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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


26. April 2017

Grundorientierung Bibel (TUD)

Dienstag 25.04.2017, 09:50-11:30 Uhr

Seminar: Grundorientierung Bibel

Thema: Einführung in die Bibelkunde

Protokollantin: Eike Birnbach

1 Organisatorisches

1.1 Persönliche Daten in eine Liste des Dozenten eintragen.

1.2 Begrüßung des Seminars

1.3 Wir beziehen uns in diesem Seminar auf die Literatur „Bibelkunde“ von Lukas Bormann. Alle Studierenden sollen sich bitte mit dieser auf die kommenden Sitzungen zuhause vorbereiten. Für diese Woche haben alle Teilnehmenden das Kapitel 1 vorab gelesen.

2 Seminarinhalte

Der Dozent fragt zu Beginn, ob alle Anwesenden die Literatur von Lukas Bormann gelesen und verstanden haben. Am Ende eines Kapitels befindet sich immer ein Leitfaden, welcher das Kapitel gut zusammenfasst.

Um das Christentum genauer zu verstehen, ist es wichtig die Beziehung zwischen Koran (auch Qur’an geschrieben) und Bibel zu analysieren. Es gibt oft Gemeinsamkeiten zwischen Bibel und Koran. Muslime haben entschieden, dass es nur einen Gott geben kann und somit der Gott der Christen auch Ihrer ist. Die Entstehungsgeschichte spiegelt sich im Koran wieder. Dies ist für Lehramtsstudenten ein wichtiges Thema, da es bis heute noch keinen muslimischen Unterricht an (Berufs-)Schulen gibt!

Es gibt die hebräische Bibel – diese wird Tanach genannt – und es gibt die Septuaginta (die griechische jüdische Bibel). Die Septuaginta ist eine Übersetzung und Erweiterung der hebräischen Bibel in die damalige altgriechische Alltagssprache. In der hebräischen Bibel fehlen alle Texte, die nicht als hebräisch galten oder als hebräische bzw. aramäische Originale vorlagen. Im Koran lassen sich allerdings solche Texte finden! Der Dozent ist der Meinung, dass es Gesamtausgaben gibt, bei denen man Zusammenhänge der Septuaginta und des christlichen Alten Testaments erkennt. Er ist ebenso der Meinung, dass sich dies wohl auf Dauer durchsetzen wird.

Das Neue Testament war mehr von der Septuaginta als von der hebräischen Bibel abhängig. Die Septuaginta war ein Projekt, welches sich in der ganzen Welt verbreitet hat und auf Schriftrollen geschrieben wurde. Mit dem Christentum wurde die Bibel als Buch herausgegeben. In einer Synagoge findet sich die Schriftrolle „Tora“. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen Judentum und Christentum. (Bei Muslimen sind keine Schriftrollen bekannt).

Die Rabbiner sagten, dass die griechische Kultur mit der hebräischen Denk- und Sprechweise nicht kompatibel sei. Sie bezogen sich auf hebräische Texte, da sie die Septuaginta als Altes Testament der Christen betrachteten (noch heute ist dies ein großer Streitpunkt).

Luther verlangte, dass die Bibel in der Sprache des jeweiligen Volkes zu lesen sein soll. Es gibt sehr viele Übersetzungen ins Deutsche.

(Um viele davon einsehen zu können, wird uns der Dozent noch einen Zugang zukommen lassen à z. B. angelsächsische). Hier zunächst der grundsätzliche Zugang. Am 02.05. dann Benutzername und Passwort.

In dem Buch von Lukas Bormann sind auf Seite 28 einige der üblichen Gliederungen in deutschen Bibeln einzusehen:
(more…)

16. April 2017

Das Johannesevangelium (Uni Hd [Mo 16-18 Uhr, KiGa I])

Das Johannesevangelium

 

Ich schlage vor, wesentliche Texte zu besprechen, die exemplarisch das Evangelium erschließen gerade auch die narrativen Fragen. Die Forschung ist bis heute darin uneinig, ob dem Johannesevangelium ein dualistisches Konzept zugrunde liegt, etwa gnostischer Herkunft bzw. als Fortschreibung einer biblischen dualistischen Weisheitsauffassung, wie sie in der SapSal zumindest in den Kap. 6 bis 9 vorliegt. Oder ist es doch eher ein kreuzestheologischer Entwurf? Dies würde besagen, dass Joh 1,14 der wohl zentrale Text wäre und besagte, dass das Fleischwerden des Logos die reale Möglichkeit oder gar Wahrscheinlichkeit des gewaltsamen und grausamen Todes Jesu von Nazareth einschlösse, um den Kosmos zu retten. Dies würde als Geschehen der Liebe gedeutet, welche das gewaltsame Sterben und Leiden Gottes zu einem zentralen Symbol hätte.

Narrativ geht es um dualistische Erzählweisen oder Problemgeschichten Nach der Lektüre und Interpretation von Joh 1.3 und 17 können Sie sich ein eigenständiges, begründetes Urteil bilden.

Weiterhin tragen diese Texte im Kontext von 19,25-21,25 dazu bei, dass Sie sich auf einem literarischen Niveau ein Urteil über die Autorfrage bilden können.

24.04.        Kennenlernen, Seminarplan

08.05.        Joh 1,1-18 I (Der „Prolog“)

15.05.        Joh 1,1-18 II

22.05.        Joh 3,1-36 I (Genauere Bestimmung des semantischen Gehalts)

29.05.        Joh 3,1-36 II

12.06.        Joh 17 I (Abschiedsgebet Jesu)

19.06.        Joh 17 II

26.06.        Joh 19,25-30; 20,1-29 I

03.07.        Joh 19,25-30; 20,1-29 II

10.07.        20,30-21,25 I („Epilog“)

17.07.        20,30-21,25 II

24.07.        Schlussdebatte (more…)

11. März 2017

Moderner Daoismus (VHS Bad Rappenau)

Ein Yin-Yang-Symbol

Zu den am 07.03. kontrovers diskutierten Fragen, vgl.:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/hirnforschung-mit-straftaetern-das-boese-beginnt-im-gehirn-13649029.html.

Dazu vgl. auch die Ausführungen meines Heidelberger Kollegen Thomas Fuchs.
M. E. ist es methodisch unhaltbar, das Gehirn zu isolieren. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist nicht mehr umstritten, dass wir zur Gestaltung und auch Erfassung unseres Selbst- und Weltverhältnisses dieses Organ benötigen. Das heißt aber auch, dass das Gehirn nicht nur im Schädel ist, sondern an allen leiblichen Verhältnissen beteiligt ist. Fuchs hat das 2015 einigermaßen nachvollziehbar dargestellt: http://www.informationphilosophie.de/?a=1&t=8319&n=2&y=1&c=1&o=5 .

Der Daoismus stellt den mystischen Aspekt der chinesischen Kultur dar. Die Daoisten kommunizieren z. T. paradox, wie wir schon bei der Darstellung des Systems in der Vergangenheit sahen. Anders als die Kommunisten und auch die Konfuzianer lehnen sie Krieg und Gewalt ab. Sie bilden m. E. die Menschenrechtsposition in der chinesischen Kultur (ähnlich auch E. Tugendhat). Vielleicht lässt sich sagen, dass die paradoxe Kommunikation die Anpassung an das Gewöhnliche, die gesellschaftlichen Gewohnheiten irritieren oder gar unterbrechen soll.
Sicher unterstellen auch die Daoisten, dass starke Leidenschaften wie Gier und Zorn die Menschen bestimmen (so auch sowohl in buddhistischen Positionen als auch in der Bergpredigt). Aber solange man/frau das nur feststellt, bleiben er oder sie im ([neo-]positivistischen) naturwissenschaftlichen Diskurs. So ist es eben. Da lässt sich nichts machen. Krieg kann man nur durch die Macht der Gewehre beenden (Mao).
Die Daoisten setzen dagegen die meditative Praxis. Man/frau nimmt sich selbst zurück, entfernt sich damit aus der Welt der Sorge, welche uns kontinuierlich entlang unserer Gewohnheiten weitermachen lässt. In der Meditation ergeben sich daoistisch Ganzheitserfahrungen, was z. B. durch das Ineinander von Ying und Yang ausgedrückt wird. In der Meditation kann sich der/die Einzelne mit dem Ganzen, dem Kosmos verbunden fühlen. Bei Gehirnscans scheinen in derartigen Situationen Regionen inaktiv zu sein, die beim Raum- und Zeitbewusstsein aktiv sind.
Aber im Gehirn kann das nicht bleiben. Es soll ja die alltägliche Praxis bestimmen. Eine solche neue Haltung lässt sich nur durch Übung erreichen. D. h., häufiges Meditieren liegt nahe.
Dadurch lassen sich auch starke Leidenschaften verändern. Die daoistische Pointe besteht darin, dass so auch die Gewalt unterbrochen werden kann.

 

6. März 2017

Ein Kritiker der akademischen (evangelischen) Theologie

Die akademische Theologie verstolpere das 500-jährige Reformationsjubiläum: http://www.zeitzeichen.net/religion-kirche/kritiker-der-reformationsjubilaeums/.  So formuliert Thies Gundlach in „Zeitzeichen“ – und diskutiert das Beispiel eines Systematikers, ebenso von zwei Kirchenhistoriker/inne/n, die auch massenmedial präsent sind. Praktische Theolog/inn/en werden nicht erwähnt. Allein die Exeget/inn/en hätten etwas geliefert, die 2017er Variante der Lutherbibel.

Dazu ist aber anzumerken, dass die heute erkannten Übersetzungsprobleme nicht bearbeitet worden sind. So wird Eva immer noch von Gott, dem Herrn, aus einer Rippe Adams gebastelt, wo doch schon die Septuaginta (griechische jüdische Bibel) Seite vorschlug. (more…)

5. März 2017

Konfuzianismus im neueren China (VHS Bad Rappenau)

Da philosophische Konzepte nur verstanden werden können, wenn sie in dem gesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet werden, zu dem sie gehören, skizziere ich die Entwicklung seit der letzten Phase des 18. Jahrhunderts d. Z. Das ist auch schon als Grundlage für den Dienstag in einer Woche gemeint. Am 07. März steht das Verhältnis von KP und Konfuzianismus im Vordergrund, am 14. März wird das Verhältnis von Daoisten und Menschenrechten aktuell stärker beleuchtet.
Wie schon Adam Smith 1776 im „Wohlstand der Nationen“ festgehalten hat, war China im asiatischen Großraum, der wirtschaftlich führend war, die stärkste Wirtschaftsnation in der Manufakturwirtschaftsform. Dieses Verhältnis beginnt sich erst unter den kolonialistischen Verhältnissen ab etwa 1850 allmählich umzukehren. Heute erleben wir offenbar eher eine Rückkehr zu den damaligen ökonomischen Verhältnissen, natürlich sind dadurch auch die philosophischen Fragen mitbestimmt.
China fehlte damals der Übergang von den Einsichten der klassischen physikalischen Mechanik sowie der Chemie zur technischen Umsetzung und den dann möglichen ökonomischen Innovationsschüben wie durch Dampfmaschine, Eisenbahn und Elektrizität, Chemie usf. In eins mit diesen Innovationsschüben entstand der kolonialistische Wille in den europäischen Staaten, die entsprechend versuchten, auch China zu kolonialisieren.
Diese kolonialistische Entwicklung hat dann die Tendenz bis heute bestimmt. Es kommt zu einer quasieuropäischen Selbstinterpretation gerade in intellektuell engagierten Gruppen. So findet 1911 und 1912 eine republikanisch orientierte Revolution gegen das marode Kaisertum statt. Die Kuomintang entstand als erste moderne chinesische Partei, die mit der Kommunistischen Partei zeitweise eine Allianz einging. Diese zerbrach 1927, was von der Kommunistischen Internationale nicht geschätzt wurde. Einer der wichtigsten Funktionäre der KP war Mao Tse-Tung (1893-1976), der sich in einer Reihe von Kämpfen schließlich durchsetzte, 1934 KP-Vorsitzender wurde und in erster Linie einen bäuerlich gestützten Guerillakampf gegen die Kuomintang, auch gegen die eingefallenen Japaner führte, wobei es wieder zu einer Allianz von Kuomintang und KP kam. Dabei wurde die Rote Armee zu einer schlagkräftigen Truppe und besiegte 1949 schließlich auch die Kuomintang, die noch Taiwan behielt. Innenpolitisch gründete sich Maos Diktatur auf Kampagnen im Stil permanenter Klassenkämpfe. (more…)

4. März 2017

Hochrüstungsdebatte

Donald Trump will die Rüstungsausgaben nochmals um etwa 10 % erhöhen.

Die anderen Nato-Mitglieder haben sich verpflichtet, je 2 % des BIP für Rüstung auszugeben. WikiLeaks zeigt an Zahlen von 2015 die unbedingte Erfordernis dessen nach.

 

Wikileaks

24. Februar 2017

Karneval 2017

In den aktuellen tollen Tagen und wohl auch in der sich anschließenden Fastenzeit ist es nicht sicher, ob der Schulzzug an der Endhaltestelle Kanzleramt oder doch zuvor am Reichstag ausrollt. Die Zahlen auf www.wahlrecht.de sind zumeist Prognosen – und daher logisch vage. Einen Einblick in die aktuellen Daten gibt die sogenannte „Stimmung“ der Forschungsgruppe Wahlen. Danach wäre ein rotgrünes Bündnis (42/9 %) möglich, die AfD käme auf 6 %. Dass die Union in heller Aufregung ist, ist klar.
Gabriel hat also einen Coup gelandet. (more…)

14. Februar 2017

Der Schulzzug – Schulzenbrothers

 

Jedenfalls für die Union schreckenserregend, MEGA wie Trump … Aber sagt der nicht MAGA, kann ein Südbadenser schon mal verwechseln.

11. Februar 2017

2Kor 4,1ff (EfG Griesheim)

Leuchten auf dem Angesicht des gekreuzigten Christus Chagall, Fraumünster Zürich

 

4 1Von daher und weil wir diesen Dienst des Neuen Testaments bekommen haben, verlieren wir nicht den Mut. Wir haben ja Barmherzigkeit erfahren. 2Von aller Art der Geheimnistuerei haben wir uns losgesagt, sie ist verwerflich. Wir gehen unseren Weg nicht mit Hinterlist, verfälschen auch nicht Gottes Wort. Vielmehr empfehlen wir uns selbst, indem wir die Wahrheit für die Urteilskraft aller Menschen und in Verantwortung vor Gott offen legen. 3Wenn aber unsere Freudenbotschaft [unser Evangelium] dennoch zugedeckt ist, dann ist sie es bei den Verlorenen, 4bei Menschen, die ungläubig sind und Gott nicht vertrauen. Ihr Verstand ist von der Gottheit dieses Zeitalters verdunkelt worden. So sehen sie das helle Licht der Freudenbotschaft nicht, den Lichtglanz des Christus, welcher das Bild Gottes ist. 5 Wir verkünden ja nicht uns selbst, sondern dass Jesus Christus Herr ist und uns selbst um Jesu willen als Menschen, die für euch Sklavenarbeit tun. 6 Denn Gott sprach: Licht soll aus der Dunkelheit aufstrahlen, und Gott hat ein helles Strahlen in unsere Herzen gegeben, sodass wir das Leuchten des Glanzes Gottes im Angesicht des Christus Jesus erkennen. 7 Doch diesen Schatz haben wir in zerbrechlichen Gefäßen. So stammt die überfließende Kraft von Gott und nicht von uns. 8Von allen Seiten werden wir bedrängt, doch wir haben Raum. Wir wissen nicht weiter, doch wir verzweifeln nicht. 9Wir werden verfolgt, doch nicht von Gott im Stich gelassen. Wir werden zu Boden geworfen, doch wir gehen nicht zugrunde. 10Immer tragen wir das Sterben Jesu an unserem Leib mit uns. Genauso erscheint an unserem Leib auch das Leben Jesu. 11Wir, die wir leben, werden ja wegen Jesus fortwährend dem Tod ausgeliefert. Somit erscheint Jesu Leben auch in unserer sterblichen Existenz. 12Daher ist in uns der Tod wirksam, aber das Leben in euch.

Liebe Gemeinde,

ein schwieriger Text, bei dessen Übersetzung es schon Probleme gibt. Ich stehe selbst jenseits der protestantischen Differenz von „reformiert“ und „lutherisch“, aber Luther hatte recht, wenn er übersetzte: Dienst des „Neuen Testaments“ statt Neuen Bundes . Sowohl in der griechischen Übersetzung der Heiligen Schriften der Ju/ü/d/inn/en als auch im Neuen Testament ist mit διαθήκη (diatheke) als Wiedergabe von hebräisch berit eine schriftlich niedergelegte oder festgehaltene Willensverfügung Gottes bezeichnet, in den Heiligen Schriften der Ju/ü/d/inn/en um die Tora konzentriert, im Neuen Testament auf das Evangelium konzentriert, die Freudenbotschaft. (more…)

2. Februar 2017

Geschlechtergerechte Rede (TUD)

Viele Teilnehmerinnen wünschten sich eine Erörterung der Inzestszene „Lots Töchter“ (Gen 19,30-38), die aber im Zusammenhang der Erzählung einer beabsichtigten Vergewaltigung und deren Folgen für Sodom und Gomorrha steht.
Vor dem Hintergrund eigener Fantasien, Medienkommunikation usf. könnte die Erzählung von „Lots Töchtern“ überraschend wirken. Versucht doch nicht der Vater, die Töchter zu verführen oder zum Sex zu zwingen, sondern die Töchter sind wg. Nachwuchssorgen und aus Partnermangel selbst aktiv. Sie machten den Vater betrunken und schliefen an zwei Tagen mit ihm – ohne dass der Vater es bemerkte. Genetische Defekte werden nicht erzählt, sondern nur, dass aus diesen Sex-Ereignissen die Moabiter und Ammoniter entstanden, mithin eine eher zweifelhafte Herkunft besitzen.
Offenbar hatte Lot trotz Alkohol hinreichende Erektionen.
Damit ist in Israel Inzest zwar nicht gerechtfertigt, aber bei anderen schon, was auch noch die heutigen Verhältnisse von Deutschland u. a. bestimmen dürfte.
Für das Verständnis der Bibel ist es wichtig, dass derartige abweichende Sachverhalte erzählt werden.