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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


25. Juli 2017

Sechster Sonntag nach Trinitatis (Act 8,26ff [EFG Griesheim])


Ein Engel des Herrn sprach zu Philippus: „Auf, mach dich auf Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt!« Das ist eine einsame Gegend. 27Er machte sich auf und ging. Da war da ein Äthiopier, ein Eunuch, ein Hofbeamter der Kandake, der äthiopischen Königin, der über alle ihre Finanzen gesetzt war. Er war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten. 28Nun saß er auf der Rückreise auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29Der Geist sagte zu Philippus: »Geh heran und halte dich an diesen Wagen!« 30Philippus lief heran und hörte, wie er den Propheten Jesaja las, und sagte: »Verstehst du denn, was du da liest?« 31Der sagte: »Wie sollte ich es denn können, wenn mich niemand anleitet?« Und er bat Philippus aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. 32Der Schriftabschnitt, den er las, lautete so: Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; wie ein Lamm beim Scheren keinen Laut von sich gibt, so macht er seinen Mund nicht auf. 33In seiner Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben; seine Sippe wer kann von ihr erzählen? Wird doch sein Leben von der Erde weggenommen. 34Der Eunuch sagte zu Philippus: »Ich bitte dich, über wen sagt der Prophet das? Über sich selbst oder über jemand anderen?« 35Philippus begann zu sprechen und von dieser Schriftstelle ausgehend verkündigte er ihm Jesus. 36Wie sie so den Weg dahinfuhren, kamen sie zu einem Gewässer; und der Eunuch sagte: »Da ist Wasser! Was steht dem entgegen, dass ich getauft werde?« 38Da befahl er, dass der Wagen anhielte; und sie stiegen beide hinab in das Wasser, Philippus und der Eunuch; und er taufte ihn. 39Als sie aus dem Wasser stiegen, entrückt der Geist des Herrn Philippus. Der Eunuch sah ihn nicht mehr. Denn er zog froh seines Weges. (Vgl. Bibel in gerechter Sprache, z. St.)

Liebe Gemeinde,

ein Text aus der Frühzeit der christlichen Mission von Jerusalem aus. Er ist in biblischen, prophetischen Farben geschrieben, wie wir sie aus Prophetenerzählungen kennen.
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Der Schüler den Jesus liebte

 

Zusammenfassung vom 24.07.

Zu möglichen Seminararbeiten: Ein/e Student/in sollte Thema/Text selbst wählen, Vorschläge dann, wenn Ihnen nichts einfällt. Wenn Sie sich entschieden haben, erstellen Sie eine Gliederung der Arbeit, die Sie mit mir besprechen sollten. Bei der Arbeit bewerte ich anteilmäßig 20 % formal (Stil, Rechtschreibung, Typografie, Layout); 20 % Argumentation (Methodik, Kohärenz; auch: Literaturverarbeitung); 30 % Inhalt; 30 % Theologische Verarbeitung (eigene Meinung usf.).

Der segmentierte Text befindet sich in der letzten Zusammenfassung.

Das Modell „Auferstehen“ überwindet das peinliche Kreuz – und generiert ein sanfteres Glaubens- bzw. Nachfolgekonzept findet sich m. E. in keinem Evangelium (vgl. auch 1Kor 2,2). Wir hatten uns an Luthers Heidelberger Disputation den Traditionshintergrund im Christentum deutlich gemacht. Und so ist hier auch die Story mit Petrus und seinem Tod gemeint. In das Liebeskonzeption wird mithin ein Leidensaspekt integriert, da ansonsten die Gewaltlosigkeit nicht aufrechterhalten werden könnte – und auch Gott wird im Johannesevangelium so verstanden.

Das Thema Nachfolge (ἀκολούθει) ist für Joh 21 zentral, so folgt auch der Schüler, den Jesus liebte, nach (21,20: κολουθοντα). Die Präkanonischen Edition gibt ihm den Namen Johannes, einer der Zebedaiden. Der Text lässt aber auch zu, dass es einer der beiden nicht namentlich genannten Schüler ist (vgl. 21,2).

Die Sitzung setzte sich dann mit dem Phänomen auseinander, dass in Joh 13,35f und 15,9-12 das Liebe konzeptionell so eingeführt wird:

9Καθς γπησν με πατρ,

κγ
μς γπησα·

μενατε ν τ
γπ τ
μ.

10ἐὰν τς ντολς μου τηρσητε,

μενετε ν τ
γπ μου,

καθς γ τς ντολς το πατρς μου τετρηκα

κα μνω ατο
ν τ
γπ.

11Τατα λελληκα μν


να χαρ

μ
ν μν

κα
χαρ
μν πληρωθ.

12Ατη στν
ντολ

μ,

να γαπτε λλλους

καθς γπησα μς.

Hier ist das zentrale Konzept des Johannesevangeliums bezeichnet. Und dazu steht die Bezeichnung eines Schülers mit der Kennzeichnung „den Jesus liebte“, in einem nachdenklich stimmenden Missverhältnis. Das übliche Neutestamentler/innen-Verfahren diese Formulierung als Komparativ zu lesen, wurde durch eine weitere Variante im Seminar bereichert („Lieblingsjünger“). Nur: Das findet alles in der reichen Fantasie der Ausleger/innen statt, steht aber nicht im griechischen Text. Der einzige Komparativ in diesem Zusammenhang findet sich hier:

Σμων ωννου,

γαπς με πλον τοτων; (21,15b.c)

Daraus und dem anscheinenden Konkurrenzverhältnis von Petrus und dem Schüler, den Jesus liebte, wurde bei den gut Griechisch verstehenden Kolleg/inn/en der Lieblingsjünger – nur im griechischen Text kommt er nicht vor! Sie sollten zur Sicherheit noch einmal alle Stellen lesen, die φιλεν/γαπν, ησος und μαθητς … kombinieren …

Entsprechend wandten wir uns der Frage zu, ob es sich um eine symbolische oder „historische“ Figur handelt. Bultmann glaubte, es ginge um eine Symbolisierung des „Heidenchristentums“, diejenigen, welche für „historische Figur“ plädieren, orientieren sich an der Möglichkeit, diesen Schüler mit dem Namen Johannes zu verbinden, wie es in der Präkanonischen Edition der Fall ist – und verbinden bestimmte altkirchliche Storys mit ihm (z. B. Schnelle, Einleitung).

Vom Text selbst her ist vor allem klar, dass es sich bei dem Schüler, den Jesus liebte, um den expliziten Autor des Johannesevangeliums handelt: 19,35, 20,30ff, 21,25, dessen Text aber von anderen herausgegeben wurde. Hier sind m. E. die in der 1. Person Plural geäußerten Passagen ausschlaggebend, hier vor allem 21,24, aber schon im Prolog und in Joh 3. Auf diese Weise kommt man m. E. mit den zwei Buchschlüssen recht gut hin.

M. E. symbolisiert er als Autor besonders die zentrale Beziehung im Johannesevangelium, die Liebe, vgl. 1,18, 13,23, 21,24.


24. Juli 2017

Joh 20,30ff (Uni Hd)

Der besprochene und am nächsten Montag abschließend zu besprechende Text sieht folgendermaßen aus:

30Πολλὰ μὲν οὖν καὶ ἄλλα σημεῖα ἐποίησεν ὁ Ἰησοῦς ἐνώπιον τῶν μαθητῶν [αὐτοῦ],

ἃ οὐκ ἔστιν γεγραμμένα ἐν τῷ βιβλίῳ τούτῳ·

31ταῦτα δὲ γέγραπται

ἵνα πιστεύ [σ]ητε

ὅτι Ἰησοῦς ἐστιν ὁ χριστὸς ὁ υἱὸς τοῦ θεοῦ,

καὶ ἵνα πιστεύοντες ζωὴν ἔχητε ἐν τῷ ὀνόματι αὐτοῦ.

211Μετὰ ταῦτα ἐφανέρωσεν ἑαυτὸν πάλιν ὁ Ἰησοῦς τοῖς μαθηταῖς

ἐπὶ τῆς θαλάσσης τῆς Τιβεριάδος·

ἐφανέρωσεν δὲ οὕτως.

2Ἦσαν ὁμοῦ Σίμων Πέτρος

καὶ Θωμᾶς

ὁ λεγόμενος Δίδυμος

καὶ Ναθαναὴλ

ὁ ἀπὸ Κανὰ τῆς Γαλιλαίας

καὶ οἱ τοῦ Ζεβεδαίου

καὶ ἄλλοι ἐκ τῶν μαθητῶν αὐτοῦ δύο.

3λέγει αὐτοῖς Σίμων Πέτρος·

ὑπάγω ἁλιεύειν.

λέγουσιν αὐτῷ·

ἐρχόμεθα καὶ ἡμεῖς σὺν σοί.

ἐξῆλθον

καὶ ἐνέβησαν εἰς τὸ πλοῖον,

καὶ ἐν ἐκείνῃ τῇ νυκτὶ ἐπίασαν οὐδέν.

4Πρωΐας δὲ ἤδη γενομένης ἔστη Ἰησοῦς εἰς τὸν αἰγιαλόν,

οὐ μέντοι ᾔδεισαν οἱ μαθηταὶ

ὅτι Ἰησοῦς ἐστιν.

5λέγει οὖν αὐτοῖς [ὁ] Ἰησοῦς·

παιδία,

μήτι προσφάγιον ἔχετε;

ἀπεκρίθησαν αὐτῷ·

οὔ.

6ὁ δὲ εἶπεν αὐτοῖς·

βάλετε εἰς τὰ δεξιὰ μέρη τοῦ πλοίου τὸ δίκτυον,

καὶ εὑρήσετε.

ἔβαλον οὖν,

καὶ οὐκέτι αὐτὸ ἑλκύσαι ἴσχυον ἀπὸ τοῦ πλήθους τῶν ἰχθύων.

7λέγει οὖν ὁ μαθητὴς ἐκεῖνος

ὃν ἠγάπα ὁ Ἰησοῦς τῷ Πέτρῳ·

ὁ κύριός ἐστιν.

Σίμων οὖν Πέτρος ἀκούσας

ὅτι ὁ κύριός ἐστιν

τὸν ἐπενδύτην διεζώσατο,

ἦν γὰρ γυμνός,

καὶ ἔβαλεν ἑαυτὸν εἰς τὴν θάλασσαν,

8οἱ δὲ ἄλλοι μαθηταὶ τῷ πλοιαρίῳ ἦλθον,

οὐ γὰρ ἦσαν μακρὰν ἀπὸ τῆς γῆς

ἀλλ‘ ὡς ἀπὸ πηχῶν διακοσίων,

σύροντες τὸ δίκτυον τῶν ἰχθύων.

9Ὡς οὖν ἀπέβησαν εἰς τὴν γῆν βλέπουσιν ἀνθρακιὰν κειμένην

καὶ ὀψάριον ἐπικείμενον καὶ ἄρτον.

10λέγει αὐτοῖς ὁ Ἰησοῦς·

ἐνέγκατε ἀπὸ τῶν ὀψαρίων ὧν ἐπιάσατε νῦν.

11ἀνέβη οὖν Σίμων Πέτρος

καὶ εἵλκυσεν τὸ δίκτυον εἰς τὴν γῆν μεστὸν ἰχθύων μεγάλων ἑκατὸν πεντήκοντα τριῶν·

καὶ τοσούτων ὄντων οὐκ ἐσχίσθη τὸ δίκτυον.

12Λέγει αὐτοῖς ὁ Ἰησοῦς·

δεῦτε ἀριστήσατε.

οὐδεὶς δὲ ἐτόλμα τῶν μαθητῶν ἐξετάσαι αὐτόν·

σὺ τίς εἶ;

εἰδότες

ὅτι ὁ κύριός ἐστιν.

13ἔρχεται Ἰησοῦς

καὶ λαμβάνει τὸν ἄρτον

καὶ δίδωσιν αὐτοῖς,

καὶ τὸ ὀψάριον ὁμοίως.

14τοῦτο ἤδη τρίτον ἐφανερώθη Ἰησοῦς τοῖς μαθηταῖς ἐγερθεὶς ἐκ νεκρῶν.

15Ὅτε οὖν ἠρίστησαν

λέγει τῷ Σίμωνι Πέτρῳ ὁ Ἰησοῦς·

Σίμων Ἰωάννου,

ἀγαπᾷς με πλέον τούτων;

λέγει αὐτῷ·

ναὶ κύριε,

σὺ οἶδας

ὅτι φιλῶ σε.

λέγει αὐτῷ·

βόσκετὰ ἀρνία μου.

16λέγει αὐτῷ πάλιν δεύτερον·

Σίμων Ἰωάννου,

ἀγαπᾷς με;

λέγει αὐτῷ·

ναὶ κύριε,

σὺ οἶδας

ὅτι φιλῶ σε.

λέγει αὐτῷ·

ποίμαινε τὰ πρόβατά μου.

17λέγει αὐτῷ τὸ τρίτον·

Σίμων Ἰωάννου,

φιλεῖς με;

ἐλυπήθη ὁ Πέτρος

ὅτι εἶπεν αὐτῷ τὸ τρίτον·

φιλεῖς με;

καὶ λέγει αὐτῷ·

κύριε,

πάντα σὺ οἶδας,

σὺ γινώσκεις

ὅτι φιλῶ σε.

λέγει αὐτῷ [ὁ Ἰησοῦς]·

βόσκετὰ πρόβατά μου.

18Ἀμὴν ἀμὴν λέγω σοι,

ὅτε ἦς νεώτερος,

ἐζώννυες σεαυτὸν

καὶ περιεπάτεις

ὅπου ἤθελες·

ὅταν δὲ γηράσῃς,

ἐκτενεῖς τὰς χεῖράς σου,

καὶ ἄλλος σεζώσει

καὶ οἴσει ὅπου οὐ θέλεις.

19τοῦτο δὲ εἶπεν σημαίνων ποίῳ θανάτῳ δοξάσει τὸν θεόν.

καὶ τοῦτο εἰπὼν

λέγει αὐτῷ·

ἀκολούθει μοι.

20Ἐπιστραφεὶς ὁ Πέτρος

βλέπει τὸν μαθητὴν

ὃν ἠγάπα ὁ Ἰησοῦς

ἀκολουθοῦντα,

ὃς καὶ ἀνέπεσενἐν τῷ δείπνῳ ἐπὶ τὸ στῆθος αὐτοῦ

καὶ εἶπεν·

κύριε,

τίς ἐστιν ὁ παραδιδούς σε;

21τοῦτον οὖν ἰδὼν ὁ Πέτρος

λέγει τῷ Ἰησοῦ·

κύριε,

οὗτος δὲ τί;

22λέγει αὐτῷ ὁ Ἰησοῦς·

ἐὰν αὐτὸν θέλω μένειν ἕως ἔρχομαι,

τί πρὸς σέ;

σύ μοι ἀκολούθει.

23ἐξῆλθεν οὖν οὗτος ὁ λόγος εἰς τοὺς ἀδελφοὺς

ὅτι ὁ μαθητὴς ἐκεῖνος οὐκ ἀποθνῄσκει·

οὐκ εἶπεν δὲ αὐτῷ ὁ Ἰησοῦς

ὅτι οὐκ ἀποθνῄσκει

ἀλλ’·

ἐὰν αὐτὸν θέλω μένειν ἕως ἔρχομαι

τί πρὸς σέ];

24Οὗτός ἐστιν ὁ μαθητὴς ὁ μαρτυρῶν περὶτούτων

καὶ ὁ γράψας ταῦτα,

καὶ οἴδαμεν

ὅτι ἀληθὴς αὐτοῦ ἡ μαρτυρία ἐστίν.

25Ἔστιν δὲ καὶ ἄλλα πολλὰ ἃ ἐποίησεν ὁ Ἰησοῦς,

ἅτινα ἐὰν γράφηται καθ‘ ἕν,

οὐδ‘ αὐτὸν οἶμαι τὸν κόσμον χωρῆσαι τὰ γραφόμενα βιβλία.

Klärung erfuhr 30Πολλὰ μὲν οὖν καὶ ἄλλα σημεῖα ἐ…, dass Jesus also viele andere σημεῖα getan habe, die woanders oder auch gar nicht aufgeschrieben worden seien (vgl. auch die relative Entsprechung zu 21,25). (more…)

16. Juli 2017

Das Buch Hiob (Bibelkunde Heidelberg)

Ijob / Hiob

Übersicht über die poetischen Teile des Ijobbuches

Name und Position

Der Name Ijob bedeutet (nach dem Akkadischen) „Wo ist der Vater“, die bekanntere Namensform „Hiob“ entspringt der Übersetzung Martin Luthers. In deutschen Bibeln steht das gleichnamige Buch in der Regel als erstes der Lehrbücher vor dem Psalter, in der Hebräischen Bibel steht es an zweiter (oder an dritter) Stelle nach den Psalmen.

Aufbau

Wichtig ist die Erkenntnis, dass das Hiobbuch aus einer Rahmenhandlung und dahinein gestellten Reden in Versform (Poesie) besteht. Vgl. einen Überblick über hebräische Versformen hier. Prolog und Epilog sind dagegen in Prosa verfasst. Man muss davon ausgehen, dass diese Gliederung dem ursprünglichen Wachstum des Buches entspricht. (Zusätzlich sind noch weitere Wachstumsspuren innerhalb des Redeteils festzustellen.)
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14. Juli 2017

TUD: Bergpredigt

Das Seminar sollte sich mit Mt 7,13-23 befassen, konnte aber auch noch zusätzlich den Epilog (7,24-27) besprechen, sodass in der Schlusssitzung für die Studierenden noch offene Fragen erörtert werden können.

Wir befassten uns zunächst mit der Wegmetapher. Der Weg ins Reich Gottes bzw. der Himmel ist eng, schmal und beschwerlich, während der Weg in die Verdammnis eher komfortabel ist, weshalb dieser Weg beliebter ist. Die Wegmetapher beschreibt in vielen Religionen das Leben, hier ein anspruchsvolles, sittlich reflektiertes Leben, das sich an der Auslegung von Tora und Propheten orientiert.
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13. Juli 2017

TUD: Bibelkunde

Wir besprachen das Erzählmodell des Johannesevangeliums anhand des Johannesprologs (Joh 1,1-18), in dem nach der Auffassung des Aristoteles alle Aspekte der folgenden Erzählung zumindest angedeutet sein sollten.

Im Johannesevangelium steht die Gottesfrage im Vordergrund, wer Gott ist, wird erzählerisch bestimmt. Wir sahen, dass Joh 1,1 wörtlich Gen 1,1 zitiert – und verstanden anhand von Prov 8,22ff, dass dieser Text schon weisheitlich interpretiert im Johannesevangelium rezipiert und fortgeschrieben wird. Wesentlich ist, dass alles durch das Wort geworden ist. Das „Wort“ ist mithin die Bezeichnung der „Weisheit“. Wir sahen also, dass das Judentum nicht monotonotheistisch ist, sondern mittels der Weisheit eine Differenz im einen Gott bestimmt – und dieses Judentum wird im Johannesevangelium fortgeschrieben.
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Uni Hd: Joh 20,19ff

Der besprochene Text sieht segmentiert so aus:

19Οὔσης οὖν ὀψίας τῇ ἡμέρᾳ ἐκείνῃ τῇ μιᾷ σαββάτων

καὶ τῶν θυρῶν κεκλεισμένων

ὅπου ἦσαν οἱ μαθηταὶ διὰ τὸν φόβον τῶν Ἰουδαίων,

ἦλθεν ὁ Ἰησοῦς

καὶ ἔστη εἰς τὸ μέσον

καὶ λέγει αὐτοῖς·

εἰρήνη ὑμῖν.

20καὶ τοῦτο εἰπὼν

ἔδειξεν τὰς χεῖρας

καὶ τὴν πλευρὰν αὐτοῖς.

ἐχάρησαν οὖν οἱ μαθηταὶ ἰδόντες τὸν κύριον.

21εἶπεν οὖν αὐτοῖς [ὁ Ἰησοῦς] πάλιν·

εἰρήνη ὑμῖν·

καθὼς ἀπέσταλκέν με ὁ πατήρ,

κἀγὼ πέμπω ὑμᾶς.

22καὶ τοῦτο εἰπὼν ἐνεφύσησεν

καὶ λέγει αὐτοῖς·

λάβετε πνεῦμα ἅγιον·

23ἄν τινων ἀφῆτε τὰς ἁμαρτίας ἀφέωνται αὐτοῖς,

ἄν τινων κρατῆτε κεκράτηνται.

24Θωμᾶς δὲ εἷς ἐκ τῶν δώδεκα,

ὁ λεγόμενος Δίδυμος,

οὐκ ἦν μετ‘ αὐτῶν

öὅτε ἦλθεν Ἰησοῦς.

25ἔλεγον οὖν αὐτῷ οἱ ἄλλοι μαθηταί·

ἑωράκαμεν τὸν κύριον.

ὁ δὲ εἶπεν αὐτοῖς·

ἐὰν μὴ ἴδω ἐν ταῖς χερσὶν αὐτοῦ τὸν τύπον τῶν ἥλων

καὶ βάλω τὸν δάκτυλόν μου εἰς τὸν τύπον τῶν ἥλων

καὶ βάλω μου τὴν χεῖρα εἰς τὴν πλευρὰν αὐτοῦ,

οὐ μὴ πιστεύσω.

26Καὶ μεθ‘ ἡμέρας ὀκτὼ πάλιν ἦσαν ἔσω οἱ μαθηταὶ αὐτοῦ

καὶ Θωμᾶς μετ‘ αὐτῶν.

ἔρχεται ὁ Ἰησοῦς τῶν θυρῶν κεκλεισμένων

καὶ ἔστη εἰς τὸ μέσον

καὶ εἶπεν·

εἰρήνη ὑμῖν.

27εἶτα λέγει τῷ Θωμᾷ·

φέρε τὸν δάκτυλόν σου ὧδε

καὶ ἴδε τὰς χεῖράς μου

καὶ φέρε τὴν χεῖρά σου

καὶ βάλε εἰς τὴν πλευράν μου,

καὶ μὴ γίνου ἄπιστος

ἀλλὰ πιστός.

28ἀπεκρίθη Θωμᾶς

καὶ εἶπεν αὐτῷ·

ὁ κύριός μου

καὶ ὁ θεός μου.

29λέγει αὐτῷ ὁ Ἰησοῦς·

ὅτι ἑώρακάς με πεπίστευκας;

μακάριοι οἱ μὴ ἰδόντες

καὶ πιστεύσαντες.
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12. Juli 2017

TUD: Bergpredigt


Technische Universität Darmstadt

Institut für Theologie und Sozialethik

Protokoll für die Veranstaltung:

Einführung in die exegetischen Methoden und das wissenschaftliche Arbeiten: Die Bergpredigt

Dozent: Prof. Dr. Martin Pöttner

Datum: 04.07.2017, 09:50-11:30 Uhr


Teilnehmer: 9 Kommilitonen

Thema: Matthäus-Evangelium 7, 1-12

Protokollführer: Nemet, Marko

Organisatorisches:

Das Seminar beginnt pünktlich um 9:50 Uhr, 10 Teilnehmer sind anwesend. Prof. Dr. Martin Pöttner fragt nach, ob es noch Fragen oder Anmerkungen zum Protokoll von letzter Woche gibt. Dabei kam die Frage einer Kommilitonin zur Endzeit auf. Wie geht man mit der Forderung um, wenn man davon ausgeht, dass die Endzeit bald eintritt. Herr Pöttner verweist auf das Ende der Bergpredigt Matthäus 7, 24-27, dies wurde dann kurz diskutiert und mit einem Beispiel von Herrn Pöttners eigener Erfahrung mit den Zeugen Jehovas – die im Jahre 2000 durch die Computerschaltung das Ende der Welt erwarteten – beantwortet. Die Anwesenheitsliste wird herumgegeben.
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6. Juli 2017

TUD Bibelkunde


Thema war das Matthäusevangelium, das eine Reihe merkwürdiger Storys aufweist.

Wir sahen uns das an der Vorgeschichte zunächst am Stammbaum Jesu (Mt 1,1ff) und dann an der Bedrohungsgeschichte Jesu an (2,1ff). Im Stammbaum wird die Prostituierte Rahab erwähnt, die den Kundschaftern in Jericho ermöglichte, die Stadt auszuspionieren, damit sie erobert werden konnte. Zudem fiel uns auf, dass der Stammbaum auf Josef abzielte, denn er stammte von David ab. Gleichzeitig ist Maria aber vom heiligen Geist schwanger – und Josef möchte sich von Maria trennen. Ein Engel des Herrn erscheint ihm im Traum, Josef wird wg. des Stammbaums noch gebraucht …
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5. Juli 2017

Uni Hd: Joh 20,4-18

Zusammenfassung vom 03.07.

Das Seminar besprach 20,4-18, den Lauf Petrus’ und des Schülers, den Jesus liebte, zum Grab – und die Erscheinung des „Aufgestandenen“ vor Maria Magdalena bzw. aus Magdala. Das sieht segmentiert so aus:

3ξλθεν ον Πτρος

κα λλος μαθητς

κα ρχοντο ες τ μνημεον.

4τρεχον δ ο δο μο·

κα λλος μαθητς προδραμεν τχιον το Πτρου

κα λθεν πρτος ες τ μνημεον,

5κα παρακψας

βλπει κεμενα τ
θνια,

ο μντοι εσλθεν.

6ρχεται ον κα Σμων Πτρος κολουθν ατ

κα εσλθεν ες τ μνημεον,

κα θεωρε τ
θνια κεμενα,

7κα τ σουδριον,


ν π τς κεφαλς ατο,

ο μετ τν θονων κεμενον


λλ χωρς ντετυλιγμνον ες να τπον.

τε ον εσλθεν κα
λλος μαθητς


λθν πρτος ες τ μνημεον

κα εδεν κα
πστευσεν·

9οδπω γρ δεισαν τν γραφν


τι δε ατν κ νεκρν ναστναι.

10πλθον ον πλιν πρς ατος ο μαθητα.

11Μαρα δ εστκει πρς τ μνημείῳ
ξω κλαουσα.

ς ον κλαιεν,

παρκυψεν ες τ μνημεον

12κα θεωρε δο γγλους ν λευκος καθεζομνους,

να πρς τ κεφαλ

κανα πρς τος ποσν,

που κειτο τ σμα το
ησο.

13κα λγουσιν ατ
κενοι·

γναι,

τ κλαεις;

λγει ατος τι

ραν τν κριν μου,

κα οκ οδα πο
θηκαν ατν.

14Τατα εποσα

στρφη ες τ πσω

κα θεωρε τν ησον σττα

κα οκ δει τι ησος στιν.

15λγει ατ ησος·

γναι,

τ κλαεις;

τνα ζητες;

κενη δοκοσα

τι κηπουρς στιν

λγει ατ·

κριε,

ε σ βστασας ατν,

επ μοι πο
θηκας ατν,

κγ ατν ρ.

16λγει ατ ησος·

Μαριμ.

στραφεσα κενη λγει ατ βραϊστ·

ραββουνι,

λγεται

διδσκαλε

17λγει ατ ησος·

μ μου πτου,

οπω γρ ναββηκα πρς τν πατρα·

πορεου δ πρς τος δελφος μου

κα επ ατος·

ναβανω πρς τν πατρα μου

κα πατρα μν

κα θεν μου

κα θεν μν.

18ρχεται Μαριμ Μαγδαλην
γγλλουσα τος μαθητας τι

ἑώρακα τν κριον,

κα τατα επεν ατ.
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