf das, was er als unge­recht emp­fand. Aber war­um soll das Tref­fen mehr sein als der Spie­gel einer Gesell­schaft, der die Uto­pi­en abhan­den gekom­men sind?“
kon­sta­tiert die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.

—————

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus dem bran­den­bur­gi­schen Frank­furt meint:
„Rund 100.000 Dau­er­be­su­cher – der Evan­ge­li­sche Kir­chen­tag mobi­li­siert nach wie vor. Bedau­er­lich, dass er so wenig auch für eige­ne Anlie­gen genutzt wur­de. Vor dem Hin­ter­grund schwin­den­der Mit­glie­der ist das jedoch bit­ter nötig. Statt kri­ti­scher Stand­ort­be­stim­mung nur Wahl­kampf­flos­keln zahl­rei­cher Poli­ti­ker und reich­lich Gesell­schafts­kri­tik – im Zei­chen der Finanz­kri­se.“
Wir zitier­ten die MÄRKISCHE ODERZEITUNG.

—————

Wer eine Bilanz des Bre­mer Kir­chen­tags nur mit der Losung ‚Streit, wo warst du?‘ zie­hen will, muss zwangs­läu­fig ent- täuscht sein“, fin­det die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
„Längst vor­bei sind die Zei­ten, als Anders­den­ken­de aus­ge­buht wur­den, als evan­ge­li­sche Lai­en­tref­fen zuerst poli­ti­sche Pro- test­be­we­gun­gen waren. Ver­gli­chen mit frü­he­ren Kir­chen­ta­gen fand an der Weser ein har­mo­ni­sches, fröh­li­ches Fest Zehn­tau- sen­der Gleich­ge­sinn­ter statt. Glau­be, Spi­ri­tua­li­tät, Gebet ge- win­nen an Gewicht, ohne dass poli­ti­sche, ethi­sche Fra­gen aus- geklam­mert wer­den. Und gera­de für Jugend­li­che bot sich die Chan­ce, ihre evan­ge­li­sche Kir­che als viel­fäl­tig und welt­of­fen zu erle­ben“, resü­miert die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.

—————

Die RHEINISCHE POST, die in Düs­sel­dorf erscheint, zieht fol­gen­de Bilanz:
„Bre­men hat gezeigt, dass die­ses Milieu gut dar­an tut, sich dem schar­fen Wind der Rea­li­tät aus­zu­set­zen. Der Ruf nach mehr Gerech­tig­keit war all­ge­gen­wär­tig, aber zuwei­len wohl­feil. Die Empö­rung über die Welt ging oft genug ein­her mit Abschot­tung vor den Regeln der Rea­li­tät. Der viel beklatsch­te Ruf nach einem Ende des Wachs­tums etwa ist öko­no­misch und ethisch frag­wür­dig, denn Armut ent­kommt man nur mit Wachs­tum. Man hat­te den Ein­druck: Da rufen und klat­schen Wohl­stands­ver­wöhn­te. Des­halb war der Auf­tritt von Alt-Kanz­ler Schmidt so wich­tig: Ein Mann guten Wil­lens, der weiß, dass Rea­li­tät nicht mit Rhe­to­rik zu beein­dru­cken ist. Als Glau­bens­fest funk­tio­niert der Kir­chen­tag wun­der­bar. Als Streit­fo­rum nicht immer“, hebt die RHEINISCHE POST her­vor, mit der die Pres­se­schau endet.

« Presseschau –  »

Info:
Presseschau ist Beitrag Nr. 514
Autor:
Martin Pöttner am 25. Mai 2009 um 08:27
Category:
Presseschau
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment