Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Internationale Presseschau – Guantánamo

Schwer­punkt der Kom­men­ta­re sind die Äuße­run­gen von US-Prä­si­dent Oba­ma zur Zukunft der Guan­tá­na­mo-Häft­lin­ge. Außer­dem geht es um das euro­pä­isch-chi­ne­si­sche Gip­fel­tref­fen in Prag.

—————

Die Zei­tung USA TODAY aus Arling­ton schreibt zur Poli­tik von Prä­si­dent Oba­ma:
„Bei sei­ner Rede in Washing­ton wur­de deut­lich, was Oba­ma aus den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren gelernt hat: Dass der Kampf gegen den Ter­ror neu aus­ge­rich­tet wer­den muss. Er argu­men­tier­te für einen mitt­le­ren Weg. Erneut wies er For­de­run­gen zurück, dass die Taten der Bush-Ära von einer Wahr­heits-Kom­mis­si­on unter­sucht wer­den müs­sen und dass Ter­ror-Ver­däch­ti­ge den vol­len Schutz der ame­ri­ka­ni­schen Gerich­te genie­ßen müss­ten. Einen Krieg gewinnt man nicht leicht, beson­ders dann nicht, wenn er sich gegen unsicht­ba­re Kämp­fer rich­tet. Doch Oba­ma hat nicht signa­li­siert, dass er sich vor der Schlacht drü­cken will. Er will nur stren­ger als sein Vor­gän­ger dar­auf ach­ten, dass die Wer­te, zu denen wir uns beken­nen, nicht ver­ra­ten wer­den“, ana­ly­siert die Zei­tung USA TODAY.

—————

Oba­mas Rede erfüllt uns mit Erleich­te­rung und Opti­mis­mus“, ist in der NEW YORK TIMES zu lesen.
„Acht Jah­re lang ver­such­te Geor­ge Bush, die ame­ri­ka­ni­sche Öffent­lich­keit durch Ein­schüch­te­run­gen und Des­in­for­ma­ti­on in Angst zu ver­set­zen. Prä­si­dent Oba­ma sag­te die Wahr­heit. Es war ein Moment von poli­ti­schem Mut, der die­ses Land siche­rer machen wird. Oba­ma hat recht, wenn er erklärt, dass sich Ame­ri­ka nicht zwi­schen Sicher­heit und demo­kra­ti­schen Wer­ten ent­schei­den muss. Die Mann­schaft von Bush hat die­se Wer­te geleug­net. Hof­fent­lich bleibt Oba­ma bei sei­ner Über­zeu­gung, dass nicht der Ter­ro­ris­mus das Pro­blem ist – denn die­sem kann unser Rechts­sys­tem begeg­nen. Das Pro­blem ist viel­mehr, dass Bush eben die­ses Rechts­sys­tem unter­gra­ben hat – und damit das Anse­hen und die Sicher­heit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten“, unter­streicht die NEW YORK TIMES.

—————

DER STANDARD aus Wien geht auf die Ableh­nung von Oba­mas Plä­nen zu Guánt­a­na­mo im US-Kon­gress ein:
„Die Abge­ord­ne­ten sind ihren Wäh­lern ver­pflich­tet – und vie­le US-Ame­ri­ka­ner wol­len schlicht kei­ne frü­he­ren Guan­tá­na­mo-Insas­sen in den Gefäng­nis­sen ihrer Hei­mat­städ­te. Für sie ist die Ter­ror­be­dro­hung noch sehr real. Die USA müs­sen das Lager schlie­ßen und Insas­sen auf­neh­men, das steht außer Fra­ge. Sie kön­nen die­se Ver­ant­wor­tung nicht auf ande­re Staa­ten abwäl­zen. Oba­ma muss sei­ne Lands­leu­te noch davon über­zeu­gen – und da ist Füh­rungs­stär­ke gefragt. Bis­her hat der US-Prä­si­dent ver­sucht, es in der Anti-Ter­ror-Debat­te allen recht zu machen: Wir bre­chen mit den Bush-Metho­den, Ver­ant­wort­li­che gehen aber straf­frei aus; wir schlie­ßen Guan­tá­na­mo, doch die Mili­tär­tri­bu­na­le gehen wei­ter. Ein Här­te­test für die heh­ren Zie­le“, kon­sta­tiert der öster­rei­chi­sche STANDARD.

—————

Der bri­ti­sche INDEPENDENT meint:
„Zu Amts­zei­ten von Geor­ge Bush lie­ßen sei­ne Geg­ner kei­ne Gele­gen­heit aus, die Exis­tenz des Gefan­ge­nen­la­gers zu kri­ti­sie­ren. Nun füg­ten die­se Abge­ord­ne­ten Prä­si­dent Oba­ma sei­ne bis­lang emp­find­lichs­te Nie­der­la­ge zu. Für ame­ri­ka­ni­sche Poli­ti­ker ist ein Guan­ta­na­mo-Häft­ling im eige­nen Bun­des­staat unge­fähr so gif­tig wie ein Atom­müll-Lager. Oba­ma muss die­se Ängs­te beru­hi­gen. Gleich­zei­tig muss er einen wei­te­ren Fak­tor neu­tra­li­sie­ren, der die Debat­te beherrscht: die chro­ni­sche Angst der Demo­kra­ten, in Sicher­heits­fra­gen als schwach zu erschei­nen. Es war die­se Angst, die vie­le von ihnen zur Zustim­mung von Bushs Irak-Krieg ver­lei­tet hat. Oba­ma hat als Kan­di­dat und als Prä­si­dent dar­auf beharrt, dass man die Sicher­heit des Lan­des gewähr­leis­ten und zugleich an ame­ri­ka­ni­schen Geset­zen und Idea­len fest­hal­ten kann. Guan­ta­na­mo gibt ihm die Chan­ce, dies zu bewei­sen – eine Chan­ce, die er nicht ver­ge­ben darf“, mahnt THE INDEPENDENT aus Lon­don.

—————

Die WASHINGTON POST erläu­tert:
„Prä­si­dent Oba­ma wird von bei­den Sei­ten kri­ti­siert. Von der Lin­ken wird geleug­net, dass die Schlacht gegen Al Kai­da als Krieg ange­se­hen wer­den kann. Die Rech­te unter­stellt, dass fai­re Regeln und die Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung in die­sem Krieg die Ver­tei­di­gung der Nati­on erschwe­ren. Oba­mas Weis­heit liegt dar­in, dass er die Rea­li­tät des Krie­ges akzep­tiert, aber dar­auf besteht, dass die­ser im Ein­klang mit den ame­ri­ka­ni­schen Wer­ten geführt wer­den kann“, kom­men­tiert die WASHINGTON POST.

—————

Die pol­ni­sche Zei­tung RZECZPOSPOLITA sieht es so:
„Es ist gut, dass sich Barack Oba­ma ernst­haft mit dem Pro­blem Guan­ta­na­mo beschäf­ti­gen will. Er steht vor der schwie­ri­gen Wahl zwi­schen Recht und Sicher­heit. Bis­lang ver­sucht er den Spa­gat: Die gefähr­lichs­ten Tali­ban wer­den auch wei­ter­hin kei­nem Gericht vor­ge­führt und wer­den nicht frei­ge­las­sen. Im Fal­le der weni­ger gefähr­li­chen Ver­däch­ti­gen ent­schied Oba­ma sich für die Rück­kehr zu tra­di­tio­nel­len ame­ri­ka­ni­schen Wer­ten. Ein ehr­li­cher Pro­zess wird den Men­schen­recht­lern gefal­len. Er wird aber auch den Ter­ro­ris­ten gefal­len, die in den Höh­len im afgha­nisch-paki­sta­ni­schen Grenz­ge­biet inzwi­schen sicher nicht mehr nur ler­nen, wie man Bom­ben baut, son­dern auch, wie die Ver­fas­sung der USA gestrickt ist und wel­che Para­gra­phen ihnen unver­äu­ßer­li­che Rech­te garan­tie­ren“, warnt die RZECZPOSPOLITA aus War­schau.

—————

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG geht auf das chi­ne­sisch-euro­päi­sche Gip­fel­tref­fen in Prag ein:
„Die­ses hät­te eigent­lich schon vor einem knap­pen hal­ben Jahr zum Ende der fran­zö­si­schen Rats­prä­si­dent­schaft statt­fin­den sol­len. Doch Peking ließ wegen Irri­ta­tio­nen um die Hal­tung der Euro­päi­schen Uni­on zu Tibet den Anlass plat­zen. In Prag bemüh­ten sich jetzt bei­de Sei­ten, Har­mo­nie zu demons­trie­ren. Jedoch ließ der chi­ne­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Wen wenig Zwei­fel dar­an, dass er den Begriff Har­mo­nie so ver­steht, dass sich der Part­ner poin­tier­ter Stand­punk­te ent­hält“, streicht die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG her­aus.

—————

Auch in der chi­ne­si­schen Zei­tung JIEFANG RIBAO fin­det das Tref­fen ein Echo:
„Der größ­te Erfolg des Gip­fels ist, dass das Tref­fen nach eini­gen Stö­run­gen über­haupt statt­ge­fun­den hat und sich die bila­te­ra­le Bezie­hun­gen nor­ma­li­siert haben. Auch wenn das sub­stan­ti­el­le Gespräch nur zwei Stun­den dau­er­te, ist die sym­bo­li­sche Bedeu­tung nicht zu unter­schät­zen. Der gegen­sei­ti­ge Aus­tausch trägt zum Ver­trau­en zwi­schen bei­den Sei­ten bei und spielt für die künf­ti­ge Ent­wick­lung eine weg­wei­sen­de Rol­le. Chi­na und die EU haben all­mäh­lich die unrea­lis­ti­schen Erwar­tun­gen anein­an­der auf­ge­ge­ben und stre­ben nun eine prag­ma­ti­sche Zusam­men­ar­beit an. Nur so kann es eine rei­bungs­lo­se Zusam­men­ar­beit zwi­schen Chi­na und der EU geben“, ist JIEFANG RIBAO aus Schang­hai über­zeugt.

—————

Nun noch ein Blick nach Deutsch­land. DIE PRESSE aus Wien gra­tu­liert zu 60 Jah­ren Grund­ge­setz:
„Ent­ge­gen dem Kli­schee vom stei­fen, humor­lo­sen Deut­schen, das Öster­rei­cher ger­ne von ihrem Nach­barn malen, kenn­zeich­net die­sen Staat mitt­ler­wei­le eine fast schon hei­te­re Gelas­sen­heit, auch inmit­ten der Wirt­schafts­kri­se. 60 Jah­re nach ihrer Grün­dung hat sich die Bun­des­re­pu­blik ein Stück Nor­ma­li­tät zurück­er­obert. Es ist dem Land eine Regie­rung zu wün­schen, die die­sen Frei­raum nützt und nicht bloß unin­spi­riert ver­wal­tet, wie Kanz­le­rin Mer­kel das tut. Deutsch­land hat das intel­lek­tu­el­le, wirt­schaft­li­che und poli­ti­sche Poten­zi­al, das 21. Jahr­hun­dert mit neu­en Ide­en mit­zu­ge­stal­ten und eine aus­ge­präg­te­re Füh­rungs­rol­le zu spie­len als bis­her, und zwar ganz sicher kei­ne mili­tä­ri­sche. Das ist gut so“, fin­det DIE PRESSE aus Öster­reich.

—————

Anläss­lich der mor­gi­gen Bun­des­prä­si­den­ten­wahl beschäf­tigt sich die nie­der­län­di­sche Zei­tung DE VOLKSKRANT mit der SPD-Kan­di­da­tin:
„Gesi­ne Schwan hat in den letz­ten Wochen uner­müd­lich ihre Wahl­kam­pa­gne betrie­ben. Ihr Schick­sal scheint aller­dings bereits besie­gelt, da erwar­tet wird, dass etli­che SPD-Mit­glie­der sie nicht unter­stüt­zen. Soll­te sie ent­ge­gen den Erwar­tun­gen doch gewin­nen, könn­te das von gro­ßer poli­ti­scher Bedeu­tung sein. Ein über­ra­schen­des Abstim­mungs­ver­hal­ten bei der Bun­des­prä­si­den­ten­wahl wür­de immensen Ein­fluss haben auf die Ver­hand­lungs­po­si­tio­nen der gro­ßen Par­tei­en für die Koali­ti­ons­bil­dung nach der Bun­des­tags­wahl. Viel­leicht wird der Auf­takt für das Super­wahl­jahr doch noch span­nend“, spe­ku­liert die VOLKSKRANT aus Ams­ter­dam.

« Presseschau – Zur Philosophie von Thomas Fuchs »

Info:
Internationale Presseschau – Guantánamo ist Beitrag Nr. 483
Autor:
Martin Pöttner am 22. Mai 2009 um 13:09
Category:
Presseschau
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

3 Comments »

  1. Transatlantikblog T.A.B. » Obama in der Kritik: Guantanamo

    […] Eine aus­führ­li­che Pres­se­schau zu die­sem The­ma fin­den Sie auf dem Blog All­tag und Phi­lo­so­phie. […]

    #1 Pingback vom 22. Mai 2009 um 18:26

  2. EDGAR

    CheapTabletsOnline.com. Canadian Health&Care.Best quality drugs.Special Internet Prices.No prescription online pharmacy. High quality pills. Order pills online

    Buy:Nexium.Accutane.Arimidex.Retin-A.Human Growth Hormone.Prevacid.Mega Hoodia.Prednisolone.100% Pure Okinawan Coral Calcium.Synthroid.Zovirax.Lumigan.Actos.Petcam (Metacam) Oral Suspension.Valtrex.Zyban….

    #2 Trackback vom 10. September 2010 um 09:25

  3. RONNIE

    NEW FASHION store. Original designers collection at low prices!!! 20 % TO 70 % OFF. END OF SEASON SALE!!!

    BUY FASHION. TOP BRANDS: GUCCI, DOLCE&GABBANA, BURBERRY, DIESEL, ICEBERG, ROBERTO CAVALLI, EMPORIO ARMANI, VERSACE…

    #3 Trackback vom 11. November 2010 um 16:37

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment