Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Presseschau

Die Wiederwahl Horst Köhlers steht im Zentrum der Kommentare. Außerdem blicken wir auf das Jubiläum 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und auf die Lage in Sri Lanka.

—————

Die gestrige Bundesversammlung stößt in der BERLINER MORGENPOST auf folgendes Echo:
„So. Das war ja dann doch deutlich unspektakulärer als erwartet. Der Deutsche mag ein wenig risikofreudiger geworden sein in den vergangenen 60 Jahren, aber im Prinzip bleibt er dann doch ganz gerne bei Persil: Da weiß man, was man hat. In diesem Fall einen Bundespräsidenten, für den man sich zunächst mal von Herzen freuen kann, dass sein durchaus intensiver Wunsch nach einer zweiten Amtszeit in Erfüllung gegangen ist. Vielleicht wird er in den kommenden fünf Jahren ja noch etwas deutlicher, präziser, unverstellter in seinen Mahnungen. Es war eine Bundespräsidentenwahl, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Und sie hatte ein gutes Ergebnis“, findet die BERLINER MORGENPOST.

—————

„Es ist nichts falsch an ihm, er hat nichts falsch gemacht“, stellt der ebenfalls in Berlin erscheinende TAGESSPIEGEL ähnlich nüchtern fest:
„Befreit von der Suche nach Profil, wie in der ersten Amtszeit, befreit von dem Versuch der Neoliberalen, der Neokonservativen, ihn als ihren Wappenträger zu benutzen, kann er daran gehen, mit all den anderen Gutwilligen, die er angesprochen hat, allen, deren Stimme er auch sein will, Deutschland besser zu machen. Jetzt werden in rascher Folge die anderen Volksvertreter abgeordnet in die Parlamente. Horst Köhler wird es obliegen, den möglichen Schaden der Wahlkämpfe zu begrenzen. Er ist dafür mit der Autorität einer Mehrheit im ersten Wahlgang ausgestattet worden. Wenig ist das nicht“, urteilt DER TAGESSPIEGEL.

—————

Die serbische Zeitung BLIC aus Belgrad bemerkt:
„Horst Köhler ist in vielerlei Hinsicht ein Sonderfall. Er hatte vor seiner ersten Wahl an die Spitze des deutschen Staates nie ein politisches Amt bekleidet. Das gab ihm eine besondere Neutralität. Und das ist für dieses Amt von großem Vorteil.“

—————

In den LÜBECKER NACHRICHTEN ist zu lesen:
„Vor fünf Jahren kam Köhler als Vorbote einer schwarz-gelben Koalition ins Amt. Gestern wurde er nicht als Wegbereiter einer Koalitionsoption gewählt, sondern als über die Parteigrenzen hinweg respektiertes und in der Bevölkerung überaus beliebtes Staatsoberhaupt. Obwohl ihn ein Wahlgremium entlang der politischen Farben in Bundestag und Landesparlamenten bestätigte, trifft dessen Entscheidung doch sehr gut die vorherrschende Stimmung. Die Krise ist keine Zeit für Experimente, da hält man sich an das Bewährte. Horst Köhler hat sich in den Augen der meisten Deutschen bewährt“, halten die LÜBECKER NACHRICHTEN fest.

—————

Dass man sich an Horst Köhler in den vergangenen fünf Jahren gewöhnen konnte, hebt auch die FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG hervor:
„Obendrein versteht er was von Wirtschaft, das beruhigt. Wir stehen nicht am Ende, sondern am Beginn einer Wirtschaftskrise. Die Mittel zu ihrer Lösung sind identisch mit ihren Ursachen. Schulden über Schulden haben sie verursacht. Schulden über Schulden sollen sie heilen. In den Köpfen hat sich nichts geändert. Es wird also noch schlimmer kommen. Ein Wirtschaftsfachmann im Präsidialamt. Toll. In den letzten zwanzig Jahren waren Ökonomen die einzig unverbeulten Ideologen“, heißt es in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG.

—————

Die Zeitung SCHLESWIG-HOLSTEIN AM SONNTAG befasst sich mit der Herausforderin:
„Dass Gesine Schwan über den ersten Wahlgang nicht hinaus kam, hat sie sich selbst zuzuschreiben. Erst malte sie soziale Unruhen an die Wand, dann versuchte sie den DDR-Unrechtsstaat zu relativieren. Solche Äußerungen verrieten, dass sie im Gegensatz zum Amtsinhaber eher spaltet als versöhnt. Doch auch wenn Schwan nicht alle Stimmen aus dem eigenen Lager bekam, spiegelte die Bundesversammlung letztlich ein Patt zwischen dem bürgerlichen und dem rot-rot-grünen Lager wider. Wenn vom Berliner Konvent überhaupt ein Signal für die Bundestagswahl am 27. September ausgeht, dann dieses: Es wird knapp“, analysisert die Zeitung SCHLESWIG-HOLSTEIN AM SONNTAG, die in Flensburg erscheint.

—————

Die WELT AM SONNTAG schreibt:
„Es ist keine Schmach, bei einer demokratischen Wahl zu unterliegen. Doch als sie auch beim zweiten Anlauf nicht Bundespräsidentin geworden war, zeigte Gesine Schwan mehr als Spuren von Verletztheit. Das kann man verstehen und wundert sich doch. Denn die Niederlage kam nicht unerwartet. Frau Schwans Kandidatur hatte etwas Kopfloses. In ihrem Ehrgeiz, der zuletzt bundespolitische Dimensionen annahm, hat sie ihrer Partei, der SPD, die Kandidatur geradezu aufgenötigt. Und diese besaß – aus Dusseligkeit oder strategischem Kalkül – nicht die Kraft, sich des Ansinnens zu erwehren. Es war von der SPD und Frau Schwan nicht klug, gegen Horst Köhler anzutreten, der eine ordentliche erste Amtszeit absolviert hat und im Volk beliebt ist.“
So weit die WELT AM SONNTAG.

—————

Die dänische Zeitung POLITIKEN gehr auf den 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland:
„Der Deutschenhass in Europa war groß in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele schauten mit Adlersaugen auf jede undemokratische Tendenz und waren bereit, jederzeit über die junge Demokratie herzufallen. Am 60. Jahrestag nun muss man vor allem denjenigen dankbar sein, die den Kurs der Alliierten gegenüber dem besiegten Deutschland festlegten. Es war klug, die Dummheiten des Versailler Vertrags nicht zu wiederholen und stattdessen großzügig Wiederaufbauhilfe zu gewähren. Heute brauchen wir Dänen keine Angst mehr zu haben vor unserem großen Nachbarn im Süden. Dänemark und Deutschland tragen gemeinsame Verantwortung in einem vereinten Europa, dass aus den Ruinen des Krieges auferstanden ist“, resümiert POLITIKEN aus Kopenhagen.

—————

Auch die saudi-arabische Zeitung ARAB NEWS unterstreicht:
„Das Land lag nach dem Krieg in Trümmern. Heute ist Deutschland die führende Wirtschaftsmacht in Europa. Die meisten Bürger wollen, dass der Rest der Welt ihr Land nur noch als loyales Mitglied der Europäischen Union wahrnimmt. Aber es bestehen auch Gefahren. Jüngere Generationen haben nur wirtschaftlichen Wohlstand erfahren. Sie kennen die Ungeheuerlichkeiten der Hitler-Jahre nur noch aus Schulbüchern. Es gibt besorgniserregende rassistische Strömungen in der Gesellschaft. Nach der Wiedervereinigung kommen sie vor allem aus Ostdeutschland. Zudem konnten sich rechtsextremistische Parteien seit dem Einzug der von Adolf von Thadden mitbegründeten NPD in mehreren Landesparlamenten vor gut 30 Jahren kontinuierlich behaupten.“
geben die ARAB NEWS aus Dschidda zu bedenken.

—————

Schauen wir nun ins Ausland. Die Lage in Sri Lanka beschäftigt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG AM SONNTAG:
„Die sri-lankische Armee hat die tamilischen Rebellen am Schluss mit einem unerhört brutalen – militärisch weitgehend sinnlosen – Vernichtungskrieg geschlagen. Das humanitäre Völkerrecht wurde dabei gleich mehrfach verletzt. Die Tamil Tigers tragen selber Schuld daran. Ihre Terrorbewegung hat durch menschenverachtendes Vorgehen für Aufsehen gesorgt, ihr geliebter Führer Prabhakaran war einer der widerwärtigsten Schurken der jüngeren Weltgeschichte. Er gilt nicht nur als Erfinder des modernen Selbstmordattentats. Seine Bewegung hat auch bei der Propaganda, Indoktrination und Erpressung von Unterstützungsgeldern neue negative Massstäbe gesetzt“, konstatiert die NZZ AM SONNTAG aus der Schweiz.

—————

Die thailändische Zeitung BANGKOK POST appelliert an die srilankische Regierung:
„Sämtliche Einschränkungen für ausländische Hilfsorganisationen müssen aufgehoben werden. Colombo muss allen Helfern den Zugang zu den Flüchtlingslagern ermöglichen und darüber hinaus mit den Vorbereitungen für die Rückkehr der geflohenen Menschen in ihre Heimatregionen beginnen. Das erfordert vielerorts einen massiven Wiederaufbau. Außerdem muss sich die Regierung schleunigst bewegen und guten Willen zeigen, was die Beendigung der institutionalisierten Diskrimierung der tamilische Minderheit betrifft. Präsident Rajapakse hat dies versprochen“, mahnt die BANGKOK POST, mit der wir diese Ausgabe der Presseschau beenden.

«  – Presseschau »

Info:
Presseschau ist Beitrag Nr. 508
Autor:
Martin Pöttner am 24. Mai 2009 um 09:22
Category:
Presseschau
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

1 Kommentar »

  1. innoppill

    Hi, cour­teous posts the­re 🙂 express’s con­cer­ning the com­pel­ling word

    #1 Comment vom 24. Mai 2009 um 23:07

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment